Einzelkritik - Traumtor von Gnabry, große Probleme in der Abwehr

Serge Gnabry versucht sich gegen die Schwizer Abwehr zu behaupten.

Das deutsche Team in der Einzelkritik

Einzelkritik - Traumtor von Gnabry, große Probleme in der Abwehr

Timo Werner gehörte mit einem Tor und einem Assist zu den auffälligsten deutschen Akteuren - den Moment des Abends hatte aber Serge Gnabry. Bei Toni Kroos wechselten im Jubiläumsspiel Licht und Schatten, in der Defensive zeigte die deutsche Elf große Schwächen.

Tor

Manuel Neuer: Vor dem ersten Gegentor reagierte er gegen Xherdan Shaqiri stark, beim Treffer war er dann machtlos. Sein katastrophaler Rückpass kurz darauf blieb unbestraft. Zögerte vor dem 0:2 zu lange beim Herauslaufen. Beim 2:3 erst mit einer guten Reaktion, dann beim Nachschuss ohne Chance.

Abwehr

Lukas Klostermann: Schaltete sich auf rechts immer wieder ins Angriffsspiel ein. Beim 0:2 konterte die Schweiz schnell über seine Seite. Blieb in der zweiten Hälfte unauffällig.

Matthias Ginter: Hatte wie die gesamte deutsche Hintermannschaft große Probleme mit dem Schweizer Umschaltspiel. Konnte Haris Seferovic an der Hereingabe vor dem 0:2 nicht hindern. Wurde später ausgewechselt.

Antonio Rüdiger: Kam schwer damit klar, von den Schweizern immer wieder früh attackiert zu werden, konnte dadurch im Aufbauspiel, das ohnehin nicht seine Stärke ist, wenig Akzente setzen. Probleme in der Abstimmung mit Ginter, beim 2:3 irrte er einmal mehr ziellos durch die Gegend.

Robin Gosens: Ließ sich vor dem 0:1 erst überlaufen, klärte dann unglücklich bei der Ecke. Gute Schusschance in der 35. Minute. Hatte einige gute Szenen in der Offensive, wurde dann gelb-verwarnt nach einer Stunde ausgewechselt.

Deutschland gegen Schweiz - die Analyse Sportschau 13.10.2020 05:25 Min. Verfügbar bis 13.10.2021 Das Erste

Mittelfeld

Joshua Kimmich: Lange Zeit ungewohnt blass und deutlich im Schatten von Toni Kroos. Holte sich dann aber vermehrt Bälle aus der Abwehr, trieb das deutsche Spiel voran und suchte auch den Abschluss. Sah beim 2:3 durch Mario Gavranovic nicht gut aus, als er den Ball nicht klären konnte.

Toni Kroos grätscht den Schweizer Silvan Widmer ab.

Toni Kroos grätscht den Schweizer Silvan Widmer ab.

Toni Kroos: Mit einem kapitalen Fehlpass ermöglichte er in seinem 100. Länderspiel den Schweizern das 2:0. Ansonsten extrem präsent und mit vielen Balleroberungen und einigen gefährlichen Abschlüssen. Fehlt im nächsten Spiel gelbgesperrt, hatte in der Rückwärtsbewegung mangels Tempo große Probleme.

Kai Havertz: Pendelte zwischen Mittelfeld und Sturm. Setzte vor dem Anschlusstreffer Timo Werner in Szene. Hatte Pech mit seinem Pfostenschuss zu Beginn der zweiten Hälfte, traf kurz darauf aber nach feiner Einzelleistung nach seiner eigenen Balleroberung zum 2:2.

Spannender Schlagabtausch zwischen Deutschland und der Schweiz

Sportschau 14.10.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 14.10.2021 ARD Von Sara Schwedmann

Leon Goretzka: Agierte offensiver als Kroos und Kimmich. Physisch stark, warf sich in jeden Zweikampf. Allerdings selten mit öffnenden Pässen und auch ohne zwingende eigene Abschlüsse. Da muss auf der Zehner-Position mehr kommen.

Angriff

Timo Werner wird von Ricardo Rodriguez gestoppt

Timo Werner wird von Ricardo Rodriguez gestoppt.

Timo Werner: War schon vor seinem Tor auffällig, auch wenn oft die letzte Genauigkeit fehlte. Nach einer halben Stunde wurde er besser, brachte dann mit einer konsequent durchgezogenen Einzelleistung das deutsche Team zum 1:2 wieder heran. Beim 3:3 glänzte er zudem mit dem Assist auf Gnabry.

Serge Gnabry: Wollte vieles spielerisch lösen, verlor zu Beginn viele Bälle - das 0:1 resultierte aus seinem schwachen Klärungsversuch. Kam in der zweiten Hälfte besser ins Spiel und sorgte mit seinem Weltklasse-Tor per Hacke zum 3:3 für das Highlight des Abends.

Einwechselspieler

Marcel Halstenberg (ab 60.): Kam für Gosens in die Partie. Ließ auf der linken Seite danach weniger zu.

Emre Can (ab 77.): Rückte für Ginter in die Verteidigung, hatte mehr Patzer als gelungene Szenen.

Julian Draxler (ab 77.): Ersetzte Havertz in der Offensive, scheiterte mit einem gefährlichen Abschluss ans Außennetz.

red | Stand: 13.10.2020, 23:15

Darstellung: