Edin Dzeko - der Alte trifft jetzt für den Meister

Debrecen Edin Dzeko von AS Rom (mitte)

Start der Serie A

Edin Dzeko - der Alte trifft jetzt für den Meister

Von Marcus Bark

Die Serie A startet. Titelverteidiger ist Inter Mailand, das in Romelu Lukaku einen Starstürmer verloren hat. Als Ersatz hat Inter den 35 Jahren alten Edin Dzeko geholt. Einen, der immer trifft.

Die Scoutingabteilungen bei Profifußballklubs werden immer größer und vermutlich auch besser. Sie reißen Hunderttausende von Kilometern ab, um Talente zu finden, zu sichten, zu bewerten. Manchmal werden Fußballer aber auch ohne großen Aufwand gescoutet. Da reicht es, Fernsehen zu gucken und Tageszeitungen zu lesen.

Inter Mailand etwa ist so verfahren, als es galt, einen Ersatz für Romelu Lukaku zu finden. Der belgische Nationalspieler folgte dem Ruf von Thomas Tuchel und wechselte vom italienischen Meister zum FC Chelsea. Der Gewinner der Champions League zahlt angeblich 115 Millionen Euro für Lukaku.

Ein Prozent der Ablöse Lukakus

Wenn es stimmt, was die italienische Zeitung "Corriere dello Sport" schreibt, reicht Inter nur gut ein Prozent dieser Summe für Edin Dzeko an die AS Rom weiter.

Dzeko ist im März 35 Jahre alt geworden, und sein Vertrag beim neuen Klub von Trainer José Mourinho war nur noch bis Sommer 2022 gültig, aber dieser Preis ist trotzdem ein Schnäppchen, auf das manch anderer Verein stolz sein würde.

Erstes Tor vor der Verpflichtung

Garantien, dass ein Torjäger trifft, kann niemand geben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Dzeko nicht trifft, ist verschwindend gering. Für Inter traf Dzeko schon, bevor er offiziell als Neuzugang vorgestellt worden war - in einem Testspiel gegen Dynamo Kiew. Am Samstag (21.08.2021) wird es ernst für den Meister, die Titelverteidigung in der Serie A beginnt mit einem Heimspiel gegen FC Genua.

Edin Dzeko in Zahlen
VereinWettbewerbSpieleTore
VfL Wolfsburg (2007 bis 2011)Bundesliga11166
Champions League64
Manchester City (2011 bis 2015)Premier League13050
Champions League243
AS Rom (2015 bis 2021)Serie A19985
Champions League2515

Meister mit dem VfL Wolfsburg und Manchester City

Meister ist Dzeko schon dreimal geworden. Das erste Mal gelang es ihm in Deutschland. Zusammen mit seinem kongenialen Partner Grafite feierte er 2009 den Titel mit dem VfL Wolfsburg. Knapp zwei Jahre zuvor hatte ihn Trainer Felix Magath vom tschechischen Klub FK Teplice verpflichtet.

Als Dzeko mit Wolfsburg Meister wurde Sportschau 19.08.2021 00:41 Min. Verfügbar bis 19.08.2022 Das Erste

In Wolfsburg, wie auch bei seinen späteren Stationen Manchester City und AS Rom, benötigte Edin Dzeko ein bisschen Zeit, bis er regelmäßig traf. Auch in der Meistersaison lief es beim bosnischen Nationalspieler langsam an - wie bei der gesamten Mannschaft. Dzeko traf in der Hinrunde nur fünfmal, die Wolfsburger belegten den neunten Platz. In der Rückrunde wurden es dann 21 Tore, zusammen mit dem Brasilianer Grafite kam er insgesamt auf 54 Treffer in der Meistersaison.

Rekordablöse

Edin Dzeko lacht im Nations League Spiel Italien gegen Bosnien und Herzegowina

Mit der Nationalmannschaft Bosniens spielte Dzeko bei der WM 2014.

Für die damalige Bundesligarekordsumme von 34 Millionen Euro wechselte Dzeko in der Winterpause der Saison 2010/11 zu Manchester City. Gleich in der ersten Saison gewann er mit den inzwischen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierten "Skyblues" den FA Cup, ein Jahr später schnappte City dem Stadtrivalen United in einem dramatischen Saisonfinale noch die Meisterschaft weg. Es folgte ein weiterer Titel 2014.

Aber City kaufte für viel Geld viel ein, auch andere Stürmer. Dzeko kam seltener zum Einsatz, er wechselte 2015 zur AS Rom.

Torjägerkanone

Mit dem Klub aus der italienischen Hauptstadt gewann er nie einen Titel. Aber eine persönliche Auszeichnung sprang heraus. In der Saison 2016/17 - die Roma belegte den zweiten Platz in der Serie A - sicherte sich Dzeko mit 29 Treffern die Torjägerkanone.

"Wenn ein Trainer sich einen Stürmer machen könnte, dann würde ich mir einen Dzeko machen. Er ist der perfekte Prototyp: stark, groß, schnell für seine Größe, aggressiv, und er hat eine gute Technik", sagte Roms ehemaliger Trainer Luciano Spalletti mal über seinen Mittelstürmer.

Bernd Hollerbach hatte das als Scout schon 2007 gesehen. Der damalige Assistent von Felix Magath riet seinem Chef: "Schnell verpflichten, ein Juwel." Ein Juwel, das mit 35 Jahren noch gut genug ist, um beim italienischen Meister Tore zu schießen.

Stand: 20.08.2021, 08:10

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