Deutschlands U21 besteht Stresstest in England

Felix Uduokhai (Mitte) freut sich zusammen mit seinen Mannschaftskollegen über sein Tor im U21-Nationalmannschaftsspiel gegen England

EM-Generalprobe gegen England

Deutschlands U21 besteht Stresstest in England

Stresstest bestanden: Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat ihre EM-Generalprobe in England dank einer Energieleistung gewonnen. Das Team von DFB-Trainer Stefan Kuntz setzte sich im ausverkauften Stadion von Bournemouth verdient mit 2:1 (1:1) durch und geht mit einer Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage in die Endrunde im Juni.

Mahmoud Dahoud von Borussia Dortmund (27. Minute) und Felix Uduokhai (90.+1) vom VfL Wolfsburg sorgten am Dienstag (26.03.2019) mit ihren Toren im siebten Anlauf für den ersten Sieg einer deutschen U21 auf der Insel. Im letzten Test vor der EM in Italien und San Marino, bei der auch die Tickets für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vergeben werden, zeigte sich das DFB-Team vor allem offensiv bestens gerüstet. Für den aktuellen U20-Weltmeister England erzielte Dominic Solanke (43.) den zwischenzeitlichen Ausgleich.

"Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt, dann aber ein unnötiges Gegentor kassiert. Aber am Ende war der Sieg verdient. Das Selbstvertrauen müssen wir mit zur EM nehmen", sagte der Stuttgarter Timo Baumgartl nach dem Abpfiff zufrieden bei "ProSieben MAXX". Sein Trainer äußerte: "Insgesamt bin ich sehr zufrieden, viele Spieler konnten für sich Werbung machen."

Deutsche U21 gewinnt 2:1 in England

Sportschau 26.03.2019 00:44 Min. ARD

Deutschland findet spielerische Mittel

Vor 10.942 Zuschauern sah sich die Kuntz-Auswahl mit körperlich robusten Engländern konfrontiert, hielt aber mit Spielwitz dagegen. "Wir wollen uns auch gegen Widerstände durchsetzen", hatte Kuntz vor Anpfiff gesagt. Das gelang durchaus. Angetrieben vom Mainzer Levin Öztunali, einem von drei U21-Europameistern in der Startelf, machte Deutschland vor allem über rechts viel Druck und hatte deutlich mehr vom Spiel.

Chancen gab es anders als beim 2:2 gegen Frankreich fünf Tage zuvor in Essen zunächst kaum, das Fehlen eines echten Stürmers machte sich nach mehreren Absagen bemerkbar. Gefährlich wurde es erstmals, als Gladbachs Florian Neuhaus nach einer Einzelaktion das Außennetz traf (22.).

Dafür stand die deutsche Abwehr, in der Kuntz wieder auf eine Viererkette umstellte, zumeist sicher. Der starke Dahoud brachte wenig später das Publikum zum Schweigen: Der Profi von Borussia Dortmund ließ einen langen Ball von Arne Maier (Hertha BSC) mit der Brust abtropfen und zog von der Strafraumgrenze flach ab - nicht nur Englands Nationaltrainer Gareth Southgate staunte auf der Tribüne.

"Three Lions" gleichen aus, Deutschland bleibt hellwach

Kurz darauf traf Luca Waldschmidt (SC Freiburg) den Innenpfosten (36.), ehe Solanke nach einer unglücklichen Aktion von Maier zum schmeichelhaften Ausgleich traf. Nach der Pause entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. EM-Mitfavorit England, der anders als Deutschland ohne Niederlage durch die Qualifikation marschiert war, machte das Spiel nun breiter, doch auch das DFB-Team blieb bei schnellen Gegenstößen stets gefährlich. Phil Foden scheiterte aus der Distanz (55.) ebenso wie auf der Gegenseite Öztunali (57.).

Debüt für Ex-Briten Nmecha

Bei einem Fünffach-Wechsel nach einer Stunde kam dann auch Lukas Nmecha zu seinem Deutschland-Debüt. Der in Hamburg geborene Angreifer hatte erst kurz vor Anpfiff seine Spielberechtigung erhalten, zuvor hatte er insgesamt 31-mal für Englands U-Teams gespielt. Das Spiel blieb trotz der zahlreichen Wechsel unterhaltsam und bis zum Schluss spannend. Uduokhai sorgte dann für den aus deutscher Sicht erfreulichen Schlusspunkt.

sid/red | Stand: 26.03.2019, 22:45

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