Supercup - FC Bayern als Gradmesser für Sevillas Titelträume

Sevilla jubelt

Partie in Budapest

Supercup - FC Bayern als Gradmesser für Sevillas Titelträume

Der FC Bayern spielt gegen den FC Sevilla um den europäischen Supercup und trifft damit auf ein Team, das in dieser Saison auf die spanische Meisterschaft schielt. Die Münchner sind für die Andalusier deshalb ein echter Gradmesser.

Barcelona im Umbruch und geplagt vom Sommer-Theater um Lionel Messi, Real Madrid noch ohne echte Verstärkungen: Der FC Sevilla macht sich leise Hoffnungen auf den Gewinn der spanischen Meisterschaft - auch wenn das beim Klub aus Andalusien niemand laut sagt.

In der vergangenen Saison landete das Team punktgleich mit Atlético Madrid auf Platz vier und war damit mit einem der "großen Drei" in Spanien schon auf Augenhöhe. Meister Real Madrid und Vizemeister FC Barcelona waren zwar punktemäßig weit entfernt, doch ob das in dieser Spielzeit auch so sein wird, ist fraglich. Barça befindet sich unter seinem neuen Trainer Ronald Koeman im Umbruch und ist immer noch mit dem Fast-Abschied von Kapitän Messi beschäftigt, Real hat auf dem Transfermarkt bisher noch keinen einzigen Euro ausgegeben. Zum Start kamen die "Königlichen" nur zu einem müden 0:0 in San Sebastian.

Rodríguez und Rakitic neu dabei

Sevilla dagegen hat sich unter anderem mit Linksverteidiger Marcos Acuña von Sporting Lissabon und mit Mittelfeldmann Óscar Rodríguez von Real Madrid verstärkt. Zudem kehrt Ivan Rakitic vom FC Barcelona nach Sevilla zurück.

Rodríguez verstärkt die ohnehin gut besetzte Offensive mit den Flügelflitzern Lucas Ocampos und Suso, Mittelstürmer Luuk de Jong und Außenbahnmann Munir El Haddadi. Durch Rakitic verfügt Sevilla im Mittelfeld neben Kapitän und Weltmeister Jesús Navas jetzt über sehr viel Erfahrung. Einen prominenten Abgang gab es nicht.

Für Furore gesorgt

Das Spiel gegen die Bayern in Budapest ist für Sevilla ein Kaltstart. Wegen der verlängerten Saison hatte das Team von Trainer Julen Lopetegui am ersten Spieltag frei. Was die "Sevillistas" international zu leisten imstande sind, ist bekannt.

Supercup in Budapest - die Fans im Zwiespalt

Sportschau 22.09.2020 02:16 Min. Verfügbar bis 22.09.2021 ARD Von Taufig Khalil

In der Endrunde der Europa League schalteten sie AS Rom, die Wolverhampton Wanderers und Manchester United aus. Im Endspiel gelang ein 3:2-Erfolg gegen Inter Mailand und somit bereits der sechste Titel im zweitwichtigsten europäischen Vereinswettbewerb, in dem die Andalusier Rekordsieger sind. Wegen des Erfolges treten sie in dieser Saison wie die Bayern in der Champions League an.

Intensives und frühes Pressing

Wer Real Madrid und dem FC Barcelona Paroli bieten will, dem kommt der FC Bayern gerade recht. Der Triple-Sieger, der mit einem 8:0-Sieg gegen den FC Schalke in die Saison gestartet ist, ist ein echter Gradmesser. Für die Bayern war es der 22. Sieg in Folge, Sevilla ist aber auch seit 21 Partien ungeschlagen. Es könnte eine sehr kurzweilige Partie werden. Coach Julen Lopetegui setzt genau wie Bayern-Trainer Hansi Flick auf intensives und frühes Pressing.

Dementsprechend groß ist der gegenseitige Respekt. "Das wird eine schwierige Aufgabe für uns", sagt Flick. "Wir spielen ohne Zweifel gegen das aktuell beste Team der Welt, aber wir werden uns trotzdem mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln wehren", erklärte Lopetegui.

Auftrieb für die heimische Liga?

Ein Erfolg gegen die Bayern würde mächtig Auftrieb geben für die heimische Liga. Um dort am Ende oben zu stehen, muss allerdings viel zusammenpassen. Mit dem FC Valencia wurde 2004 zum bisher letzten Mal ein Team spanischer Meister, das nicht aus Madrid oder Barcelona kam.

red/vdv | Stand: 23.09.2020, 08:00

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