Als Ersatz für Agnelli - Rummenigge vor Rückkehr ins UEFA-Exekutivkomitee

Karl-Heinz Rummenigge ist der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München.

Super League

Als Ersatz für Agnelli - Rummenigge vor Rückkehr ins UEFA-Exekutivkomitee

Karl-Heinz Rummenigge steht kurz vor der Rückkehr ins Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA. Der Vorstandschef des FC Bayern soll in seiner Funktion als Ehrenvorsitzender der Klub-Vereinigung ECA den vakanten Platz des Italieners Andrea Agnelli einnehmen, wie die ECA mitteilte.

Agnelli war als einer der Hauptverantwortlichen für die neue Super League in der Nacht zum Montag bei der UEFA zur Persona non grata geworden. Auch die ECA hat sich gegen die Super League positioniert, deren Gründungsmitglied Juve ist. Der UEFA-Kongress beschäftigt sich am Dienstag (20.04.2021) mit der Besetzung der Exekutive. Am Freitag tagt dann das Exekutivkomitee der UEFA - womöglich fällt eine Entscheidung über die Neubesetzung auch dann erst.

"Die größte Enttäuschung von allen"

UEFA-Präsident Ceferin ließ jedenfalls kein gutes Haar an Agnelli. "Er ist die größte Enttäuschungen von allen. Ich habe noch nie eine Person getroffen, die so viel gelogen hat", sagte Ceferin. In seiner Rolle als Chef der ECA war Agnelli maßgeblich an den Planungen zur Reform der Champions League beteiligt.

Reform der Champions League – der Plan, der Streit, die Hintergründe sport inside 18.04.2021 08:43 Min. UT Verfügbar bis 18.04.2022 WDR

Rummenigge war schon einmal bei der ECA

Zu Rummenigge scheint das Verhältnis deutlich besser. Der Bayern-Chef war seit der Gründung der einflussreichen Klub-Vereinigung 2008 bis September 2017 ECA-Chef, ehe er von Agnelli beerbt wurde. Ceferin würdigte den früheren deutschen Nationalspieler bei dessen Abschied vor viereinhalb Jahren für die großen Verdienste. "Sie haben die Klubs zusammengebracht - das ist einer der größten Erfolge ihrer ruhmreichen Karriere", sagte der Slowene damals zu Rummenigge. Derzeit könnte die Spaltung im europäischen Klub-Fußball kaum größer sein.

Durch die Berufung Rummenigges würden dann aller Voraussicht nach wieder zwei deutsche Vertreter im wichtigsten Gremium des Dachverbandes sitzen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch steht kurz vor seiner Wiederwahl, er ist einer von neun Kandidaten für acht reguläre UEFA-Plätze im Exekutivkomitee. Zweiter ECA-Vertreter ist Nasser Al-Khelaifi, Präsident des französischen Meisters Paris Saint-Germain, den seit Sonntagnacht zumindest vorerst die kritische Haltung zur Super League mit Rummenigge verbindet.

Rummenigge: Bayern nicht an Planungen einer Super League beteiligt

Die Bayern und PSG sind die größten Klubs, die bislang nicht zu den Gründern des neuen, milliardenschweren Wettbewerbs gehören - im Gegensatz zu beispielsweise den Nobelklubs Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, Manchester City und Juventus Turin, dem Verein von Agnelli. "Der FC Bayern hat sich an den Planungen einer Super League nicht beteiligt", hatte Rummenigge klargestellt. "Wir sind davon überzeugt, dass die aktuelle Statik im Fußball eine seriöse Basis garantiert."

An einen wirtschaftlichen Erfolg der Super League mag Rummenigge nicht glauben. "Ich glaube nicht, dass die Super League die finanziellen Probleme der europäischen Klubs lösen wird, die durch Corona entstanden sind", sagte er in einer Mitteilung. Zugleich begrüßte Rummenigge die von der UEFA beschlossene Champions-League-Reform inklusive der Ausweitung des Spielkalenders, "weil wir glauben, dass sie für die Entwicklung des europäischen Fußballs der richtige Schritt sind. Die modifizierte Vorrunde wird zu mehr Spannung und Emotionalität im Wettbewerb beitragen."

Anstelle der Pläne für eine Super League forderte Rummenigge alle Vereine in Europa zu solidarischem Handeln auf, "dass die Kostenstruktur, insbesondere die Spielergehälter und die Honorare für die Berater, den Einnahmen angepasst werden, um den gesamten europäischen Fußball rationaler zu gestalten", wie er zitiert wurde.

dpa/sid | Stand: 19.04.2021, 22:12

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