Deutschland liefert bei Sieg über Russland eine richtig starke Halbzeit

Die deutschen Spieler bejubeln Süles Tor zum 2:0

Deutschland - Russland 3:0

Deutschland liefert bei Sieg über Russland eine richtig starke Halbzeit

Von Robin Tillenburg

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihr Testspiel gegen Russland letztendlich verdient mit 3:0 (3:0) gewonnen.

Leroy Sané (7. Minute) erzielte am Donnerstag (15.11.2018) die Führung für die DFB-Elf, Niklas Süle (24.) und Serge Gnabry (39.) erhöhten.

Bundestrainer Joachim Löw setzte - getreu dem angekündigten Umbruch - erneut auf eine sehr junge Mannschaft: Das Durchschnittsalter der Anfangself betrug keine 25 Jahre.

Sané und Süle mit Premierentreffern

Mit dem ersten strukturierten Angriff fiel auch direkt das erste Tor der Begegnung. Thilo Kehrer spielte einen herrlichen Pass, Gnabry startete rechts durch, sah den mitgelaufenen Sané in der Mitte und legte quer - der Angreifer von Manchester City hatte keine Mühe und erzielte im 16. Länderspiel seinen ersten Treffer im Nationaltrikot überhaupt.

Deutschland - Russland: Das 1:0 im Live-Kommentar

Sportschau | 15.11.2018 | 00:42 Min.

Nachdem die Deutschen dann ein paar Kontermöglichkeiten nicht zielstrebig genug ausspielten und die Russen ein paar ungefährliche Distanzschussversuche verzeichneten, war es wieder Sané, der für Gefahr sorgte: Nach einer Flanke von Kai Havertz von der linken Grundlinie scheiterte er mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz jedoch an Andrei Lunev im russischen Tor (23.). Kurz darauf gab es eine Ecke von der rechten Seite, Antonio Rüdiger verlängerte diese, Süle stand plötzlich völlig allein frei vor dem Tor und legte den Ball überlegt rechts unten ins Eck. Auch für den Münchener Innenverteidiger war es das erste Länderspieltor.

Russen harmlos, Deutschland effektiv

In der 39. Minute steckte Havertz wunderbar auf Gnabry durch, und der brauchte den Ball nicht einmal anzunehmen, sondern schlenzte ihn direkt links neben den Pfosten zum 3:0 ins Netz.

Im Umschaltspiel zeigte sich die deutsche Elf bis dahin stets willens, den schnellen, risikobehafteten Pass in die Spitze zu spielen - das ging dann eben auch mal schief. Wenn er aber ankam, war fast jeder Schuss ein Treffer. Defensiv stand sie gegen bis dato harmlose Russen weitgehend sicher, auch wenn im Aufbauspiel die ein oder andere Ungenauigkeit eingestreut wurde.

Deutsche Nationalmannschaft besiegt Russland mit 3:0

Sportschau | 15.11.2018 | 00:43 Min.

Russland im zweiten Durchgang mit neuer Taktik - DFB-Elf ratlos

Eine solche hätte nach der Pause dann auch beinahe zum Anschlusstreffer geführt. Nach einem Ballverlust von Joshua Kimmich kam Alexei Ionow aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, schoss aber rechts unten am Tor vorbei (49.).

Die Russen kamen jedenfalls verbessert in den zweiten Durchgang und hatten auch taktisch auf eine Fünferkette umgestellt, was der DFB-Auswahl sichtlich Probleme bereitete. Auch bei Kimmichs unglücklicher Kopfballverlängerung aufs eigene Tor hätte ein Treffer fallen können, doch Jonas Hector klärte auf der Linie (56.).

Wechselflut nimmt das Tempo aus der Partie

Löw wechselte nun munter durch. Der Spielfluss, der ohnehin seit dem Seitenwechsel verloren gegangen war, kam dadurch nicht wieder zurück. Dass auch Löws Gegenüber Stanislaw Tschertschessow munter austauschte, ließ den Testspielcharakter noch einmal deutlich werden. Es war nun eine sehr ereignisarme Partie - unrühmliches "Highlight" war eine völlig unnötige Grätsche von Aleksandr Erokhin, die dafür sorgte, dass Hector verletzt vom Feld gebracht werden musste (65.).

Echte Großchancen gab es nicht mehr. Der eingewechselte Thomas Müller verpasste eine Hereingabe nur knapp (78.), nach einem etwas riskanten Ausflug von Manuel Neuer brachte Anton Miranchuk den Ball nicht auf das verwaiste deutsche Tor (82.) und Julian Brandts abgefälschter Schuss strich am russischen Gehäuse vorbei (88.). Auch in der Nachspielzeit fiel kein Treffer mehr, weil Brandt nicht eigensinnig genug war und sich gegen einen Abschluss, dafür für den Querpass entschied (90.+3).

Luft nach oben, Niederlande vor der Brust

Der Sieg der DFB-Elf war am Ende angesichts der großen Überlegenheit im ersten Durchgang natürlich verdient, die zweite Halbzeit offenbarte aber, dass Löw und sein junges Team noch etwas Wegstrecke vor sich haben.

"Ich bin sehr zufrieden. Die erste Halbzeit war ein Top-Spiel von uns. In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen zu passiv in den Zweikämpfen, da hätten wir eine Schippe drauflegen können", meinte Gnabry. Neuer bezifferte den Stellenwert des Sieges als "sehr groß" und verwies direkt auf den kommenden Montag (19.11.2018).

Dann spielt Deutschland in der Nations League gegen die Niederlande - je nach Ergebnis zwischen den Niederländern und Frankreich am Freitag (16.11.2018) ist es dann die letzte Chance auf den Klassenerhalt in der A-Gruppe.

Stand: 15.11.2018, 22:36

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