Nmecha, Berisha, Dorsch - die unbekannten Leistungsträger der U21

Karim Adeyemi, Niklas Dorsch, Vitaly Janelt, Lukas Nmecha und Mergim Berisha

Dritter Finaleinzug in Serie

Nmecha, Berisha, Dorsch - die unbekannten Leistungsträger der U21

Von Robin Tillenburg

Die DFB-Junioren stehen bei der U21-EM im Finale. Einige Leistungsträger im Team von Stefan Kuntz spielen in Belgien, Österreich oder England gute Rollen bei ihren Klubs und rücken nun plötzlich auch (wieder) mehr in den deutschen Fokus.

Mergim Berisha konnte es kaum glauben - gerade hatte der 23-jährige Offensivmann im EM-Halbfinale gegen die Niederlande zum dritten Mal den Pfosten getroffen. Normalerweise führt man bei so einer Statistik meist schon klar. Doch gegen die Niederlande wurde es nochmal richtig eng, und Berisha dürfte ziemlich froh gewesen sein, dass es zum 2:1 (2:0) und zum Finaleinzug reichte.

Haaland-Nachfolger in Salzburg

Berisha machte nicht einmal etwas falsch - weder bei seinem tollen Freistoß, dem guten Schuss, noch dem schwierigen, aber gut gesetzten Kopfball. Wie torgefährlich der gebürtige Berchtesgadener ist, zeigte er nicht nur in diesen drei Momenten, sondern auch im Vereinstrikot bei RB Salzburg in der abgelaufenen Spielzeit. 42 Pflichtspiele, darunter sechs in der Champions League, 22 Tore und 14 Vorlagen lautet seine Bilanz in seiner ersten kompletten Saison für die Salzburger Profimannschaft.

Nach diversen Leihgeschäften nach Altach, Magdeburg und Linz ist Berisha zum Leistungsträger avanciert und im Salzburger Sturmzentrum so etwas wie der Nachfolger eines gewissen Erling Haaland.

Adeyemi - pfeilschnell und noch blutjung

Gegen die Niederlande stand Berisha eine Viertelstunde lang gemeinsam mit Karim Adeyemi auf dem Rasen. Der 19-Jährige, der von Kuntz für die K.o.-Runde erstmals in den Kader berufen wurde, kam in seinem zweiten U21-Länderspiel erneut als Joker und sorgte mit seinen schnellen Sprints in der Schlussphase für Entlastung gegen die anrennenden Niederländer.

Auch im Klub spielen die beiden erfolgreich zusammen. Adeyemi, der in der Jugend größtenteils für Unterhaching spielte und 2018 im Alter von 16 Jahren von Salzburg abgeworben wurde, hat ebenfalls in dieser Saison den Durchbruch geschafft und stand seit dem sechsten Spieltag in jedem Bundesligaspiel auf dem Feld. Neun Treffer und elf Assists sind dem quirligen Angreifer dieses Jahr gelungen.

Nmecha fasst bei Anderlecht Fuß

Der Niederländer Abderrahman Harroui (l.) Lukas Nmecha während des Spiels in der Gruppenphase

Der Niederländer Abderrahman Harroui (l.) Lukas Nmecha während des Spiels in der Gruppenphase

Als Florian Wirtz eine der wohl schönsten Kombinationen des Fußballjahres 2021 gegen die Niederlande zum 1:0 abschloss, jubelte der Leverkusener ausgelassen und wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: Lukas Nmecha hatte den Treffer mit einer Außenristflanke vorbereitet, wie man sie in dieser Präzision nicht häufig sieht. Nmecha ist mit drei Treffern und einer Vorlage der Topscorer der Kuntz-Elf und der einzige Akteur im Aufgebot, der schon 2019 im Endspiel zum Einsatz kam.

Seit 2019 steht er bei Manchester City unter Vertrag, brachte es in dieser Zeit aufgrund diverser Leihgeschäfte aber nur auf drei Profieinsätze beim englischen Meister. Beim VfL Wolfsburg blieb er in zwölf Kurzeinsätzen der Hinserie 2019/20 ohne Torbeteiligung. Beim RSC Anderlecht platzte für ihn allerdings in dieser Spielzeit der Knoten. 21 Tore in 41 Pflichtspielen legte der 22-Jährige auf. Die Belgier wollen ihn dem Vernehmen nach nun fest verpflichten. Günstiger dürfte er durch seine Leistungen bei der Europameisterschaft nicht geworden sein.

Dorsch auf dem Sprung zum französischen Meister?

Nmecha traf in dieser Saison zweimal auf KAA Gent. Zweimal teilte er sich dabei die Punkte mit Niklas Dorsch, der in der U21 und im Klub die zentrale defensive Mittelfeldposition bekleidet. Nach dem verpassten Aufstieg mit dem 1. FC Heidenheim wechselte Dorsch nach Gent. Im Saisonendspurt hatte der ehemalige Jugendspieler von Bayern München (ein Bundesligaeinsatz, ein Tor) seinen Stammplatz allerdings verloren. Nun soll der französische Meister OSC Lille an einer Verpflichtung interessiert sein.

Premier-League-Aufsteiger Janelt und der Fluch der Position

Für Vitaly Janelt ist es nicht ganz einfach, sich in die Startelf der Junioren zu spielen, bisher bringt er es auf drei Kurzeinsätze im Turnier. Das liegt aber weniger an ihm, sondern an der starken Konkurrenz auf seiner Position. Mit Dorsch, Arne Maier und Salih Özcan ist das zentrale Mittelfeld glänzend besetzt.

Mit dem FC Brentford, für den der gerade 23 Jahre alt gewordene Sechser seit Oktober spielt, ist ihm jüngst der Aufstieg in die Premier League gelungen. Mehr als ein Trost dafür, dass sein Ex-Klub VfL Bochum in der Zwischenzeit ebenfalls in die höchste Spielklasse aufgestiegen ist. In Brentford hat Janelt noch einen Vertrag bis 2024 und war eine der tragenden Säulen des Aufstiegs.

Stand: 04.06.2021, 13:51

Darstellung: