Premier-League-Klubs stellen keine Spieler ab

Spielt mit Ägypten um ein WM-Ticket: Liverpool-Star Mohamed Salah.

Britische Corona-Bestimmungen

Premier-League-Klubs stellen keine Spieler ab

Die Clubs der Premier League werden keine Spieler für WM-Qualifikationsspiele in jene Länder abstellen, die wegen der Corona-Pandemie auf der so genannten Roten Liste der britischen Regierung stehen. Zuerst hatte der FC Liverpool seinem Stürmer Mohamed Salah eine Reise zum ägyptischen Nationalteam verboten.

"Widerstrebend, aber einstimmig" hätten die Vereine der Premier League eine Verweigerung der Freigabe am Dienstag (24.08.2021) beschlossen, teilte der Ligaverband mit. Die Entscheidung betrifft den Angaben zufolge fast 60 Spieler aus 19 englischen Clubs, die im September in 26 Länder der Roten Liste reisen sollten.

Auf der Roten Liste stehen überwiegend Länder in Südamerika und Afrika. Einreisende aus diesen Ländern müssen sich für zehn Tage in Hotel-Quarantäne begeben. Die nächsten Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft in Katar finden vom 2. bis 10. September statt.

Öffentliche Gesundheit ist vorrangig

Im Vorfeld der Entscheidung seien umfangreiche Gespräche sowohl mit dem nationalen Fußball-Verband (FA) als auch mit der Regierung mit dem Ziel von Ausnahmegenehmigungen geführt worden. "Aber aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit in Bezug auf ankommende Reisende aus Ländern der Roten Liste wurde keine Ausnahme gewährt", teilte die Premier League mit.

Die Clubs argumentieren nun, dass eine Zehn-Tage-Quarantäne nicht nur das Wohlergehen und die Fitness der Spieler erheblich beeinträchtigen würden. Sie stünden zudem nicht für die Vorbereitung auf zwei Spieltage der Meisterschaft, einen Europacup-Spieltag und die 3. Runde im nationalen EFL-Pokal zur Verfügung.

"Die Clubs der Premier League haben immer den Wunsch ihrer Spieler unterstützt, ihr Land zu vertreten - dies ist für alle Beteiligten eine Frage des Stolzes", sagte Geschäftsführer Richard Masters. Unter diesen Umständen aber es sei unzumutbar, Spieler freizugeben.

Liverpool verweigerte Salah als Erstem die Freigabe

Der FC Liverpool hatte diese Entscheidung bei Mohamed Salah bereits am Montag getroffen. "Der Verband wurde von Liverpool darüber informiert, dass sie es bedauern, dass Mohamed Salah nicht in der Lage sein wird, mit der Nationalmannschaft an den Spielen gegen Angola in Kairo und Gabun in Franceville teilzunehmen", teilte Ägyptens Verband EFA in einer Erklärung in den sozialen Medien mit.

Im Juli hatte sich Liverpool bereits geweigert, Salah für das Fußballturnier bei den Olympischen Spielen freizugeben, bei dem Ägypten im Viertelfinale am späteren Goldmedaillengewinner Brasilien scheiterte.

Auch Brasilianer laut Medienberichten betroffen

Britische Medien hatten zudem berichtet, dass die "Reds" sich auch weigerten, Fabinho, Roberto Firmino und Alisson Becker für die drei anstehenden WM-Qualifikationsspiele der brasilianischen Nationalmannschaft freizugeben. Auch Brasilien steht auf der Roten Liste der britischen Regierung.

dpa/sid | Stand: 24.08.2021, 21:10

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