Kane, Pedri, Chiellini - die Sportschau-Top-11 der EURO

Kane, Pedri, Chiellini - die Sportschau-Top-11 der EURO

Jeweils drei Spieler von Italien und England haben es in unsere Top-11 der EURO geschafft. Trotz der über weite Strecken offensiven und begeisternden Spielweise kommen die besten Italiener aus der Defensive.

Tor - Gianluigi Donnarumma (Italien): Wegen seines bevorstehenden Wechsels vom AC Mailand zu Paris St. Germain könnte man meinen, der 22-Jährige sei womöglich abgelenkt gewesen. Immerhin hatte er zwischenzeitlich den Medizincheck absolviert. Anzumerken war ihm davon jedoch nichts. Donnarumma strahlte eine enorme Sicherheit aus, zeigte einige starke Paraden und hielt im Halbfinale den vorentscheidenden Elfmeter von Alvaro Morata. Auch im Finale war er der Held im Elfmeterschießen. Auch deswegen wurde er von der UEFA zum besten Spieler des Turniers gewählt und scheint ein würdiger Nachfolger von Torhüter-Legende Gianluigi Buffon zu sein.

Abwehr - Denzel Dumfries (Niederlande): Zwar war für die Niederländer nach dem 0:2 gegen Tschechien schon nach dem Achtelfinale Schluss, mit dem rechten Flügelspieler hatten sie trotzdem eine der großen Entdeckungen im Team. Besonders in der Offensive beeindruckte der 25-Jährige, der in der Gruppenphase an drei Treffern (zwei Tore, eine Vorlage) direkt beteiligt war und bei vielen gefährlichen Aktionen seine Füße im Spiel hatte, mit seiner Dynamik. Vor der EURO war Dumfries noch ein recht unbeschriebens Blatt, nach seinen Turnierleistungen soll es viele Interessenten geben, die ihn von der PSV Einhoven loseisen wollen.

Abwehr - Giorgio Chiellini (Italien): Der Kapitän des Europameisters war gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Leonardo Bonucci der Garant für die starke Defensive. Doch es waren nicht nur die starken Leistungen des 36-Jährigen, mit denen er auf sich aufmerksam gemacht hat. Er ist die gute Seele der italienischen Mannschaft, aber genauso emotionaler Leader - auf und neben dem Platz. Auch im Endspiel peitschte Chiellini seine Mannschaft mit seinen Aktionen und Worten zum Comeback und schließlich zum EM-Titel. In Erinnerung bleiben wird auch seine Münzwurf-Szene mit Jordi Alba vor dem Elfmeterschießen gegen Spanien.

Abwehr - Harry Maguire (England): Weil er angeschlagen war, konnte der 28-Jährige im ersten Spiel noch nicht mitwirken. Ab der zweiten Partie zeigte er dann, wie wichtig er für die "Three Lions" ist. Im Zweikampf ist Maguire (über 70 Prozent seiner Duelle gewonnen) kaum zu bezwingen, vor allem in der Luft. Deswegen ist er auch bei Standardsituation eine Waffe, gegen die Ukraine köpfte er das zwischenzeitliche 2:0. Im Aufbau spielte der Verteidiger von Manchester United unheimlich sicher, deutlich über 90 Prozent seiner Pässe kamen an. Dazu war er neben Harry Kane der Führungsspieler des Finalisten. Und im Endspiel machte Maguire eine ganz starke Partie.

Abwehr - Leonardo Spinazzola (Italien): Der schnellste Spieler des Turniers mit 33,8 km/h war auch einer der besten - bis er sich im Viertelfinale gegen Belgien (2:1) einen Riss der Achillessehne zuzog. Bis dahin sorgte Spinazzola über die linke Seite im Zusammenspiel mit Lorenzo Insigne für die meisten gefährlichen Aktionen im italienischen Offensivspiel. Im Finale konnte er nur als Zuschauer im Wembley dabei sein.

Mittelfeld - Pierre-Emile Höjbjerg (Dänemark): Kaum ein Angriff der dänischen Nationalmannschaft lief nicht über den 25-Jährigen. Höjbjerg spielte mit Abstand die meisten Pässe (410) im Team, hatte die meisten Ballkontakte, bereitete drei Tore vor und gehört mit 36 Balleroberungen zur Spitzengruppe des Turniers. Nach einer starken Saison bei den Tottenham Hotspur hat er nun auch bei der EM vollends überzeugt. Der ehemalige Bayern-Spieler könnte sich in der Weltklasse im Mittelfeld festsetzen.

Mittelfeld - Jorginho (Italien): Der gebürtige Brasilianer war der Dreh- und Angelpunkt im italienischen Mittelfeld. Seine Übersicht und sein Passspiel (fast 94 Prozent angekommen) waren sowohl auf kurze als auch auf lange Distanz herausragend, dazu antizipierte er die gegnerischen Zuspiele hervorragend. Nur zwei Spieler haben mehr Balleroberungen als Jorginho (40) aufzuweisen, mit 62 Prozent gewonnener Duelle ist er Italiens bester Zweikämpfer. Starke Zahlen, aber die größten Stärken des 29-Jährigen, etwa das Lesen eines Spiels, spiegeln sich darin noch gar nicht wider.

Mittelfeld - Pedri (Spanien): 18 Jahre jung und der prägende Spieler bei einem der stärksten Teams der EURO - nicht umsonst sagt sein Trainer Luis Enrique über Pedri: "Ich habe noch nie jemanden wie ihn gesehen." Der Jungstar verpasste nur eine von 630 Spielminuten, belegt Platz drei unter allen Spielern im Turnier bei den Ballkontakten sowie angekommenen Pässen und hat mit 76,1 Kilometern die größte Laufleistung aufzuweisen. Pedri gehört die Zukunft, aber er zeigte schon seine Klasse in der Gegenwart.

Angriff - Patrik Schick (Tschechien): Ohne den Stürmer wären die Tschechen ganz sicher nicht bis ins Viertelfinale gekommen, sondern wahrscheinlich sang- und klanglos in der Gruppenphase gescheitert. Schick hat seine Mannschaft nahezu im Alleingang getragen, er erzielte fünf von sechs Toren der Tschechen. Unter anderem auch das 2:0 im ersten Gruppenspiel gegen Schottland aus rund 45 Metern.

Angriff - Harry Kane (England): Lange sah es so aus, als könnte der englische Kapitän bei weitem nicht an seine Leistungen von der WM 2018 anknüpfen, als er mit sechs Treffern Torschützenkönig wurde. In der Gruppenphase blieb Kane ohne Tor, doch dann überzeugte er, als es für sein Team am wichtigsten war. Mit seinem Kopfball zum 2:0 entschied er das Achtelfinale gegen Deutschland, im Viertelfinale traf er zweimal gegen die Ukraine und im Halbfinale erzielte er das entscheidende 2:1 - der Engländer für die entscheidenden Momente. Im Finale fiel er vor allem kämpferisch auf.

Angriff - Raheem Sterling (England): Ohne seinen Stürmerkollegen hätte Kane wohl gar nicht mehr die Möglichkeit gehabt, so spät im Turnier in Fahrt zu kommen. Sterling war über das gesamte Turnier der wichtigste Offensivspieler der Engländer. Der 26-Jährige erzielte die einzigen beiden Tore in der Gruppenphase, traf zum 1:0 gegen Deutschland und holte den Elfmeter zum 2:1-Endstand gegen Dänemark heraus. Nicht umsonst sagte Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger, dass dem deutschen Team ein Spieler wie Sterling gefehlt habe.

Stand: 12.07.2021, 10:53 Uhr

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