Zwei Werder-Stars - zwei Perspektiven

Maximilian Eggestein

Maximilian Eggestein und Max Kruse

Zwei Werder-Stars - zwei Perspektiven

Von Jens Mickler

Maximilian Eggestein ist die Entdeckung der Saison bei Werder Bremen. Bundestrainer Löw berief ihn erstmals für die Nationalmannschaft. Teamkollege Max Kruse spielt ebenfalls auf Top-Niveau - eine Zukunft bei Löw hat er nicht.

Es sind Aktionen wie diese, die Joachim Löw überzeugten. Im Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen spielte Maximilian Eggestein einen Steilpass auf Max Kruse, den man - da waren sich alle einig - als "Weltklasse" bezeichnen konnte. Kruse vollendete die exzellente Vorlage zur 1:0-Führung für die Grün-Weißen.

50 Bundesliga-Spiele in Serie

Das Spiel in Leverkusen war das 50. Bundesliga-Match in Folge für Maximilian Eggestein. In dieser Saison stand er immer in der Startelf, wurde nur einmal ausgewechselt. Der Dauerbrenner spielt bei Werder derzeit auf seiner Lieblingsposition, der Acht. Einsetzbar ist er auch auf der offensiven Sechs. Es sind genau die Positionen, bei denen es zuletzt krankte im DFB-Spiel. Die Nationalmannschaft hatte große Probleme bei den Übergängen von der Defensive zur Offensive. Eggestein nun könnte sie lösen - vielleicht schon im Testspiel am Mittwoch (20.03.2019, 20.45 Uhr) gegen Serbien.

Maximilian Eggestein nach dem Spiel gegen Leverkusen: "Wollen nach Europa"

Sportschau 18.03.2019 00:11 Min. Verfügbar bis 18.03.2020 ARD

Auch dank seiner Laufstärke dürfte er ein Gewinn sein für die Nationalmannschaft. Nach Joshua Kimmich vom FC Bayern ist der 22-Jährige der Spieler mit der höchsten Laufleistung in der Bundesliga. Läuft Eggestein gegen Serbien auf, ist er der erste Werder-Spieler im Nationaltrikot seit Serge Gnabry im Herbst 2016. Als letztes Eigengewächs debütierte vor fast zehn Jahren Aaron Hunt im DFB-Team. "Auch als Verein sind wir stolz, dass es mit Maxi wieder aus dem eigenen Leistungszentrum geschafft hat", sagte Werder-Sportdirektor Frank Baumann.

Spross einer Fußballerfamilie

Eggestein, der bislang zum festen Stamm der U21-Nationalmannschaft zählte, stammt aus einer Fußballer-Familie. Sein Vater Karl Eggestein spielte vor 30 Jahren in der 2. Liga beim TSV Havelse, sein zwei Jahre jüngerer Bruder Johannes spielt als Stürmer ebenfalls eine gute Rolle im Team des SV Werder. Die beiden haben ein inniges Verhältnis. "Wir sind fast immer zusammen, gerade nach dem Training. Dann spielen wir Playstation oder schauen Fußball", sagt Maximilian Eggestein.

Maximilian Eggestein (l.) und Max Kruse

Eggestein jubelt mit Max Kruse

Enges Verhältnis - das gilt für Eggestein auch zu Teamkollege Max Kruse, zumindest auf dem Fußball-Platz. Die Werder-Zange Max und Maxi wird es im DFB-Dress allerdings wohl nicht mehr geben. Trotz der überragenden Leistungen, die Kruse derzeit bringt wie zuletzt gegen Bayer Leverkusen. Eggestein zog danach den Vergleich zu einem ganz prominenten Fußballer. "Eine Vorlage, zwei Tore, bei einem anderen Linksfuß in der Fußballwelt sieht man so ähnliche Aktionen", sagte Maximilian Eggestein in Anspielung auf Lionel Messi.

Kruses unvollendete Länderspielkarriere

Und dennoch: Kruse spielt bei Löws Neuaufbau keine Rolle. Im März 2016 hatte der Bundestrainer den Stürmer - zu dieser Zeit in Diensten des VfL Wolfsburg - aus der Nationalmannschaft geworfen. Max Kruse hatte damals in einer Berliner Disco seinen 28. Geburtstag gefeiert und war dabei mit einem weiblichen Gast aneinandergerasselt. Zwischen 2013 und 2015 kam der gebürtige Hamburger auf 14 Länderspieleinsätze und erzielte dabei vier Tore.

Max Kruse und die Nationalmannschaft: Blockierte Beziehung Sportschau 18.03.2019 01:02 Min. Verfügbar bis 18.03.2020 Das Erste

Kruse selbst hat die DFB-Auswahl nie abgehakt. Noch vergangenen Sommer sagte er dem Magazin 11 Freunde: "Solange ich aktiv bin, ist es mein Ziel, in der Nationalelf zu spielen". Am morgigen Dienstag feiert Kruse seinen 31. Geburtstag. Von Eskapaden wie damals ist derzeit nichts bekannt. Mit einem Anruf von Joachim Löw darf Kruse wohl eher nicht rechnen. Viel Grund zum Feiern hat er derzeit aber dennoch.

Stand: 18.03.2019, 10:19

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