DFB nennt Datum für den Umbau des Kinder-Spielbetriebs

Streit um Minitore: Umstrittene Reform des Kinderfußballs sport inside 14.03.2021 08:55 Min. Verfügbar bis 14.03.2022 WDR

DFB will neue Spielformen in der E-, F- und G-Jugend

DFB nennt Datum für den Umbau des Kinder-Spielbetriebs

Von Volker Schulte

Das Ende der traditionellen Vereinsduelle im Kinderfußball rückt näher: Der Deutsche Fußball-Bund nennt in einem internen Papier ein Datum, zu dem neue Spielformen mit Kleinfeldern möglichst der Regelspielbetrieb werden sollen. Von der Basis kommt Kritik.

Ein völlig anderer Spielbetrieb bei den E-, F- und G-Junioren, also bei den Kindern bis elf Jahren: Das ist schon länger der Plan des DFB. 2019 hat er einen entsprechenden Leitfaden für flexible Spielfeste herausgegeben. "So schnell wie möglich, aber auch so nachhaltig wie möglich" sollten diese neuen Spielformen in allen Kreisen und Landesverbänden eingeführt werden, sagte Markus Hirte im Sommer 2020 zu Sport inside. Als Leiter der Talentförderung spielt er eine zentrale Rolle bei den Bemühungen des DFB.

Auf einen Zeitplan für die Einführung als Regelspielbetrieb wollte sich Hirte damals nicht festlegen. Aus dem internen DFB-Konzept "Projekt Zukunft", das Sport inside vorliegt, geht nun aber ein Datum hervor. Darin ist von einer flächendeckenden Einführung ab der Saison 2023/24 zu lesen - "in enger Abstimmung mit den Landesverbänden".

Einführung auch schon vor 2023/24 denkbar

Das Thema ist für den DFB sensibel, weil der Dachverband den Spielbetrieb des Kinderfußball nicht selbst organisiert, sondern seine Landes-, Kreis- und Stadtverbände. In allen 21 Landesverbänden laufen zwar schon Pilotprojekte mit den neuen Spielformen. Doch in vielen Landstrichen dominieren weiterhin die Vereinsduelle mit festen Teamgrößen - und die Skepsis ist an der Basis weiterhin groß..

Bei dem Datum "handelt es sich um ein Ziel, keinen verbindlichen Zeitpunkt", sagt Hirte auf Sport-inside-Anfrage. Deshalb habe der DFB das Datum bisher nur intern kommuniziert. Er sei zuversichtlich, dass sich spätestens bis dahin die neuen Spielformen flächendeckend durchgesetzt haben. "Wenn Akzeptanz und Rahmenbedingungen es erlauben, ist eine Umstellung der Wettbewerbsform theoretisch auch vorher möglich."

Kritik am traditionellen System

Die Befürworter der Reform argumentieren mit zahlreichen Mängeln des traditionellen Spielbetriebs. Dass Kinder beispielsweise wegen der festen Teamgrößen zu Hause bleiben müssen, will der DFB mit flexiblen Spielfesten auf mehreren Kleinfeldern verhindern. Kleine Teams und vier Minitore sollen allen Mädchen und Jungen mehr Ballaktionen und Erfolgserlebnisse ermöglichen. Je älter die Kinder werden, desto größer werden die Teams und desto öfter sind auch große Jugendtore mit Torhütern involviert.

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Kritik an der Reform

An der Basis gibt es allerdings Kritik, vielen Trainern und Eltern sind die Änderungen zu gravierend. "Die beim DFB denken, sie haben den Fußball neu erfunden. Das ist der falsche Weg", sagt zum Beispiel Dirk Bittighofer, Jugendtrainer in Berlin und Brandenburg. Selbst wenn die neuen Spielformen der Regelbetrieb sind, werden einige weiter auf die klassischen Vereinsduelle setzen, vermutet er. "Es kann passieren, dass dann Schwarzligen entstehen, in denen sich die Vereine selbst organisieren."

Markus Hirte vom DFB glaubt, dass dies höchstens in Einzelfällen geschehen würde. "Die positiven Erfahrungen mit den neuen Wettbewerbsformen und die Begeisterung der Kinder werden das minimieren."

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