Weißrussland - Neustart ohne Altstar Hleb

Alexander Hleb

Gesamter Marktwert des Nationalteams liegt bei 18,75 Mio Euro

Weißrussland - Neustart ohne Altstar Hleb

Von Christian Hornung

Die schwierigste Aufgabe von Ersatz-Bundestrainer Marcus Sorg dürfte es sein, seinem Team die Stärken und Schwächen von EM-Qualifikationsgegner Weißrussland zu vermitteln. Nach der Ausbootung von Altstar Alexander Hleb gibt es keinen bekannten Spieler mehr.

Am 24. März dieses Jahres hat in Weißrussland möglicherweise eine neue Zeitrechnung begonnen, zumindest was den Fußball angeht. In der 66. Minute des EM-Qualifikationsspiels der "Weißen Flügel" in Nordirland musste Alexander Hleb Platz machen für Anton Putsila, der auch schon mal beim Hamburger SV und beim SC Freiburg unter Vertrag stand - das ist allerdings elf und sechs Jahre her.

Früher in Stuttgart und Wolfsburg

In diesem Spiel, das bei Hlebs Auswechslung noch 1:1 stand und dann kurz vor Schluss für Weißrussland 1:2 verloren ging, deutete noch nichts darauf hin, dass das 81. Länderspiel des ehemaligen Starspielers vom FC Barcelona, vom FC Arsenal und davor auch vom VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg, sein letztes sein würde. Doch danach sieht es nun aus.

Am Mittwoch (05.06.2019) tauchte der 38-Jährige überraschend nicht im endgültigen 23er-Kader von Nationaltrainer Igor Krijuschenko für die Begegnung am Samstag (20.45 Uhr/Live-Ticker bei sportschau.de) in Borissow auf.

Als Begründung wurde seine ungeklärte Zukunft angegeben: Erst am vergangenen Sonntag hatte der weißrussische Serienmeister Bate Borissow verkündet, dass der bis Ende des Jahres laufende Vertrag mit dem offensiven Mittelfeldspieler auf dessen Wunsch hin aufgelöst worden sei. Hleb ist nun also vereinslos, seine Zukunft ungeklärt, zurückgetreten ist er aber offiziell noch nicht.

Krijuschenko hat Nachholbedarf

Igor Krijuschenko gestikuliert

Viel Arbeit an der Seitenlinie: Igor Krijuschenko gibt alles.

Nationaltrainer Krijuschenko wirkte angesichts der Dimension, die Hleb für das weißrussische Team hatte, vor dem Deutschland-Spiel erstaunlich desinformiert und gab an: "Die Trennung kam für mich etwas überraschend. Ich habe mit ihm noch nicht gesprochen, seit er Bate verlassen hat, werde das aber bald nachholen, um mich über seine Pläne zu informieren." Ob sich Hlebs Pläne dann noch mit denen von Krijuschenko vereinbaren lassen, bleibt abzuwarten.

Mit Blick auf das Spiel gegen die DFB-Elf betonte Krijuschenko dann noch: "Wir müssen das Maximum geben, zu dem wir fähig sind." Die bisherige Ausbeute in der EM-Qualifikation liegt beim Minimum: zwei Spiele, zwei Niederlagen. Vor dem Nordirland-Spiel hatte es ein deutliches 0:4 in den Niederlanden gegeben.

18,75 zu 922 Millionen

Mit Gruppenplatz drei wird es für die Weißrussen in jedem Fall eng, zumal sich nicht allzu viele Hoffnungsträger aufdrängen. Putsila ist schon 31, Stanislaw Dragun ebenfalls, Igor Stassewitsch bereits 33. Der gesamte 23er-Kader der Weißrussen, der überwiegend in der Heimat beschäftigt ist, hat laut "transfermarkt.de" nur einen Gesamt-Marktwert von 18,75 Millionen Euro. Teuerster Spieler ist Abwehrchef Alexander Martynowistch mit drei Millionen. Zum Vergleich: Der Marktwert des aktuellen DFB-Aufgebots beträgt 922 Millionen Euro.

Stand: 06.06.2019, 08:30

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