Musiala, Wirtz, Nmecha - wie es beim DFB weitergehen könnte

Toni Kroos (l.) und Jamal Musiala beim Training in Herzogenaurach im Juni 2021

Strategie für WM 2022 und EM 2024

Musiala, Wirtz, Nmecha - wie es beim DFB weitergehen könnte

Von Marcus Bark (Herzogenaurach)

Zwischen dem Aus bei der EURO 2020 und der WM 2022 liegen nur knapp 17 Monate. Vieles spricht daher dafür, dass der Kader in Katar große Ähnlichkeiten mit dem jetzigen haben dürfte. Frische Gesichter könnte es trotzdem geben.

Aufbruchstimmung in Herzogenaurach. Ab nach Hause oder vielleicht auch direkt in den Urlaub ging es am Mittwoch (30.06.2021) für die Spieler, Trainer und Betreuer der deutschen Nationalmannschaft.

Eine kurze Nacht sei es gewesen, ließ Joachim Löw am Mittag während einer Pressekonferenz wissen. Es war seine letzte als Bundestrainer.

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Kandidaten aus der U21

Bald, so sagte es Oliver Bierhoff neben ihm auf dem Podium, werde sich Löws Nachfolger Hansi Flick vorstellen und seine Strategie und "Philosophie" vorstellen. Ganz vage stellte sich der für die Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes zuständige Direktor schon vor, dass der neue Bundestrainer sicher "gerne junge Spieler" einsetzen werde.

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Ein paar Namen fielen auch. Etwa der von Jamal Musiala, der schon bei der EURO 2020 dabei war und in zwei Spielen eingewechselt wurde. Florian Wirtz hingegen verpasste den Sprung in den Kader der Eliteauswahl, wurde stattdessen zusammen mit Ridle Baku Europameister mit der U21.

Nmecha ein echter Mittelstürmer

Das Trio könnte dabei sein, um sich im September an die Aufgabe zu machen, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 zu schaffen. Derzeit belegt Deutschland hinter Armenien und Nordmazedonien nur den dritten Platz in seiner Gruppe.

Die Zeit bis zum nächsten Turnier ist aufgrund der verschobenen EM knapp wie nie. Nur knapp 17 Monate verbleiben bis zum Eröffnungsspiel in Katar.

Außer Wirtz und Baku werden vor allem Lukas Nmecha Chancen eingeräumt, den Weg aus der U21 in die A-Mannschaft zu finden. Vor allem, weil er ein Mittelstürmer ist.

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"Wir haben keinen Killerinstinkt mehr, keinen Strafraumspieler", sprach Bierhoff die Mängel offen aus. Zudem gab er zu bedenken, dass aus der U21, die 2017 Europameister wurde, nur Serge Gnabry in Löws letztem Kader gewesen sei. Bei der mit dem Titel gekrönten Weltmeisterschaft 2014 wären hingegen sieben Spieler dabei gewesen, die fünf Jahre zuvor mit der U21 die kontinentale Meisterschaft gewonnen hatten.

Es ist daher davon auszugehen, dass Flick weitgehend auf das Personal zurückgreifen wird, dem auch sein Vorgänger vertraute. Die Frage ist, ob die erfahrenen Spieler jenseits der 30 Jahre weitermachen werden.

"Ich habe von keinem der älteren Spieler gehört: Übrigens, Oliver, ich hebe mal die Hand und denke über Rücktritt nach oder ich wollte dir sagen: Ich werde gleich in der Presse etwas bekannt geben", sagte Bierhoff. Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger rechnet hingegen damit, dass Thomas Müller und Mats Hummels, die für die EM zurückgeholt wurden, ihre Karrieren in der Nationalmannschaft beenden werden.

Für Thomas Broich ist das zumindest bei Müller fraglich. "Von Altersschwäche ist bei ihm nichts zu spüren", sagte der weitere Experte, gerade aufgrund der Verbindung des Spielers zu Hansi Flick aus gemeinsamer Zeit beim FC Bayern sei denkbar, dass Müller noch eine WM spielen werde. Im September 2022 wird der Münchner 33 Jahre alt.

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Torwart Manuel Neuer kündigte schon an, noch weiter in der Eliteauswahl des DFB spielen zu wollen. Es ist auszuschließen, dass Flick sich dem Wunsch verweigert. Toni Kroos und Ilkay Gündogan sind bei Real Madrid und Manchester City noch gefragt, dann dürften sie es auch bei der deutschen Nationalmannschaft sein.

Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Kai Havertz "werden die Gesichter der Mannschaft bleiben", wie Bierhoff sagte. Das dürfte auch für Gnabry, Timo Werner, Antonio Rüdiger und Matthias Ginter gelten.

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Stand: 30.06.2021, 16:00

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