Deutschland feiert Tor-Party gegen Liechtenstein

Deutschland jubelt über ein Tor gegen Liechtenstein

Deutschland - Liechtenstein 9:0

Deutschland feiert Tor-Party gegen Liechtenstein

Von Christian Hornung

Mit einer Tor-Party gegen Liechtenstein hat Hansi Flick seinen Start-Rekord als Bundestrainer - sechs Siege in Serie zum Auftakt - gefeiert. Für die früh dezimierten Gäste hätte es noch viel schlimmer kommen können.

Die Hoffnung der Liechtensteiner, am Donnerstagabend (11.11.2021) in Wolfsburg ein ähnlich ehrenhaftes Resultat wie beim 0:2 im Hinspiel beim Amtsantritt von Hansi Flick zu erzielen, hatte sich ziemlich zügig erledigt - am Ende hieß es vor den Augen von Joachim Löw, der vor dem Anpfiff im Stadion verabschiedet wurde, 9:0 (4:0) für die DFB-Elf.

Die Szene, die das Debakel einleitete, tat allerdings bei jeder Zeitlupe mehr weh: Abwehrspieler Jens Hofer wollte im eigenen Strafraum wohl einen hohen Ball klären, trat dabei aber mit den ausgestreckten Stollen in den Halsbereich von Leon Goretzka: Zu Rot und Elfmeter von Schiedsrichterin Ivana Martinčić gab es keine Alternative.

Neun Tore gegen zehn Liechtensteiner: Die Audio-Highlights

Sportschau 11.11.2021 03:11 Min. Verfügbar bis 11.11.2022 ARD Von Julia Metzner /Holger Dahl


Es folgten zwölf furchtbare Minuten für die Gäste. Den Strafstoß verwandelte Ilkay Gündogan (11.). Dann legten Daniel Kaufmann per Eigentor nach einer scharfen Hereingabe von Christian Günter (20.), Leroy Sané nach einer wunderbaren Kombination über Marco Reus und Goretzka (22.) sowie Reus nach einer geschickten Täuschung von Sané (23.) die Tore zwei bis vier nach.

Arroganz-Anfälle von Gündogan

Es deutete sich kurz an, dass unter Beibehaltung dieser Schlagzahl der Rekord-Sieg der deutschen Nationalmannschaft vom 1. Juli 1912 gegen Russland (16:0) in Gefahr geraten könnte.

Doch in den folgenden 20 Minuten bis zur Pause schlichen sich ein paar kleinere Arroganz-Anfälle beim DFB-Team ein. Vor allem Gündogan, der gleich drei Riesenchancen viel zu lässig liegen ließ, sorgte dafür, dass Flick an der Seitenlinie zunehmend verärgert auf das Geschehen blickte. Auch Sané hatte Phasen, in denen er den letzten Ernst vermissen ließ.

Zwei Wechsel zur Pause

In der Pause dürfte Flick bei seiner Mannschaft wieder mehr Tempo in den Aktionen, konsequentere Laufwege in die Tiefe und Zug zum Tor eingefordert haben - mit der Hereinnahme von Debütant Lukas Nmecha und Florian Neuhaus untermauerte er seinen Wunsch nach mehr Zielstrebigkeit.

Die Entstehung des 5:0 in der 49. Minute dürfte den Wünschen des Bundestrainers entsprochen haben: Reus zog nach einem geblockten Schuss von Thomas Müller konsequent durch bis zur Grundlinie, passte präzise in den Rückraum, wo Sané durch die Beine von Müller vollstreckte.

Nmecha trifft Aluminium

Danach schlichen sich wieder so manche Längen ein, doch das Wolfsburger Publikum hatte dennoch seinen Spaß und feierte mit "La Ola". Kein Wunder: Schließlich waren ab der 64. Minute mit dem nachnomierten Maximilan Arnold sowie Ridle Baku und Nmecha auch drei VfL-Spieler auf dem Rasen.

Nmecha schaltete sich sofort mit Vehemenz in die Angriffe ein, hatte aber mehrfach Pech, in der 56. Minute verhinderte der Pfosten sein Tor zum Nationalmannschafts-Einstand.

Müller: "Liechtensteiner haben alles in die Waagschale geworfen"

Sportschau 11.11.2021 03:31 Min. Verfügbar bis 11.11.2022 ARD Von Philipp Weiskirch


Müller trifft doppelt

Die zehn Liechtensteiner waren dann aber zunehmend mit ihren Kräften am Ende. Müller auf Pass von Neuhaus in der 76. Minute, Baku mit einem herrlichen Schlenzer in den linken Winkel (80.) und noch einmal der von Joachim Löw ausgemusterte und von Flick reaktivierte Müller schraubten die Tor-Party fünf Minuten vor Schluss auf 8:0.

Reus: "Gerne hätten wir noch das zehnte Tor gemacht"

Sportschau 11.11.2021 01:37 Min. Verfügbar bis 11.11.2022 ARD Von Philipp Weiskirch


Am Ende wäre es dann doch beinahe noch zweistellig geworden - das Kopfball-Eigentor von Maximilian Göppel zum 9:0 war aber dann doch das Ende der Tor-Party.

Nmecha nach Debüt: "Schade, dass ich nicht treffen konnte"

Sportschau 11.11.2021 Verfügbar bis 11.11.2022 ARD Von Philipp Weiskirch


"Harmonischer und toller Abend"

"Man muss es ein bisschen relativieren, da wir keine extrem schwierigen Gegner in unserer Gruppe haben", sagte Müller anschließend: "Aber die Leute sind da und wir sind auch da. Man kann von einem harmonischen und tollen Abend sprechen."

Baku: "Hätten vielleicht noch das ein oder andere Tor mehr machen können"

Sportschau 11.11.2021 01:17 Min. Verfügbar bis 11.11.2022 ARD Von Philipp Weiskirch


Das fand auch Flick: "Natürlich bin ich zufrieden. Mich freut es, dass Jogi bei seinem Abschied neun Tore gesehen hat. Die Stimmung im Stadion war einfach fantastisch. Die Mannschaft, die Zuschauer, die Fans, das ist eine gute Kombination. Die Freude wird auf den Platz getragen."

Bundestrainer Flick: "Von Spiel zu Spiel verbessern"

Sportschau 11.11.2021 02:13 Min. Verfügbar bis 11.11.2022 ARD Von Philipp Weiskirch


Stand: 11.11.2021, 23:38

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