Deutschland verliert auch in Frankreich

Nations League

Deutschland verliert auch in Frankreich

Von Jörg Strohschein

Der Abstieg aus der Nations League ist für die deutsche Nationalmannschaft nach der Niederlage bei Weltmeister Frankreich kaum noch zu verhindern. Dabei zeigte sich das neu formierte Team von Bundestrainer Joachim Löw deutlich verbessert.

Toni Kroos (l) und Nico Schulz aus Deutschland kämpfen mit Kylian Mbappe aus Frankreich um den Ball

Die Spieler schauten sich ein wenig ratlos an. An dem Ergebnis konnten sie zu diesem Zeitpunkt aber nichts mehr ändern. Auch gegen Frankreich kassierte die deutsche Nationalmannschaft trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zur Partie in den Niederlanden eine Niederlage. Nach der Führung durch Toni Kroos traf Frankreichs Angreifer Antoine Griezmann am Dienstag (16.10.2018) zweimal zum 2:1 (0:1) für den Weltmeister. Damit drehte er eine Partie, in der die deutsche Elf wieder vieles von dem zeigte, was sie einst so erfolgreich machte. Allerdings dürfte der Abstieg aus der Nations League A nach der neuerlichen Pleite kaum noch zu vermeiden sein.

"Es fühlt sich immer schlecht an, wenn man verliert. Das ist bitter und enttäuschend, vor allem, weil man gefühlt alles im Griff gehabt hat. Jogi und sein Team hatten einen klaren Plan, der grundsätzlich auch aufgegangen ist", sagte Kapitän und Torhüter Manuel Neuer sichtlich enttäuscht.

"Ich bin über das Ergebnis enttäuscht. Es hätte nicht sein müssen. Wir waren auf Augenhöhe mit dem Weltmeister und hätten in der ersten Halbzeit das zweite Tor machen müssen. Wir sind für eine sehr gute Leistung nicht belohnt worden", sagte Löw.

Die deutsche Mannschaft brauchte im Stade de France nahe Paris ein paar Minuten, um sich zu finden. Löw hatte die Mannschaft gleich auf fünf Positionen geändert. Mit Thilo Kehrer, Niklas Süle für die Abwehr, Nico Schulz im Mittelfeld sowie Leroy Sané und Serge Gnabry im Angriff brachte Löw Spieler, die wieder den nötigen Biss zeigen sollten, der in den vergangenen Wochen und Monaten so schmerzlich bei der Nationalmannschaft vermisst worden war.

Löw: "Voll auf Augenhöhe"

Sportschau | 16.10.2018 | 01:41 Min.

Sané hat zweiten deutschen Treffer auf dem Fuß

Die Franzosen ließen in der Anfangsphase zwar dann und wann aufblitzen, wie schnell und technisch hochwertig sie agieren können. Aber nach rund zehn Minuten fand auch die deutsche Elf ins Spiel und versuchte über Konter gefährlich zu werden. Und dieses Vorhaben war erfolgreich. Sané passte von der Grundlinie in den Strafraum, Verteidiger Presnel Kimpembe bekam den Ball auf dem Boden rutschend an den Arm. Den Elfmeter verwandelte Kroos nach 14 Minuten zum 1:0.

Nur sechs Minuten später hatte Sané den zweiten deutschen Treffer auf dem Fuß. Aber anstatt den Konter selbst abzuschließen, missglückte ihm sein Querpass zum mitgelaufenen Werner. Kurz darauf hatte Matthias Ginter nach einem Eckball eine Schusschance, aber Torhüter Hugo Lloris parierte mit den Fingerspitzen. Die deutsche Mannschaft stand in der Folge sehr solide in der Defensive und versuchte immer wieder, die Franzosen mit schnellem Umschaltspiel zu überraschen - ohne sich aber nochmal durchsetzen zu können.

Bis auf einen Torschuss von Angreifer Olivier Giroud unmittelbar vor der Pause gelang es den Franzosen ihrerseits so gut wie gar nicht, sich eine Tormöglichkeit herauszuspielen.

Frankreich erhöht den Druck

Die Beweglichkeit, Schnelligkeit und Unberechenbarkeit der deutschen Offensive um Sané, Gnabry und Tiomo Werner stellte das Team von Trainer Didier Deschamps auch im zweiten Durchgang vor größere Probleme. Das Tempo, das die drei Angreifer entwickelten, bekam die französische Defensive nie in den Griff. Es fehlte den Bemühungen der jungen deutschen Stürmer allerdings die letzte Genauigkeit.

Die Franzosen erhöhten im Laufe der zweiten Hälfte den Druck, brachten die deutsche Elf dabei aber nur einmal in große Bedrängnis. Torhüter Neuer musste gegen Angreifer Kylian Mbappé retten. Der Ausgleich nach dem wuchtigen Kopfball von Griezman (62. Minute) fiel dann aber eher aus heiterem Himmel und war vor allem der individuellen Klasse des französischen Angreifers geschuldet.

In der Schlussphase ließen die Kräfte der deutschen Mannschaft deutlich nach, die Franzosen versuchten noch den Siegtreffer zu erzielen. Und bekamen elf Minuten vor dem Ende noch einen Elfmeter zugesprochen. Blaise Matuidi kam nach einem Zweikampf mit Mats Hummels zu Fall, Schiedsrichter Milorad Mazic entschied auf Foulspiel. Griezmann verwandelte und drehte damit die Partie. Die Bemühungen der deutschen Elf, doch noch den Ausgleich zu erzielen, waren nicht von Erfolg gekrönt.

Statistik

Fußball · Nations League A · 4. Spieltag 2018/2019

Dienstag, 16.10.2018 | 20.45 Uhr

Flagge Frankreich

Frankreich

Lloris – Pavard, Varane, Kimpembe, Lucas Hernández – Kanté (90.+4 N´Zonzi), Pogba – Mbappe (86. O. Dembélé), Griezmann (90.+1 Ndombelé), Matuidi – Giroud

2
Flagge Deutschland

Deutschland

Neuer – Ginter (84. Brandt), Süle, Hummels, Kehrer – Kimmich, Kroos, N. Schulz – Gnabry (88. Müller), Werner, L. Sané (75. Draxler)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Kroos (14./Handelfmeter)
  • 1:1 Griezmann (62.)
  • 2:1 Griezmann (80./Foulelfmeter)

Strafen:

  • gelbe Karte Ginter (1 )

Zuschauer:

  • 75.000

Schiedsrichter:

  • Milorad Mazic (Serbien)

Stand: Dienstag, 16.10.2018, 22:41 Uhr

Stand: 16.10.2018, 22:36

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