So funktioniert die Nations League

Der Spielball der UEFA Nations League

Alle Antworten zum neuen Wettbewerb

So funktioniert die Nations League

Von Frank van der Velden

Die neue UEFA Nations League ist ein neuer Wettbewerb. Sportschau.de stellt den Modus vor und erklärt, warum sich über das Turnier ein "Fußballzwerg" für die EM 2020 qualifizieren kann.

Die UEFA Nations League - ein Konstrukt, dessen Modus hoch kompliziert und dessen Sinn fraglich ist. Vor allem in Sachen Terminplanung für die EM 2020 geht es drunter und drüber.

Wer ist dabei?

Alle 55 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union UEFA machen mit. Die Teams werden in vier Ligen aufgeteilt. Ausschlaggebend ist die UEFA-Koeffizienten-Rangliste. In den Ligen A und B spielen je zwölf Mannschaften, in der Liga C sind 15 und in der Liga D 16 Mannschaften mit dabei.

Gegen wen muss Deutschland ran?

Deutschland war bei der Auslosung in der Liga A als einer von vier Gruppenköpfen gesetzt - genau wie Portugal, Belgien und Spanien. Die Kontrahenten der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Gruppe 1 sind Frankreich und die Niederlande.

Wann geht es in die Finalrunde?

Die Gruppenphase begann am Donnerstag (06.09.18) und endet im November. Das Finalturnier steigt im Juni 2019. Alle zwei Jahre soll es die Nations League geben. Das bedeutet, dass die EM-Qualifikation künftig nicht mehr im September im Anschluss an die WM- beziehungsweise die EM-Endrunde startet, sondern im darauf folgenden März - in diesem Fall im März 2019. Sie endet aber dennoch wie üblich im November.

Wer hat sich das ausgedacht und was soll das?

Die Nations League ersetzt die "normalen" Test-Länderspiele. Von dem neuen Format versprechen sich die Macher mehr Spannung, schließlich geht es in den Gruppenspielen um Punkte und am Ende gibt es einen Gesamtsieger, der sogar einen Pokal bekommt, sowie Auf- und Abstieg. Sie war Vorschlag und Herzenswunsch des ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini.

Wie genau ist der Modus?

Die Teams jeder Gruppe treten in Hin- und Rückspiel gegeneinander an. Deutschland hat also vier Gruppenspiele. Die Sieger der Gruppen in der Liga A sind für das Finalturnier im Juni 2019 qualifiziert. Bei dem werden dann die Halbfinals und das Finale gespielt - wie beim Final-Four-Prinzip, das im Hockey angewandt wird. Gastgeber wird eine der vier qualifizierten Nationen sein. Die vier Gruppenletzten steigen ab und müssen beim Turnier 2020/21 in der Liga B spielen. Die Gruppensieger der Liga B steigen auf. Auch für die Ligen C und D gibt es diese Auf- und Abstiegsregelung.

Was hat das mit der Qualifikation für die EM 2020 zu tun?

Die Qualifikation für das Turnier 2020 mit 24 Teams sieht so aus: Es wird zehn Fünfer- beziehungsweise Sechser-Gruppen geben. Der Sieger und der Zweite einer jeden Gruppe fährt zur EM - also 20 Teams. Da es 13 Gastgebernationen gibt, ist keine Mannschaft automatisch qualifiziert. Vier Plätze bleiben also frei, die über die Nations League vergeben werden. Und zwar an Teams, die in der "normalen" Qualifikation gescheitert sind.

Das passiert in Play-off-Spielen im März 2020, an denen die 16 Gruppensieger teilnehmen. Jede Liga hat ihren eigenen Play-off-Weg mit je vier Teams. Die Mannschaften einer jeden Liga bleiben also unter sich. Es wird zwei Halbfinals und ein Finale geben. Die Sieger der vier Play-off-Wege  haben ihr EM-Ticket sicher. Das bedeutet, dass sich auch aus der schwachen Liga D mit Teams wie Aserbaidschan, Luxemburg, Liechtenstein, Andorra, San Marino und Gibraltar auf jeden Fall ein Land für die EM 2020 qualifizieren wird.

Sollte sich ein Gruppensieger zuvor schon über den "normalen" Weg qualifiziert haben, dann übernimmt der Zweite seinen Platz in den Play-offs oder auch der Dritte. Falls sich in der Liga A am Ende nur drei Play-off-Teilnehmer finden - und das ist in dieser starken Liga ja durchaus möglich - dann geht der freie Play-off-Platz an ein Team der Liga B.

Was ändert sich noch?

Die Gruppenauslosung für die EM kann erst nach den Play-offs der Nations League im März 2020 erfolgen - und damit weniger als drei Monate vor Turnierbeginn und rund fünf Monate später als bisher. Das erschwert die Planungen und die Vorbereitung auf die Gegner.

Gibt es die Spiele im TV zu sehen?

Alle deutschen Partien werden in der ARD oder im ZDF live übertragen. Die ARD sicherte sich zudem die Rechte für die Radioberichterstattung. Auch das Finale gibt es live zu sehen, selbst wenn Deutschland nicht dabei ist.

Stand: 05.10.2018, 09:46

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