DFB-Elf: Offensiv-Spektakel gegen Lettland

Die deutsche Mannschaft jubelt nach dem Tor

Testspiel in Düsseldorf

DFB-Elf: Offensiv-Spektakel gegen Lettland

Von Jörg Strohschein

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich im letzten Testspiel vor der Euro 2020 in Torlaune präsentiert. Gegen in allen Belangen überforderte Letten konnte vor allem die Offensive zeigen, über welche Möglichkeiten sie verfügt.

Es war der letzte Test vor dem EM-Auftakt für die deutsche Nationalelf. Lettland dürfte von Bundestrainer Joachim Löw bewusst ausgewählt worden sein, weil seine Spieler gegen den zweitklassigen und insgesamt harmlosen Gegner nochmal ihr spielerisches Potenzial voll ausspielen sollten und konnten. Diese Idee ging voll auf.

Am Ende stand ein locker und leicht herausgespieltes 7:1 (5:0) für die DFB-Elf am Montagabend (07.06.2021) in Düsseldorf gegen den 138. der FIFA-Weltrangliste, das der deutschen Mannschaft eine Portion Selbstbewusstsein für das Auftaktspiel gegen Frankreich am kommenden Dienstag geben sollte.

Löw: "Wir gehen mit Überzeugung in das Spiel gegen Frankreich" Sportschau 07.06.2021 01:31 Min. Verfügbar bis 07.06.2022 Das Erste

"Es gibt mehrere Erkenntnisse: Wir waren vorne gut präsent. Wir waren auch aggressiv gegen den Ball. Das Gegentor ärgert mich ein bisschen. Insgesamt war es eine ordentliche Leistung", sagte Löw der Sportschau und blickte bereits auf die EM: "Wir brauchen gegen Frankeich eine Top-Leistung. Unsere Mannschaft ist ehrgeizig genug, um erfolgreich ins Turnier zu starten."

Auch Torhüter Manuel Neuer blickte zuversichtlich auf die Auseinandersetzung mit den Franzosen. "Ich glaube, dass wir gut vorbereitet sind und hoffe, dass wir ein erfolgreiche Zeit haben werden", bekräftigte der Kapitän gegenüber der Sportschau.

Dreier-Abwehrkette nur mit Aufbauspiel

Von Beginn an übernahm die deutsche Mannschaft die Initiative gegen die äußerst defensiv eingestellten Letten. Die von Löw aufgebotene Dreier-Abwehrkette um Mattias Ginter, Mats Hummels und Antonio Rüdiger hatte vor allem die Aufgabe, das Aufbauspiel einzuleiten. Abwehrarbeit konnten die Verteidiger fast vollständig vernachlässigen.

Die bemerkenswerte Überlegenheit der deutschen Mannschaft führte bereits nach 19 Minuten zur Führung. Nach toller Vorarbeit von Kai Havertz verwandelte Robin Gosens aus elf Metern zum 1:0. Nur 86 Sekunden später war es Ilkay Gündogan, der mit einem strammen Distanzschuss aus 16 Metern unhaltbar in den linken oberen Winkel traf. 2:0 für die deutsche Elf.

Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte die Führung noch deutlicher aussehen können: Thomas Müller, Gündogan oder auch Joshua Kimmich hatten weitere gute Möglichkeiten. Müller machte es etwas später aber dann deutlich besser und verewigte sich in der Torschützenliste nach Pass von Gosens aus acht Metern zum 3:0 (27.).

Im Dauer-Angriffsmodus

Die deutsche Elf ließ auch in der Folge nicht locker, sie befand sich im Dauer-Angriffsmodus. Die Letten schafften es kaum einmal, die Mittellinie zu überqueren. Das 4:0 (39.) von Havertz nach einem Alleingang - fast von der Grundlinie - war die Konsequenz aus einer ungebrochenen Spielfreude. Hummels leitete mit einem Außenrist-Pass - wie einst Franz Beckenbauer - auf den in den freien Raum gestarteten Serge Gnabry, der aus der Drehung fulminant aus zwölf Metern verwandelte, das 5:0 (45.) ein.

Auch nach der Halbzeitpause setzte sich das deutsche Offensiv-Spektakel fort. Die deutsche Elf war sofort wieder im Vorwärtsgang und der gerade eingewechselte Timo Werner verwandelte nach Kimmich-Pass aus kurzer Entfernung zum 6:0 (50.). Das Löw-Team versuchte den Schwung trotz einiger Wechsel aufrecht zu erhalten, was allerdings mit zunehmender Spielzeit nicht dauerhaft gelang. Gute Tormöglichkeiten gab es weiterhin, allerdings nahm die Präzision der Abschlüsse deutlich ab.

Löw: "Viele Dinge waren gut, aber das Gegentor ärgert mich"

Sportschau 07.06.2021 03:14 Min. Verfügbar bis 07.06.2022 ARD


Sané setzt den Schlusspunkt

Dass Manuel Neuer in seinem 100. Länderspiel tatsächlich nach dem ersten Torschuss der Letten hinter sich greifen musste, dürfte den 35-Jährigen besonders geärgert haben. Aber gegen Aleksejs Saveljevs Torschuss aus 18 Metern zum 1:6 (75.) war er ohne Abwehrchance. Im direkten Gegenzug setzte der ebenfalls nach der Pause eingewechselte Leroy Sané den Schlusspunkt zum 7:1 (76.).

Stand: 07.06.2021, 22:35

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