Leon Goretzka - Wechsel mit Wucht

Leon Goretzka während des Mannschaftstrainings

Deutschland im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal

Leon Goretzka - Wechsel mit Wucht

Von Marcus Bark (Herzogenaurach)

Leon Goretzka ist wieder einsatzbereit, wird im zweiten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EURO 2020 aber wohl zunächst auf der Bank sitzen. Bundestrainer Joachim Löw weiß die "gute Option" zu schätzen. Es wäre ein Wechsel mit Wucht.

Der Wechsel hat sich gelohnt. Drei Jahre beim FC Bayern reichten, um so viele Titel zu sammeln wie andere Profis in der ganzen Karriere nicht.

Einen Titel holte Leon Goretzka schon, als er noch für den FC Schalke 04 spielte. Allerdings nicht mit dem Verein, sondern mit der deutschen Nationalmannschaft. Drei Tore steuerte der damals 22 Jahre alte Goretzka zum Gewinn des Confederation Cups bei.

Auch persönlich enttäuschende WM 2018

Die Weltmeisterschaft 2018 verlief für ihn und auch die Nationalmannschaft dann schlimm. Im dritten Gruppenspiel gegen Südkorea stand er in der Startelf, wurde aber nach gut einer Stunde ausgewechselt. Thomas Müller kam für ihn ins Spiel. Er sollte das dringend benötigte Tor zum Weiterkommen schießen oder vorbereiten. Stattdessen erzielten die Südkoreaner zwei Treffer. Deutschland schied nach der Vorrunde aus.

Die Gefahr besteht auch bei der EURO 2020, wenn auch noch nicht so akut wie bei Goretzkas Auswechslung damals. Aber nach dem 0:1 zum Auftakt gegen Weltmeister Frankreich darf die deutsche Nationalmannschaft gegen den Europameister Portugal auf keinen Fall verlieren, sonst dürfte es wieder schnell vorbei sein.

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Dem deutschen Spiel fehlte es gegen Frankreich an einigen Elementen: Dynamik, Wucht, Räume erkennen, Räume schaffen, Torgefahr im Strafraum. All das kann Leon Goretzka einbringen, aber er fehlte.

Nach einem Muskelfaserris, den sich der gebürtige Bochumer in einem Bundesligaspiel am 8. Mai zugezogen hatte, stieg Goretzka zwar schon im österreichischen Seefeld wieder in die Vorbereitung und das Mannschaftstraining ein. Aber für einen Einsatz im ersten Spiel der EM schien es ihm noch zu früh.

Er brauche noch "zwei, drei Einheiten", habe ihm Goretzka gesagt, so Löw, der dann wiederum mit Blick auf das Spiel gegen Portugal sagt: "Ob es schon für die Startelf reicht, weiß ich nicht. Aber er kann im Laufe des Spiels eine gute Option sein."

Gefährlichster Mittelfeldspieler

Leon Goretzka war in seinen vergangenen 13 Länderspielen an elf Treffern direkt beteiligt. Ihm gelangen sieben Tore und vier Vorlagen. Kein anderer Mittelfeldspieler kommt auf solch gute Zahlen.

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Ein Wechsel, sollte Löw ihn nicht überraschend sogar in die Startelf stellen, könnte sich also lohnen. Goretzka kommt für nahezu jede Position infrage, die der Bundestrainer vorgesehen hat.

Stand: 18.06.2021, 18:00

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