DFB-Elf verliert gegen Brasilien

Leroy Sané (r.) wird von Willian (l.) bedrängt

Deutschland - Brasilien 0:1

DFB-Elf verliert gegen Brasilien

Mit sieben Neuen in der Startelf hat die DFB-Elf im Testspiel gegen Brasilien eine verdiente Niederlage kassiert.

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw unterlag dem fünfmaligen Weltmeister am Dienstag (27.03.2018) mit 0:1 (0:1). Das Tor des Tages im ausverkauften Olympiastadion in Berlin erzielte Stürmer Gabriel Jesus von Manchester City (38.).

Sieben Neue in der Startelf

Der Bundestrainer veränderte seine Mannschaft auf sieben Positionen. Torhüter Kevin Trapp, Antonio Rüdiger, Marvin Plattenhardt, Ilkay Gündogan, Leon Goretzka, Leroy Sané und Mario Gomez hatten am Freitag gegen Spanien (1:1) in Düsseldorf noch nicht in der Startelf gestanden.

Torhüter Marc-André ter Stegen bekam ebenso eine Pause wie Mats Hummels, Sami Khedira, Jonas Hector und Timo Werner. Thomas Müller und Mesut Özil hatte der Bundestrainer bereits nach Hause geschickt. Die Brasilianer spielten mit "voller Kapelle", wollten im prestigeträchtigen Duell gegen die DFB-Auswahl unbedingt ihre Konkurrenzfähigkeit unter Beweis stellen - und hatten damit Erfolg. Die Mannschaft wirkte trotz des Fehlens des verletzten Superstars Neymar sehr reif und abgeklärt.

Taktisch geprägtes Spiel - Brasilien mit Vorteilen

Zunächst begannen die Brasilianer jedoch nervös und hatten erst nach einem Fehler von Gündogan durch Philippe Coutinho eine gute Möglichkeit (11. Minute). Der deutsche Abwehrblock um den in seiner Heimatstadt erstmals als Kapitän beginnenden Jérôme Boateng stand zunächst sicher. Nach einem Schlag auf die Wade wurde Boateng in der 68. Minute ausgewechselt.

Nachdem die Gäste nach und nach die Kontrolle über die Begegnung übernahmen, weil die deutsche Elf auch nicht den gewohnten Druck und die nötige Spritzigkeit nach vorn entwickelte, schlugen sie in der 38. Minute nach einem Fehlpass Gündogans zu: Rüdiger konnte eine Willian-Flanke nicht verhindern. Keeper Kevin Trapp kam noch mit der Hand an den Kopfball von Jesus, konnte aber dann in Rückenlage nicht verhindern, dass die Kugel langsam über die Linie segelte.

Erster Schuss aufs Tor in der Nachspielzeit

In der zweiten Halbzeit hätten die Brasilianer ihre Führung ausbauen können, die beste Möglichkeit vergab Jesus, der in der 68. Minute nicht ins leere Tor köpfen konnte. Der Weltmeister fand hingegen immer weniger Gegenmittel gegen die diszipliniert und mit viel Einsatz spielenden Südamerikaner. Zumal neu in die Elf gerückten Spielern wie Sané oder Gündogan zu wenig gelang.

Gündogan - "Wir wissen jetzt, dass wir uns definitiv noch verbessern müssen"

Sportschau | 27.03.2018 | 01:18 Min.

In den Schlussminuten versuchte man noch einmal mit allen Offensivalternativen mehr Druck zu erzeugen. Mit dem ersten echten Torschuss auf das Gehäuse der Brasilianer in der Nachspielzeit hätte Julian Draxler sogar beinahe noch den Ausgleich erzielt, der aber alles in allem glücklich gewesen wäre.

Löw: Körpersprache hat nicht gestimmt

Überhaupt nicht zufrieden war Toni Kroos, der nach der Auswechslung Boatengs die Kapitänsbinde übernommen hatte: "Positiv war, dass wir in der zweiten Hälfte hintenraus besseren Fußball gespielt haben als vor der Pause. Mannschaftlich überwiegt klar das Negative. Wir haben gesehen, dass wir nicht so gut sind, wie wir gemacht werden und wie es einige Spieler glauben. Wir haben uns viel zu leicht abkochen lassen. Dabei standen heute einige Spieler auf dem Platz die sich zeigen konnten, das haben sie aber nicht getan. Das ist ärgerlich. Wir haben noch viel Luft nach oben."

Löw wollte das ganze nicht so dramatisch sehen, stieß aber in die gleiche Kerbe: "Dass die Brasilianer mit ihrer verletzten Seele mit ihrer besten Mannschaft spielen und hochmotiviert auftreten, das war so zu erwarten. Das war heute nicht unser Tag. Wir haben uns viele Abspielfehler, viele leichte Fehler erlaubt und damit die Brasilianer stark gemacht. Heute waren ein paar junge Spieler auf dem Platz, die ihre Erfahrungen gemacht haben und daraus ihre Lehren ziehen werden. Zudem hat bei vielen Spielern die Körpersprache nicht gestimmt."

red, mit dpa | Stand: 27.03.2018, 22:53

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