Nations League: DFB-Team will Positivtrend gegen Schweiz fortsetzen

Kai Havertz und Serge Gnabry klatschen ab

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Nations League: DFB-Team will Positivtrend gegen Schweiz fortsetzen

Mit dem dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen möchte die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League gegen die Schweiz den Positivtrend fortsetzen. Im Team dürfte sich wenig verändern - bis auf einen wiedergenesenen Angreifer.

Dem ersten Länderspielsieg des Jahres soll direkt der nächste folgen. Mit dem 2:1 gegen die Ukraine hat die deutsche Nationalmannschaft gezeigt, dass sie doch noch gewinnen kann. Nun geht es gegen die in der Nations League noch sieglose Schweiz. "Aufgrund der wenigen Zeit ist es schwierig, im Training ständig neue Akzente und neue Einflüsse einzubringen", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Nun ginge es viel um Theorie, in Einzel- und Gruppengesprächen: "Was wollen wir tun? Wie sieht unsere Identität aus? Wie sieht die Art und Weise unseres Spiels aus? Da ist jedes Training wichtig."

Schweinsteiger kritisiert mangelnde Identifikation

Die Identität der deutschen Nationalmannschaft: Es ist der Punkt, den auch ARD-Experte Bastian Schweinsteiger zuletzt kritisiert hatte. "Man kann sich nicht mehr so hundertprozentig identifizieren mit der Nationalmannschaft - und das ist schade. Ich hoffe, dass das Ruder wieder rumgerissen wird", sagte der Weltmeister von 2014. Vor allem das Aufbauspiel bemängelte Schweinsteiger, regte an, nicht immer mit drei Innenverteidigern zu spielen.

Schweinsteiger: Weniger Identifikation mit Nationalmannschaft Sportschau 11.10.2020 00:28 Min. Verfügbar bis 11.10.2021 Das Erste

Ratschläge, die Bundestrainer Löw registriert haben dürfte - ob er sie gegen die Eidgenossen umsetzen wird, ist offen. Am heutigen Montagabend (12.10.2020) steht das einzige Teamtraining in der Vorbereitung auf die Partie an. Angreifer Timo Werner will nach überstandener Erkältung dann wieder voll angreifen. Werner dürfte die größten Chancen haben, in die Startelf zu rutschen. "Ich vertraue meinen Spielern. Wir haben sehr gute Spieler, eine sehr gute Mannschaft. Wir haben sehr gute Ansätze", betonte Löw.

Er könnte dennoch drei Änderungen gegenüber dem Sieg in der Ukraine vornehmen. Julian Draxler (Achillessehne), Marcel Halstenberg (Adduktoren) und Lukas Klostermann (Knie) sind angeschlagen. "Es gibt ein paar kleine Fragezeichen", sagte Löw. Als Ersatz für das Trio stehen neben Werner, Robin Gosens und Emre Can bereit.

"Hat nichts mit dem System zu tun" - Löw über seine Spielidee Sportschau 12.10.2020 03:14 Min. Verfügbar bis 12.10.2021 Das Erste

Sommer patzt bei Pleite gegen Spanien

Siege seien der "wichtigste Klebstoff dafür, was eine Mannschaft ausmacht", sagte der Bundestrainer weiter. Wichtig wäre ein Sieg auch, um an den derzeit zwei Punkte führenden Spaniern in der Gruppe 4 der A-Liga dranzubleiben. Drei von sechs Spieltagen sind bisher gespielt. Gegen jene Spanier verloren die Schweizer am Wochenende knapp mit 0:1 nach einem Patzer des Mönchengladbacher Schlussmanns Yann Sommer. Nun droht mit nur einem Punkt der Abstieg in die Zweitklassigkeit.

Den bisher einzigen Punkt holten die Schweizer in der Nations League im Hinspiel gegen Deutschland. Wie so oft in den vergangenen Partien, lag die deutsche Elf auch in Basel durch einen Gündogan-Treffer in Führung und kassierte kurz vor Schluss noch den Ausgleich. Auf Schweizer Seite spielen diverse Bundesliga-Profis wie Nico Elvedi (Mönchengladbach), Admir Mehmedi (Wolfsburg) und Djibril Sow (Frankfurt).

Shaqiri wieder dabei, Akanji in Quarantäne

Wieder mit dabei sein wird auch der Liverpooler und Ex-Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri, den eine Corona-Infektion zuletzt lahmgelegt hatte. Borussia Dortmunds Verteidiger Manuel Akanji muss nach einem positiven Testergebnis jedoch aussetzen, er befindet sich noch in Quarantäne. "Es ist ein Prestigeduell. Wir wollen zeigen, dass das 1:1 in Basel, als wir mehr Torchancen hatten als Deutschland, kein Zufall war“, sagte der Schweizer Trainer Vladimir Petkovic.

In der Weltrangliste liegt die Schweiz auf Platz 15 und damit direkt hinter dem deutschen Team. Gegen keinen anderen Gegner trat das DFB-Team so häufig an, es ist bereits das 54. Duell der benachbarten Nationen. Mit 36:9-Siegen spricht die Bilanz klar für die deutsche Mannschaft.

Löw über die Schweiz: "Über viele Jahre hinweg nahezu perfekt geschult" Sportschau 12.10.2020 01:27 Min. Verfügbar bis 12.10.2021 Das Erste

Französischer Schiedsrichter leitet die Partie

Der Franzose Ruddy Buquet wird die Partie leiten. Der 43-Jährige Schiedsrichter ist in Köln erstmals bei einem Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Einsatz. Seit 2011 besitzt Buquet den Status des FIFA-Schiedsrichters.

Toni Kroos steht vor seinem 100. Länderspiel. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler von Real Madrid hatte am 3. März 2010 beim 0:1 gegen Argentinien in München im Nationaltrikot debütiert. Kroos ist mit 17 Treffern aktuell auch der beste Torschütze im deutschen Kader.

Jogi Löw: "Toni ruht in sich selbst" Sportschau 12.10.2020 01:06 Min. Verfügbar bis 12.10.2021 Das Erste

Keine Zuschauer in Köln

Angesichts der hohen Infektionszahlen untersagte das Kölner Gesundheitsamt in Absprache mit dem Land Nordrhein-Westfalen, Zuschauer zuzulassen. Der DFB verzichtet angesichts der aktuell hohen Werte in Köln auch darauf, einen Antrag auf Zulassung von 300 Zuschauern zu stellen. Am Montag wies das Robert-Koch-Institut eine 7-Tage-Inzidenz von 66,3 für Köln aus. Städte, in denen der Wert über 50 liegt, gelten als Risikogebiet. Am vergangenen Mittwoch waren beim Länderspiel gegen die Türkei (3:3) noch 300 Zuschauer im Kölner Stadion.

Der Wind kommt von vorn: Stürmische Zeiten für Joachim Löw

Sportschau 12.10.2020 02:24 Min. Verfügbar bis 12.10.2021 ARD

sid/dpa | Stand: 12.10.2020, 13:51

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