Spitzenklubs mit Plänen zur Super League - UEFA droht Vereinen

Mehrere Spieler im Zweikampf um den Ball

Eliteliga

Spitzenklubs mit Plänen zur Super League - UEFA droht Vereinen

Der Plan einer europäischen Super League im Fußball nimmt offenbar Fahrt auf. Mehrere Topklubs aus England, Spanien und Italien sollen sich bereits auf Punkte geeinigt haben. Die UEFA reagierte in einem Statement empfindlich und rief zum Kampf gegen das Projekt auf.

Kurz vor der Durchsetzung der Reform der Champions League nehmen offenbar die Pläne über eine Super League doch wieder Formen an. Wie mehrere internationale Medien übereinstimmend berichten, hat sich eine Gruppe der reichsten und einflussreichsten Vereine auf die Gründung eines eigenen, externen Elitewettbewerbs geeinigt.

Notfallsitzung in Italien

Angeblich sollen bereits zwölf Vereine eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet haben. Der englischen "Times" zufolge gehören Manchester United, der FC Liverpool, FC Arsenal und FC Chelsea sowie Tottenham Hotspur dazu.

Weitere Abtrünnige sind die spanischen Topteams Real Madrid und der FC Barcelona und aus Italien Juventus Turin und der AC Mailand. Der Nachrichtenagentur AP zufolge warnte die englische Premier League am Sonntag ihre Klubs vor dem Beitritt in eine Superliga und verwies auf die Statuten, die genau das verhindern sollen. Die Führungsspitze der italienischen Serie A soll am Sonntag (18.04.2021) zu einer Notfallsitzung zusammengekommen sein.

Bayern München wohl nicht dabei

Deutsche Teams wie Bayern München sollen ebenso wie der französische Primus Paris St. Germain nicht beteiligt sein. Für die Europäische Fußball-Union (UEFA) kommen die Pläne zur Unzeit.

Reform der Champions League – der Plan, der Streit, die Hintergründe sport inside 18.04.2021 08:43 Min. UT Verfügbar bis 18.04.2022 WDR

Die UEFA wurde von der Konkretisierung der Pläne einer Super League am Sonntag überrascht. Am Nachmittag veröffentlichte der Verband ein gemeinsames Statement mit den Fußballverbänden aus England, Spanien und Italien sowie den jeweiligen Ligen in den Ländern.

Man werde alles tun, um das Projekt zu stoppen, das nur auf dem Interesse einiger weniger Klubs basiere. Man prüfe alle juristischen und sportlichen Mittel, um das zu verhindern. Die Gesellschaft brauche aktuell Solidarität. Fußball basiere auf offenen Wettbewerben - da könne es keinen anderen Weg geben.

"Genug ist genug"

Die UEFA dankte in dem Statement ausdrücklich den Klubs aus Frankreich und Deutschland, die sich gegen die Pläne entschieden haben. Alle Fans, Politiker und Fußball-Liebhaber seien dazu aufgerufen gegen das Projekt zu kämpfen. "Enough is enough" - genug ist genug.

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DFL-Chef Seifert: "Unverantwortlich"

Auch die Deutsche Fußball Liga unterstützt die Kritik der UEFA an den Superliga-Plänen: "Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Top-Klubs in England, Italien und Spanien dürfen nicht die Abschaffung gewachsener Strukturen im gesamten europäischen Fußball zur Folge haben", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Sonntagabend. "Es wäre insbesondere unverantwortlich, die nationalen Ligen als Basis des europäischen Profifußballs auf die Weise irreparabel zu beschädigen." Die DFL lehne jedes Konzept einer Superliga ab.

Fanvereinigung: "Der letzte Nagel im Sarg"

Die europäische Fanvereinigung "Football Supporters Europe" (FSE) kritisiert die Pläne ebenfalls scharf: "Dieser geschlossene Wettbewerb wird der letzte Nagel im Sarg des europäischen Fußballs sein und alles zerstören, was ihn so beliebt und erfolgreich gemacht hat: Belohnung sportlicher Leistungen, Auf- und Abstieg, Qualifikation zu UEFA-Wettbewerben über nationale Erfolge und finanzielle Solidarität", teilte die FSE mit.

Weiter hieß es: "Die einzigen, die davon profitieren, sind Hedge-Fonds, Oligarchen und eine Handvoll bereits reicher Klubs, von denen viele in ihren heimischen Ligen trotz ohnehin vorhandenen Wettbewerbsvorteils schlecht abschneiden. Genug ist genug", so die FSE.

Am Montag (19.04.2021) soll die Reform der Champions League ab der Saison 2024 vom Exekutivkomitee beschlossen werden. Eigentlich sollte dies ein Gegenmittel gegen einen Ausbruch zahlreicher Vereine in eine Super League sein, doch es könnte zu spät kommen.

16 Mitglieder und vier Qualifikanten

Angeblich planen die entsprechenden Klubs schon ab 2022, in eine Super League auszubrechen. Wunschziel soll ein Wettbewerb mit 16 ständigen Mitgliedern und vier Qualifikanten sein. Die Vereine würden in zwei 10er-Gruppen aufgeteilt, wobei sich die vier besten Mannschaften jeder Gruppe für die K.o.-Phase qualifizieren würden, die in einem Finale an einem Wochenende gipfeln würde.

Europäische Super Liga mit Milliarden von der Wall Street? sport inside 04.01.2021 11:50 Min. Verfügbar bis 07.01.2022 WDR Von Matthias Wolf

Zahlreiche finanzkräftige Sponsoren zeigen wohl bereits Interesse an einer Super League, den Vereinen winken bei einer Teilnahme Mehreinnahmen im dreistelligen Millionenbereich. Für die Spieler könnte eine Teilnahme an der Super League aber folgenreich werden. Die FIFA kündigte bereits Anfang des Jahres an, dass ein derartiger Wettbewerb nicht anerkannt werden würde und dort antretende Spieler nicht mehr an FIFA-Wettbewerben wie Weltmeisterschaften teilnehmen dürften.

red/sid | Stand: 18.04.2021, 16:46

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