Gute Stimmung, Randale und Corona-Verstöße bei Fan-Rückkehr

Mit Pyro, ohne Abstand: Hansa-Fans feiern den Rostocker Aufstieg in die 2. Liga.

Letzter Spieltag

Gute Stimmung, Randale und Corona-Verstöße bei Fan-Rückkehr

Am letzten Spieltag drängten die Fußball-Fans zurück ins Bild. In den ersten Stadien waren wieder Zuschauer zugelassen, im Kampf um Aufstieg und Klassenerhalt kochten vor den Arenen die Emotionen hoch.

Tausende Fans auf den Straßen, wenig Abstand und Masken und sogar Zuschauer in einigen Arenen - der Profifußball hat sich am letzten Spieltag der Saison einer vertrauten Normalität aus der Zeit vor Corona genähert.

Corona-Regeln oft missachtet

Begleitet wurden die emotionalen Bilder von Aufstiegslust und Abstiegstrauer einmal mehr aber auch von Krawallen mit Pyrotechnik, verletzten Fans und Polizisten und einer Serie von Festnahmen. An den Brennpunkten Bremen, Köln, Berlin, Rostock, Ingolstadt und Dresden wurde bei Fan-Aufläufen zudem reihenweise gegen Corona-Regeln verstoßen - wohl auch ein Ausdruck der allgemeinen Lockerungsübungen im pandemiemüden Deutschland.

Als Signal der Hoffnung wertete Union Berlins Präsident Dirk Zingler die Rückkehr von 2.000 Zuschauern ins Stadion An der Alten Försterei. "Wir fühlen uns wohl damit", sagte der Vereinschef bei "Sky" und betonte: "Die Vereine sind gut gerüstet, dass die Menschen wieder zurückkommen." Erstmals seit fast sieben Monaten fanden wieder Fans Einlass in die Köpenicker Arena. Dass bei der anschließenden Feier über den sportlichen Erfolg dann eben jene Fans teilweise ohne Masken dicht gedrängt zusammen standen und die Mannschaft feierten, ignorierte man bei den "Eisernen" dann aber offenbar.

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250 Fans in München

Meister FC Bayern München durfte beim Saisonabschluss sogar erstmals seit März 2020 wieder einige Zuschauer in der Arena begrüßen. Statt 75.000 waren es diesmal zwar nur 250, aber Münchens scheidender Coach Hansi Flick sagte trotzdem: "Das hat gut getan." Zugang gab es nur mit negativem Corona-Test oder nachgewiesener Impfung, auf der Tribüne galt Maskenpflicht. Ein erster Testlauf war das womöglich auch für die EM-Spiele in München, wenn im Juni die deutsche Mannschaft vor zumindest 14.500 Zuschauern auflaufen könnte.

Randale in Rostock und Köln

Die größte Kulisse des Wochenendes durfte indes der FC Hansa Rostock begrüßen. 7.500 Menschen waren beim Zweitliga-Aufstieg der Gastgeber im Ostseestadion dabei. "Es ist ein richtig geiles Gefühl. Mit den Verrückten hier zu feiern, ist unglaublich", schwärmte Hansa-Profi Lukas Scherff. Danach feierten 6.000 Rostocker Fans auf dem Neuen Markt dicht gedrängt die Rückkehr in die 2. Liga nach neun Jahren, Maskenträger waren wie schon im Stadion in der Minderheit.

In der Nacht kam es dann zu Ausschreitungen, aus einer Gruppe von 250 Randalierern wurden Polizei und Feuerwehr mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen angegriffen. Ähnliche Szenen spielten sich in Köln ab. Nachdem sich der 1. FC Köln durch ein 1:0 gegen den FC Schalke 04 in die Bundesliga-Relegation gerettet hatte, erlitten Polizisten und Fans bei Auseinandersetzungen Platzwunden, Schnittverletzungen und Knalltraumata. Auch ein WDR-Mitarbeiter wurde attackiert und verletzt. Mehrere Krawallmacher wurden in Gewahrsam genommen.

Pyrotechnik in Krefeld

Am Rande des Drittliga-Spiels zwischen dem FC Ingolstadt und dem TSV 1860 München wurden zehn Fans festgenommen - überwiegend Münchner. Auch hier war mit Pyrotechnik geworfen worden. In Krefeld wurde bei den Feiern zum Klassenverbleib des Drittligisten KFC Uerdingen eine Person von einem in den Mannschaftsbus geworfenen Rauchtopf leicht verletzt. Friedlich blieb es nach den schweren Randalen der Vorwoche diesmal in Dresden, wo Zweitliga-Aufsteiger Dynamo von rund 1.000 Fans mit Bengalos empfangen wurde.

Rund 1.500 Fans hatten sich auch am Weserstadion versammelt, um das Team von Werder Bremen auf die entscheidende Partie gegen Borussia Mönchengladbach einzuschwören. Nach der 2:4-Pleite entlud sich bei einigen der Frust in Aggressionen. Die "unheimliche Verbundenheit" der Anhänger, die Werder-Interimstrainer Thomas Schaaf verspürte, half im Kampf gegen den ersten Abstieg seit 41 Jahren nichts.

dpa/red | Stand: 23.05.2021, 13:29

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