Fußball | Serie A Serie A: Napoli gegen Inter - die heiße Phase in Italien beginnt

Stand: 10.02.2022 13:00 Uhr

Anders als in der Fußball-Bundesliga zeichnet sich in der italienischen Serie A ein sehr spannendes Saisonfinale um den Titelgewinn ab.

Von Jens Mickler

An diesem Wochenende (Samstag, 12.2.2022, 18 Uhr) kommt es zum Spitzenspiel SSC Neapel gegen Inter Mailand. Und da kommt Neapel die Rückkehr von Victor Osimhen gerade recht. Der Torjäger aus Nigeria, im Sommer 2020 für 60 Millionen Euro von Lille in Italiens Süd-Metropole gewechselt, könnte zum entscheidenden Faktor im Meisterschaftskampf der Serie A werden.

Osimhen hatte sich Ende November schwer verletzt. Der 23-jährige Sturmtank zog sich ausgerechnet im Topspiel bei Inter Mailand (2:3) mehrere Brüche an Jochbein und Augenhöhle zu und sollte monatelang ausfallen. Für die Società Sportiva Calcio ein schmerzhafter Verlust.

Osimhen, vor fünf Jahren auch mal beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, zählte vergangene Saison zu Napolis besten Torschützen (10 Treffer in 24 Spielen). Auch in dieser Hinrunde hatte er eine gute Quote (14/6).

Dezember-Niederlagen warfen SSC Neapel zurück

Der Verein kündigte zunächst eine Ausfallzeit von drei Monaten an, doch schon Mitte Januar, also nach knapp acht Wochen, stand Osimhen wieder auf dem Platz. Aufatmen beim Team von Trainer Luciano Spaletti: Als Osimhen im Dezember fehlte, hatte es drei unerwartete Heimniederlagen gegeben - die Tabellenführung war weg.

Am vergangenen Wochenende trug sich der Afrikaner beim 2:0 in Venedig wieder in die Torschützenliste ein und dürfte auch an diesem Samstag wieder in der Startelf stehen, wenn Neapel den FC Internazionale zum Rückspiel im Stadion Diego Armando Maradona erwartet.

Serie A: Victor Osimhen und Giovanni di Lorenzo vom SSC Neapel

Victor Osimhen und Giovanni di Lorenzo vom SSC Neapel

Wird es noch ein Vierkampf?

SSC Neapel gegen Inter Mailand - das ist so etwas wie der Auftakt in das Saisonfinale der Serie A. Der Meisterschaftskampf in Italiens höchster Spielklasse ist so spannend wie lange nicht mehr. Inter (23 Spiele/53 Punkte), SSC Neapel (24 Spiele/52 Punkte) und AC Mailand (24 Spiele/52 Punkte) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze.

Und abschreiben sollte man auch Juventus Turin (24 Spiele/45 Punkte) nicht. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 1961 ist die "Alte Dame" wieder in der Spur.

Serie A - Juventus Turin in der Krise

Jörg Seisselberg, Sportschau, 22.09.2021 12:45 Uhr

Juve hat sich im Winter ordentlich verstärkt, unter anderem mit Mittelstürmer Dusan Vlahovic vom FC Florenz für rund 80 Millionen Euro und Mittelfeldspieler Dennis Zakaria von Borussia Mönchengladbach (8,6 Millionen). So könnte aus dem Dreikampf auch noch ein Vierkampf werden.

Erst am vergangenen Spieltag hatte der AC Milan für einen Paukenschlag gesorgt, als man im Mailänder Derby mit 2:1 triumphierte. Für Inter war es die erste - allerdings unverdiente - Niederlage nach 14 unbesiegten Spielen in der Serie A.

Für Inter steht also das zweite Spitzenspiel in Folge an, und Trainer Simone Inzaghi - er kam im Sommer von Lazio Rom - muss zeigen, dass er das Zeug zum Meistertrainer hat. Die vergangene Saison hatte Inter klar dominiert und war am Ende mit zwölf Punkten Vorsprung italienischer Meister geworden.

Serie A: Edin Dzeko und Alexis Sanchez von Inter

Edin Dzeko (links) und Alexis Sanchez von Inter

Abschiedsgeschenk für Lorenzo Insigne?

So klar dürfte es diesmal nicht werden, auch wenn Inter mit den ehemaligen Bundesligastars Edin Dzeko, Ivan Perisic, Arturo Vidal und Hakan Calhanoglu (im Winter kam Nationalspieler Robin Gosens dazu) alles dransetzen wird und seinen insgesamt 20. Meistertitel holen will.

Aber auch Napoli träumt natürlich vom großen Coup und dem Gewinn der ersten Meisterschaft seit Diego Maradonas großen Zeiten im Jahr 1990. Für Vereinsikone Lorenzo Insigne wäre es ein gebührender Abschied. Der gebürtige Neapolitaner verlässt den Klub nach Ende der Saison und zehn Jahren im blauen Trikot in Richtung FC Toronto in die Major League Soccer, wo er kürzlich einen fürstlich dotierten Vier-Jahres-Vertrag untesrchrieben hat.