Ragnar Ache – Einstand nach Maß bei der U21

Ragnar Ache im DFB-Trikot

DFB-Junioren

Ragnar Ache – Einstand nach Maß bei der U21

Von Lukas Stellmach

Auch wenn das Spiel verloren ging, hat Fußball-Deutschland beim 2:3 der U21-Junioren gegen Belgien womöglich ein neues Talent entdeckt. Debütant Ragnar Ache zählt zu den positiven Erscheinungen des EM-Qualifikationsspiels gegen Belgien am vergangenen Sonntag (17.11.2019).

Für den Mittelstürmer von Sparta Rotterdam war es die erste Einladung des DFB – und es war nur auf den ersten Blick überraschend. Denn der 21-Jährige spielt eine hervorragende Saison beim Aufsteiger aus der Eredivisie. Beim Tabellenzwölften ist er in dieser Spielzeit gesetzt. Seine Bilanz: fünf Treffer und drei Vorlagen in elf Einsätzen.

In Frankfurt geboren – in Holland ausgebildet

Ache ist in Frankfurt geboren und im Alter von elf Jahren mit seinen Eltern in die Niederlande gezogen. Dort startete er in der Jugend von Sparta Rotterdam und debütierte als 18-Jähriger in der Saison 2017/18. Ein Doppelpack am 3. Spieltag gegen NAC Breda war der vermeintliche Durchbruch: Ache durfte einige Male von Beginn an ran, verlor nach kurzer Zeit aber wieder seinen Stammplatz. Die Zeit danach verlief durchwachsen: Geplagt von Verletzungen kam Ache vor allem bei Spartas Reserve zum Einsatz.

Erst im Frühjahr 2019, als der Absteiger der Vorsaison in der zweitklassigen Keuken Kampionen Divisie wieder Kurs in Richtung Erstklassigkeit nahm, gelang Ache der endgültige Durchbruch im Profifußball. Mit fünf Treffern und zwei Torvorlagen verhalf Ache Sparta zum Einzug in die Aufstiegs-Playoffs.

Überzeugende Leistungen in der Eredivisie

Ache konnte die Form halten, überzeugte gleich zum Liga-Auftakt gegen Feyenoord Rotterdam. Zuletzt traf der 1,87 Meter große Angreifer auch gegen Topklub PSV Eindhoven. Mit fünf Treffern und drei Torvorlagen ist Ache aktuell Topscorer seines Klubs – eine Nominierung für die U21 scheint da nur folgerichtig zu sein.

Ragnar Ache im Trikot von Sparta Rotterdam

Ragnar Ache im Trikot von Sparta Rotterdam

Zumal der 21-Jährige Fähigkeiten mitbringt, die in Deutschland momentan gefragt sind. Gute Athletik, schuss- und kopfballstark, schnell und stark im Dribbling. In Rotterdam wird Ache häufig mit dem Rücken zum Tor angespielt, kann dabei seine Ballkontrolle und Physis nutzen. "Ragnar Ache hat bisher eine starke Saison in der Eredivisie gespielt, weshalb wir ihn gerne besser kennenlernen wollen", sagte U21-Trainer Stefan Kuntz nach Aches Nominierung.

Einige Legionäre bei den Junioren

Der Erfolgscoach folgt damit einem Trend bei den DFB-Junioren: Immer mehr Akteure spielen im Ausland, machen dort erste Erfahrungen und haben häufig die bessere Perspektive auf Spielpraxis. Vier der 23 Akteure vom Wochenende verdienen ihr Geld außerhalb Deutschlands.

Beim ältesten DFB-Nachwuchsteam standen vor allem auf den Offensivpositionen mit Ache und Mërgim Berisha vom SCR Altach aus Österreich zwei Spieler aus ausländischen Ligen im Kader. Dazu war mit Lukas Nmecha ein weiterer Spieler an Bord, der große Teile seiner fußballerischen Ausbildung nicht in Deutschland verbracht hat und erst im Sommer von Manchester Citys U23 zum VfL Wolfsburg wechselte.

Stand: 19.11.2019, 08:30

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