Dank Mourinho - Die Roma darf wieder träumen

Mourinho feiert mit Roger Ibanez (L) and Matias Vina das 2:1 kurz vor Schluss

Fußball | Serie A

Dank Mourinho - Die Roma darf wieder träumen

Von Christian Mixa

Jose Mourinho hat als Trainer bei AS Rom einen makellosen Start hingelegt. Bei dem seit langem kriselnden italienischen Fußballklub hat der Portugiese neue Zuversicht ausgelöst.

Der Moment, an dem Jose Mourinho endgültig bei der Roma angekommen war, ereignete sich am vergangenen Wochenende. Stürmer Stephan El Shaarawy traf im Spiel gegen Sassuolo in der Nachspielzeit zum Sieg.

Die anschließende Ekstase im Olympiastadion erfasste auch seinen Trainer: Mourinho sprintete die Seitenlinie entlang bis zur Curva Sud, wo er mit Spielern und Fans feierte. Solch exzessiver Jubel ist ja auch ein Markenzeichen des Star-Trainers.

Mourinho: Sieg im 1000. Spiel als Trainer

Es war in jedem Fall ein besonderer Sieg für Mourinho. Es war das 1000. Spiel seiner Trainer-Karriere: "Es war ein besonderes Spiel, diese Zahl bedeutet mir wirklich viel", sagte Mourinho. "Ich werde immer an diesen Tag zurückdenken. Ich hatte riesige Angst davor, ausgerechnet dieses Spiel zu verlieren, das hätte mich für immer verfolgt.

Mourinho versprüht immer noch gerne Siegermentalität, obwohl sein bisher letzter Titelgewinn nun auch schon vier Jahre zurück liegt - der Europa-League-Titel mit Manchester United. Den Erfolg soll er nun auch bei AS Rom wieder zurückbringen: Der bisher letzte Titel, den die Römer gewinnen konnten, war 2008 der italienische Pokal. Die bislang letzte Meisterschaft liegt sogar schon 20 Jahre zurück.

Kräftig in den Kader investiert

Doch die US-amerikanische Friedkin Group, seit vergangenem Jahr Haupteigner des Klubs, hat im Sommer kräftig in den Kader investiert: Unter anderem kam Tammy Abraham für rund 40 Millionen Euro vom FC Chelsea. Laut einschlägiger Meldungen gaben die Römer insgesamt 98 Millionen Euro für neue Spieler aus - Dimensionen, die man sonst eher aus der Premier League kennt, nicht aber aus der Serie A.  

Auch der neu verpflichtete Star-Coach soll der bestbezahlte Trainer der italienischen Liga sein. Wobei die Hälfte von Mourinhos kolportiertem Jahresgehalt von 16 Millionen Euro von seinem Ex-Klub aus Tottenham kommt. In Italien genießt Mourinho immer noch einen ausgezeichneten Ruf, seitdem er Inter Mailand 2010 zum Triple-Gewinn geführt hatte.

Wandbild von "The Special One"

Ähnlich wie das vor seiner Ankunft darbende Inter Mailand soll Mourinho nun auch die Roma wieder wachküssen. In der Hauptstadt wurde die Nachricht seiner Verpflichtung euphorisch aufgenommen und "The Special One" gleich eingemeindet.

Jose Mourinho auf einer Vespa als Street Art

Ein Street-Art-Künstler verewigte den neuen Roma-Coach auf einer Hauswand im Stadtteil Testaccio, das Bild zeigt Mourinho mit Roma-Schal auf einem alten Vespa-Modell, das in Italien als "Il Specialino" bekannt ist.

Da war sie wieder, die besondere Aura des Portugiesen. Oder wie Mourinho es selbst formulierte in einem Interview mit dem italienischen GQ-Magazin: "Die Leute sehen mich und haben nur einen Gedanken: ein Gewinner."

Mourinho: "Erfolge werden kommen"

Damit spielte Mourinho auch an die hohen Erwartungen an, die mit seiner Ankunft in Rom verbunden sind. Der Portugiese bat die Fans um Geduld und erinnerte daran, dass die Roma sich zuletzt in der Serie A mit jedem Jahr etwas mehr aus dem Kreis der Titelkandidaten verabschiedet hatte.

Zuletzt reichte es gerade einmal für die Qualifikation zur Europa Conference League. Der Umbau benötige mehr Zeit, sagte Mourinho bei seinem Amtsantritt. "Die Erfolge werden kommen, hoffentlich noch während ich hier bin. Aber wir gehen einen Schritt nach dem anderen."

Sechs Siege aus sechs Spielen

Der Start in die Saison verlief bereits vielversprechend. Rom hat alle sechs Pflichtspiele gewinnen können, am Donnerstagabend (16.09.2021) gab es in der Conference League ein 5:1-Torfestival gegen Sofia.

In der Serie A ist Rom nach drei Siegen zum Auftakt Tabellenführer, auch wenn die Spiele gegen die großen Namen noch kommen. Doch schon jetzt zeigt das Team ein anderes Gesicht. Was auch damit zusammenhängen könnte, dass "Altlasten" wie Edin Dzeko und Pedro nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen.

Spinazzola: "Großartiger Einfluss"

EM-Held Leonardo Spinazzola zeigte sich schon nach den ersten Wochen mit dem neuen Coach begeistert und lobte Mous "großartigen Einfluss" auf die Mannschaft. Auch Ex-Nationalspieler Shaarawy, der zuletzt in China versauert war, trifft auf einmal wieder.

Schon blühen in Rom die ersten kühnen Vergleiche, der eigentlich schon abgeschriebene Shaarawy könnte einen ähnlichen Aufschwung erleben wie einst Diego Milito während Mourinhos Zeit bei Inter. Geträumt werden darf auf jeden Fall wieder in Rom.

Stand: 17.09.2021, 14:00

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