Thomas Müller auf Liste für Olympia

Thomas Müller

Bundestrainer Joachim Löw verrät

Thomas Müller auf Liste für Olympia

Von Marcus Bark

Thomas Müller steht auf einer Liste von möglichen deutschen Fußballern, die am Olympischen Turnier teilnehmen dürfen. Das plauderte Bundestrainer Joachim Löw aus. Die Liste muss der Nationalen Antidoping-Agentur gemeldet werden. Abgabe ist am 15. Januar.

Der Name von Lukas Podolski ist genannt worden, seit einigen Tagen geistert der von Thomas Müller herum. Es geht um ältere Fußballer, die möglicherweise für Deutschland beim Olympischen Turnier in Tokio auflaufen werden. Seit Dienstag (14.01.2020) ist klar, dass Thomas Müller tatsächlich zu den Kandidaten gehört. "Er steht auf der Liste", sagte Bundestrainer Joachim Löw beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Auf der "Liste" muss der Deutsche Fußball-Bund der Nationalen Antidoping-Agentur (NADA) bis spätestens 15. Januar eine beliebig große Auswahl von Spielern nennen, die für die deutsche Olympiamannschaft infrage kommen.

Löw: "Thomas Müller steht auf der Liste" Sportschau 14.01.2020 00:11 Min. Verfügbar bis 14.01.2021 ARD

"Athleten/innen, die nicht bis spätestens 15.01.2020 dem Trainingskontrollsystem unterliegen und nicht die erwähnten Regelwerke akzeptiert haben, können grundsätzlich nicht für die Olympischen Spiele Tokio 2020 nominiert werden", heißt es in den Grundsätzen zur Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Bei den nominierten Athleten sollen von der NADA vor den Olympischen Spielen "verstärkt Trainingskontrollen" durchgeführt werden.

Drei ältere Spieler erlaubt

Die Regularien des Turniers sehen vor, dass jede Männermannschaft drei Spieler in den endgültigen Kader berufen darf, die vor dem 1. Januar 1997 geboren wurden. Thomas Müller ist bereits 30 Jahre alt. Er wurde 2014 Weltmeister mit der A-Nationalmannschaft. In 100 Länderspielen schoss er 38 Tore.

Im Frühjahr 2019 war Müller, genau wie Jérôme Boateng und Mats Hummels, von Löw mitgeteilt worden, dass er sie bis auf Weiteres nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren werde. Müller reagierte darauf verärgert.

DFL-Neujahrsempfang: Titelkampf und Zukunftsweisendes

Sportschau 14.01.2020 02:27 Min. Verfügbar bis 14.01.2021 ARD Von ARD-Reporter Tim Brockmeier

Beim Neujahrsempfang der DFL sagte Löw, dass Stefan Kuntz, Trainer der Olympiaauswahl, sicher erst nach der Saison seinen Kader für das Turnier in Japan vom 24. Juli bis 8. August nominieren werde. Der Bundestrainer wolle sich nicht einmischen, stellte aber klar, dass kein Spieler bei EM (12. Juni bis 12. Juli) und Olympia für Deutschland auflaufen werde.

"Man sollte keinen Spieler ausschließen"

DFB-Direktor Oliver Bierhoff sprach bei dem Empfang in Offenbach ebenfalls über den in der A-Nationalmannschaft aussortierten Profi des FC Bayern: "Natürlich ist es unter verschiedenen Aspekten interessant, ältere Spieler mitzunehmen, natürlich wegen der sportlichen Qualität, aber auch wegen der Erfahrung und Persönlichkeit. Da habe ich Stefan Kuntz auch gesagt, kann er mal aus dem Vollen schöpfen, und dazu gehört natürlich auch Thomas Müller. Aber das ist noch weit hin. Man sollte keinen Spieler ausschließen, genau wie andere ehemalige Nationalspieler."

Müller hatte schon zuvor bei "Sport1" zu einer möglichen Olympiateilnahme gesagt: "Das ist eine coole Spinnerei, aber sowohl für mich als auch für meine Frau hat das in 2020 nicht die oberste Priorität. Ich habe in den nächsten fünf Monaten erstmal sehr große Ziele mit dem FC Bayern."

Müllers Ehefrau Lisa Müller könnte sich als Dressurreiterin für die Spiele in Tokio qualifizieren. Sie wird sicher auf einer Liste stehen, die der NADA gemeldet werden muss.

mit sid | Stand: 14.01.2020, 19:53

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