Einzelkritik - Zwei Torpremieren und spielfreudige Youngster

Serge Gnabry jubelt über seinen Treffer zum 3:0

Testspiel

Einzelkritik - Zwei Torpremieren und spielfreudige Youngster

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich im Testspiel gegen Russland eine Halbzeit lang extrem spielfreudig präsentiert, danach fand sie gegen neuformierte Russen keine offensiven Mittel mehr.

Tor

Manuel Neuer: War mit seinen 32 Jahren der Alterspräsident in der jungen deutschen Elf und musste keinen einzigen Torschuss parieren. Als er bei einem langen Pass gewohnt riskant seinen Strafraum verließ, kam er so gerade noch an den Ball, hatte danach aber etwas Glück, dass die Russen aus dem Abpraller kein Kapital schlagen konnten.

Abwehr

Matthias Ginter: Der Mönchengladbacher war kaum zu sehen - was für einen Defensivspieler nicht unbedingt schlimm ist. Kein grober Fehler, kein großes Glanzlicht. Solide.

Niklas Süle: Bewies bei seinem ersten Treffer mit dem Adler auf der Brust echte Stürmer-Mentalität. Als ihm im Strafraum der Ball vor die Füße sprang, nahm er sich die Zeit, die er brauchte und vollstreckte sicher.

Antonio Rüdiger im Spiel gegen Russland

Antonio Rüdiger (bis 59. Minute): Rüdiger verschätzte sich in der ein oder anderen Situation und wirkte nicht völlig sicher. Das 2:0 bereitete der Verteidiger vom FC Chelsea mit seiner Kopfballverlängerung aber dann entschlossen vor. In der 59. Minute musste er für Jonathan Tah Platz machen.

Mittelfeld

Thilo Kehrer: Der Mann von Paris Saint-Germain spielte vor dem 1:0 einen wunderbaren Steilpass auf Gnabry und hatte auch sonst in den ersten 45 Minuten die ein oder andere gute Idee. Danach unauffällig.

Joshua Kimmich im Spiel gegen Russland

Joshua Kimmich: Kimmich bot in der Zentrale einen eigentlich unauffälligen Auftritt und lief vor allem immer wieder Räume zu. Sein Ballverlust kurz nach der Pause hätte allerdings beinahe den Anschlusstreffer verursacht, kurz danach hätte er beinahe einen Eckball ins eigene Tor verlängert.

Kai Havertz (bis 64. Minute): Havertz agierte in seinem zweiten Länderspiel als wäre es sein zwanzigstes. Mit viel Ruhe am - und immer wieder schnellen Vorstößen ohne Ball war der 19-Jährige wie im Verein bei Bayer Leverkusen einer der Fixpunkte im Spiel. Bestes Beispiel: sein Traumpass in die Schnittstelle der Abwehr vor dem 3:0. Der jüngste Spieler im Team war einer der stärksten.

Jonas Hector (bis 64. Minute): Der zweitälteste Spieler in der Anfangsformation spielte gewohnt unaufgeregt, ohne für große offensive Glanzlichter zu sorgen. Bei seinem Volley-Versuch nach einer halben Stunde rutschte ihm der Ball über den Spann, dafür verhinderte er im zweiten Durchgang ein Eigentor von Kimmich auf der Linie. Nach einer unnötigen Grätsche gegen ihn musste er nach einer guten Stunde verletzt vom Platz.

Angriff

Serge Gnabry (bis 73. Minute) : Vor dem Führungstreffer durch Sané behielt der schnelle Münchener die Übersicht. Auch sonst bot Gnabry viele Laufwege an, setzte auch mal nach und war einer der Aktivposten in der Löw-Mannschaft - sein technisch anspruchsvoller Schuss zum 3:0 war seine persönliche Belohnung. Ein starkes Spiel, wenn er auch genau wie die meisten seiner Kollegen im zweiten Durchgang nicht mehr viele Akzente setzen konnte.

Timo Werner (bis 64. Minute): Zeigte in etlichen Situationen seine unfassbare Geschwindigkeit, allerdings fehlte es seinen Aktionen etwas an Präzision. Nach einer guten Stunde musste er den Rasen verlassen.

Deutschland - Russland: Das 1:0 im Live-Kommentar

Sportschau 15.11.2018 00:42 Min. ARD

Leroy Sané jubelt über seinen 1:0-Führungstreffer

Leroy Sané (bis 76.): Sein erstes Länderspieltor überhaupt erzielte Sané so, wie man es sich im DFB-Trikot schon häufiger von ihm gewünscht hatte: mit viel Tempo und ohne Schnörkel. Als später im Spiel kaum noch einmal ein Ball in die Spitze kam, sah man auch ihn nicht mehr so häufig.

Einwechselspieler

Jonathan Tah (ab 59. Minute): Wirkte sicher.

Julian Brandt (ab 64. Minute): Sein abgefälschter Schuss hätte ihm kurz vor dem Abpfiff beinahe doch noch einen Treffer beschert. In der Nachspielzeit hatte er dann sogar noch eine gute Gelegenheit, anstatt selbst abzuschließen spielte er jedoch einen Querpass - zum Gegenspieler.

Sebastian Rudy (ab 64. Minute): Machte im zentralen Mittelfeld einen unauffälligen Job.

Nico Schulz (ab 69. Minute): Schulz hatte auf seiner linken Seite eine gute Offensiv-Szene, als er bis zur Grundlinie durchging und in die Mitte legte, wo Müller nur knapp verpasste. Defensiv fiel er durch kompromisslose Zweikampfführung auf.

Thomas Müller (ab 73. Minute): Lief nach einer flachen Flanke von Schulz in Position, bekam den Ball jedoch leicht in den Rücken gespielt. Wirkte bemüht, in der immer mehr erlahmenden Partie noch einmal etwas zu bewegen.

Leon Goretzka (ab 76. Minute): Trat kaum mehr in Erscheinung, machte aber auch keinen Fehler.

Stand: 15.11.2018, 22:37

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