U21 kann EM-Ticket lösen

U21-Trainer Stefan Kuntz beim Training

Gegen Norwegen

U21 kann EM-Ticket lösen

Die deutsche U21 kann gegen Norwegen das Ticket für die EM 2019 lösen. Für die Spieler von Trainer Stefan Kuntz geht es auch um die Olympischen Spiele. Der Coach setzt auf Altbewährtes.

Für den letzten Schritt auf dem langen Weg zur EM wählte U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bewährtes Terrain. "Wir wohnen im gleichen Hotel, und wir spielen wieder in Ingolstadt. So wie vor zwei Jahren. Und wir wissen alle, was dann passiert ist", sagte Kuntz vor dem mit Spannung erwarteten Heimspiel gegen Norwegen am Freitag (12.10.2018).

Ein Sieg aus zwei Qualifikations-Begegnungen fehlt dem Titelverteidiger noch, um das Ticket für die EM-Endrunde 2019 zu lösen. Weil Kuntz auf ein "Endspiel" am Dienstag gegen Irland in Heidenheim gerne verzichten würde, soll der Dreier bereits in Ingolstadt gelingen. Dort also, wo die U21 schon 2016 durch ein turbulentes 4:3 gegen Russland die EM-Teilnahme perfekt machte. Der Rest ist Geschichte: Acht Monate später holte das DFB-Team in Polen den Titel.

Kuntz: Qualifikation perfekt machen"

Kuntz sieht bei der Rückkehr in die Donaustadt durchaus Parallelen. "Im Trainerteam haben wir wieder das gleiche Gefühl. Wir haben auch Lust, wieder diese Anspannung zu haben - und hoffentlich nach dem Schlusspfiff das befreiende Gefühl. Denn das sind die Momente im Leben eines Fußballers", sagte Kuntz bei DFB-TV und kündigte deshalb an: "Wir wollen schon gegen Norwegen die Qualifikation perfekt machen."

Chance auf Olympische Spiele

Diesmal steht sogar noch etwas mehr auf dem Spiel als vor zwei Jahren: Bei der EM im Juni in Italien und San Marino werden auch die vier europäischen Tickets für Olympia 2020 in Tokio vergeben. "Klar ist es schön, bei so etwas dabei zu sein. Aber wir machen das Schritt für Schritt", sagte Kapitän Jonathan Tah von Bayer Leverkusen. Deutschlands Fußballer sind dort eine Seltenheit: Der Siegeszug 2016, der erst im Finale gegen Gastgeber Brasilien um Superstar Neymar gestoppt wurde, war Deutschlands erste Olympia-Teilnahme nach 28 Jahren.

Problem: Freigeist Ödegaard

Zunächst aber gilt die Konzentration dem Norwegen-Spiel. "Wir haben da noch eine Rechnung offen", sagt Tah. Beim Hinspiel in Drammen (1:3) kassierte die U21 ihre bislang einzige Niederlage. Vor allem den 19 Jahre alten Jungstar Martin Ödegaard, derzeit von Real Madrid an Vitesse Arnheim ausgeliehen, bekam die DFB-Auswahl dabei nie in den Griff. "Er ist ein Freigeist auf den Platz, bewegt sich überall. Aber wir haben trotzdem keine Angst vor ihm", sagt Tah.

Vor zwei Jahren verletzte sich der Abwehrspieler unmittelbar vor der EM und verpasste den Titelgewinn. 2019 bietet sich Tah nun eine zweite und gleichzeitig letzte Chance. Also hofft der 22-Jährige in Ingolstadt wie Kuntz auf ein Deja-vu. "Sich für eine EM zu qualifizieren, ist einfach überragend", sagt Tah.

Thema in: Deutschlandfunk, sport aktuell, Freitag, 12.10.2018, ab 22.50 Uhr

sid | Stand: 11.10.2018, 11:41

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