Löw, die Niederlande und ein ungewöhnliches Versprechen

 Joachim Löw

DFB-Kader für die EM-Qualifikation

Löw, die Niederlande und ein ungewöhnliches Versprechen

Der Bundestrainer Joachim Löw und Spielmacher Toni Kroos sind zurück, dafür fehlen nun Leroy Sané und Leon Goretzka. Trotzdem verbreitet Löw vor dem Spiel gegen die Niederlande Zuversicht. Serge Gnabry gab er gar ein ungewöhnliches Versprechen.

"Die Stimmung ist wirklich verdammt gut, die Jungs haben richtig Bock, miteinander einen erfolgreichen Weg zu gehen", sagte Löw, der bei den letzten beiden Länderspielen im Juni noch wegen einer Verletzung hatte aussetzen müssen, vor dem richtungweisenden Qualifikationsspiel am Freitag (06.09.2019) in Hamburg gegen die starken Niederländer um Virgil van Dijk. Dieser Weg soll zu Titeln führen - am liebsten schon in neun Monaten bei der EM.

"Ich vergleiche es mit 2010", sagte Löw und erinnerte an jene Generation um Philipp Lahm, Jerome Boateng, Bastian Schweinsteiger oder Manuel Neuer. Bei der WM in Südafrika vor neun Jahren hatte Deutschland mit einer jungen Mannschaft das Halbfinale erreicht, vier Jahre später wurde das Team dann Weltmeister.

Und jetzt, so hat es Löw angedeutet, bestehe durchaus die Hoffnung, dass da eine Generation herangewachsen sei, die in Zukunft ähnliches erreichen könne. "Diese Jahrgänge sind gut ausgebildet", sagte Löw über die 95er und 96er mit seinem neuen Abwehrchef Niklas Süle, Anführer Joshua Kimmich oder Speedstürmer Serge Gnabry. "Sie haben gutes Tempo und Teamspirit. Die Mannschaft kann die nächsten Jahre einiges erreichen."

Immer wieder die Niederlande

Zunächst aber steht ihr auf dem Weg zur Endrunde 2020 mit den Niederlanden "der nächste harte Prüfstein" im Weg, wie DFB-Direktor Oliver Bierhoff betonte: "Daran werden die jungen Spieler wachsen." Mittelfeldchef Toni Kroos, der nach seiner Pause im Juni zurückkehrt, erwartet "ein interessantes, schwieriges Spiel. Es ist kein Geheimnis, dass sie sich unglaublich verbessert haben." Das bekam die DFB-Auswahl seit Oktober 2018 mehrfach zu spüren. Erst ein 0:3 in Amsterdam, dann nur ein 2:2 nach 2:0-Führung in Gelsenkirchen, es folgte der Abstieg aus der Nations League.

Anschließend leitete Löw den Umbruch ein, über den er in Hamburg sagte, sein Team habe diesen "gut hingekriegt". Das war beim jüngsten 3:2 über Oranje im Hinspiel zu bestaunen. Besser als vor der WM 2018 sei die Mannschaft, sagte Kroos. Und der Bundestrainer Löw sagte: "Wir haben wieder mehr Schnelligkeit, mehr Zielstrebigkeit zum Tor. Den Gegner in Gefahr bringen: Das können wir wieder viel besser."

In der Offensive muss Löw umbauen

Allerdings fehlt ihm Leroy Sane (Kreuzbandriss), der wichtigste Protagonist des neuen Stils. "Das tut uns weh", sagte Löw, "Leroy hat sich zu einem sehr wertvollen Spieler bei uns entwickelt und die Spiele geprägt." Als Ersatz hatte der Bundestrainer offenbar wie zuletzt in Amsterdam Leon Goretzka vorgesehen, doch der Münchner muss wegen muskulärer Probleme ebenfalls passen. "Das ist ein Wermutstropfen", sagte Löw.

Nun seien Julian Brandt und Timo Werner "erste Optionen" auf den freien Platz neben Marco Reus und Serge Gnabry, über den Löw sagte: "Serge Gnabry spielt. Gnabry spielt bei mir immer. Er ist für den Gegner schwer zu greifen." Es sind Worte, wie man sie von Löw nur ganz selten zu hören bekommt.

Serge Gnabry

Serge Gnabry

Vor Kapitän Manuel Neuer im Tor wird eine Dreierkette um Süle, Matthias Ginter und Jonathan Tah erwartet. Auf der Tribüne im Volksparkstadion wird Fritz Keller Platz nehmen, erstmals als designierter DFB-Präsident. Mit Vize Rainer Koch und UEFA-Boss Aleksander Ceferin kann auch er sich ein Bild von dieser jungen deutschen Mannschaft machen. Löw, der "viele Gespräche in kleinen Gruppen" geführt hat, sagte: "Es sind noch einige Hürden zu nehmen, alle haben Verbesserungsbedarf."

red/sid | Stand: 05.09.2019, 15:41

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