Einzelkritik - Nur Leory Sané kann überzeugen

Einzelkritik - Nur Leory Sané kann überzeugen

Von Jörg Strohschein und Marco Schyns

Bei der deutschen Nationalmannschaft spielen weiterhin viele Spieler deutlich unter Form. Lediglich Leroy Sané konnte nach seiner Einwechslung nachweisen, dass er einen Platz im Team verdient hätte.

Manuel Neuer fliegt durch den Strafraum

Manuel Neuer (Tor): Ein für den Nationaltorhüter ungewöhnlicher und leider auch katastrophaler Fehler unterlief Manuel Neuer beim 0:1. Ansonsten trat der 32-Jährige kaum in Erscheinung, hatte mehrfach Glück, dass die Niederländer etwas zu ungenau zielten. Hielt später, was man halten konnte. Bei den weiteren Treffern zum 0:2 und 0:3 war er allerdings machtlos.

Manuel Neuer (Tor): Ein für den Nationaltorhüter ungewöhnlicher und leider auch katastrophaler Fehler unterlief Manuel Neuer beim 0:1. Ansonsten trat der 32-Jährige kaum in Erscheinung, hatte mehrfach Glück, dass die Niederländer etwas zu ungenau zielten. Hielt später, was man halten konnte. Bei den weiteren Treffern zum 0:2 und 0:3 war er allerdings machtlos.

Matthias Ginter (Verteidiger): Matthias Ginter absolvierte ein unauffälliges Spiel auf der rechten Abwehrseite. Defensiv machte er seine Sache meist gut, das zeigt schon die Tatsache, dass die Holländer vor allem über ihre rechte Seite kamen. Der Gladbacher rettete in höchster Not vor Ryan Babel (34.) und verhinderte damit das 0:2. Insgesamt ein solider Auftritt.

Jerome Boateng (Verteidiger): Wenn Jerome Boateng auffiel, dann nur durch Stellungsfehler und Fehlpässe. Einst galt er als einer der besten Inenverteidiger der Welt. Von diesem Status ist der 30-Jährige meilenweit entfernt. Vor allem, wenn die Niederländer das Tempo anzogen, hatte Boateng sichtlich Probleme mitzuhalten. 20 Minuten vor dem Ende verletzte sich Boateng und musste sich über die Zeit quälen. Es war sicher nicht der Abend des Münchners.

Mats Hummels (Verteidiger): Der Innenverteidiger sprang beim Eckball, der zum 0:1-Treffer von Virgil van Dijk führte, unbedrängt unter dem Ball hindurch. Impulse, wie in der Vergangenheit häufig gesehen, brachte Mats Hummels nicht ins Spiel ein. Wo ist das mutige Spiel, dass den Bayern-Verteidiger einst so auszeichnete?

Jonas Hector (Verteidiger): Ganz schwaches Abwehrverhalten beim 0:1, als der Kölner überhaupt nicht im Bilde war. Auch gegen die Schnelligkeit von Gegenspieler Steven Bergwijn hatte der linke Verteidiger in der ersten Hälfte kaum etwas entgegenzusetzen. Wirkte häufig allzu überfordert. Schwacher Auftritt von Hector, auch wenn er sich in der zweiten Hälfte etwas steigern konnte.

Joshua Kimmich (Mittelfeld): Man merkt Joshua Kimmich an, dass er die Rolle als zentrale Figur auf der Sechs lieber spielt als auf der rechten Abwehrseite. Er agiert stets ruhig, besonnen und weiß (fast) immer eine Lösung. Ein paar gute Pässe in die Schnittstellen waren dabei, so zum Beisipiel vor Sanés Torschuss in der 65. Minute. Insgesamt konnte er aber nicht so viel Einfluss auf das Spiel nehmen, wie er es sich wohl auch selbst vorgestellt hat.

Thomas Müller (Mittelfeld, bis 57. Minute): Die Kaltschnäuzigkeit ist Thomas Müller irgendwann abhanden gekommen. Er war gegen die Holländer zwar ein umtriebiger und laufstarker Offensivspieler, aber seine beiden großen Chancen in der ersten Hälfte konnte er nicht nutzen. Gerade Müllers Tore werden vom Team vermisst - aber seine Ladehemmung ist nach wie vor ausgeprägt und macht nicht nur ihm zu schaffen.

Emre Can (Mittelfeld, bis 57. Minute): Emre Can wurde nach einigen Absagen im Vorfeld der Länderspiele nachnominiert und spielte von Beginn an. Im zentralen Mittelfeld war er gegenüber Kimmich und Kroos am unauffälligsten, meist aber trotzdem fehlerfrei. Seinen tollen Pass aus dem Halbfeld zu Müller wurde nicht mit einem Treffer gekrönt. Nach einer knappen Stunde für Draxler ausgewechselt.

Toni Kroos (Mittelfeld): Toni Kroos agierte in seiner gewohnten Spielmacher-Rolle im Mittelfeld. Trotz eines Kimmichs an seiner Seite, stellte sich nie die Frage, wer eigentlich Chef ist im DFB-Team. Dennoch: Vom Real-Madrid-Star kamen keine großen Ideen oder Akzente im Spiel nach vorne. Auch die Eckbälle waren alles andere als gefährlich. Manchmal reicht es nicht, fehlerlos zu spielen.

Timo Werner (Mittelfeld): Timo Werner war der auffälligste Spieler in der DFB-Elf in der ersten Hälfte. Er setzte Verteidigungs-Sprints in die eigene Hälfte an, sorgte immer wieder für Schwung über die linke Seite. Hatte dann aber offenbar seine Kräfte verbraucht. In Durchgang zwei kam kaum noch was vom Leipziger.

Mark Uth (Angriff, bis 68. Minute): Bei Schalke 04 aktuell meist nur Reservist, durfte Mark Uth bei seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft gleich von Beginn an ran. In der Anfangsphase noch sehr aktiv, war der Angreifer aber immer weniger zu sehen. Ein guter Abschluss (20.) war dabei, ansonsten eine ordentliche kämpferische Leistung. Aber ob er die vermeintliche Lücke auf der Neun im DFB-Sturm schließen kann, ist sehr fraglich.

Leroy Sané (Angriff, ab 57 Minute): Weshalb sich Bundestrainer Joachim Löw so lange Zeit gelassen hat, Leroy Sané in die Partie zu bringen, wird wohl nur er wissen. Der Angreifer sorgte nach seiner Einwechslung für mächtig Wirbel auf der linken Seite, hatte selbst eine große Torchance und legte mehrfach für die Kollegen auf. Eine echte Bereicherung für eine insgesamt schwache deutsche Mannschaft.

Julian Draxler (Mittelfeld, ab 57. Minute): Julian Draxler wurde nach knapp einer Stunde eingewechselt und fügte sich gleich mal mit einem Torschuss ein (58.). Auch in der Folge war der PSG-Profi sehr bemüht, bot sich viel an und wechselte häufig die Seiten. Sein schöner Volley-Schuss (69.) war nicht von Erfolg gekrönt. Bis dahin war es ein gutes Spiel von Draxler, der dann aber vor dem 0:2 (86.) und 0:3 (92.) den Ball verlor. Dieser letzte Eindruck wird bleiben.

Julian Brandt (Angriff, ab 68. Minute): Der Leverkusener konnte keine Akzente mehr setzen, auch wenn er sich darum bemühte.

Stand: 13.10.2018, 22:56 Uhr

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