DFB-Einzelkritik - Gnabry und Sané stark, Schulz belohnt sich

Leroy Sane und Serge Gnabry nach dem 2:0

Niederlande - Deutschland 2:3

DFB-Einzelkritik - Gnabry und Sané stark, Schulz belohnt sich

Trotz einer eher schwachen zweiten Hälfte liefert Deutschland gegen die Niederlande das beste Länderspiel seit langem ab. Entscheidend dafür: Serge Gnabry, Leroy Sané, Nico Schulz und die Einwechselspieler.

TOR

Manuel Neuer

Manuel Neuer: Nur dank seiner überragenden Paraden gegen Ryan Babel binnen weniger Minuten ging Deutschland ohne Gegentor in die Pause. Bei den späteren Gegentoren war Neuer machtlos. Ein starker Auftritt des Kapitäns, der damit ein Zeichen setzt in Sachen Torhüter-Diskussion.

ABWEHR

Matthias Ginter: Schaltete sich früh schon vorne ein, konzentrierte sich danach aber auf die Defensivarbeit. Hatte, ebenso wie seine Teamkollegen, oftmals Probleme mit Memphis Depay in der zweiten Hälfte - vor allem vor dem 2:2.

Niklas Süle: Beim Gegentor zum 1:2 sieht er nicht gut aus. Insgesamt oft noch etwas unsortiert, zum Beispiel beim 2:2. Konnte heute seine Schnelligkeit kaum einsetzen. Hatte schon bessere Auftritte.

Antonio Rüdiger: Der Chelsea-Verteidiger war der auffälligste Spieler in Deutschlands Dreier-Abwehrkette. Das muss nicht zwingend gut sein, ist in diesem Fall aber positiv zu bewerten. Bis auf einen Katastrophen-Pass im Spielaufbau eine souveräne Leistung.

MITTELFELD

Thilo Kehrer: Bis auf eine Offensiv-Szene (39. Minute), als er beinahe das 3:0 erzielte, ein eher schwacher Auftritt vom Pariser Abwehrspieler. Offensiv noch recht aktiv bis zur Pause, hatte Kehrer in der zweiten Hälfte große Probleme, Memphis Depay in den Griff zu kriegen. Lukas Klostermann dürfte auf eine Chance hoffen.

Joshua Kimmich: Unauffälliger, aber effektiver Auftritt von Kimmich im Zentrum. Anders als beim FC Bayern wird er von Bundestrainer Joachim Löw konsequent im Mittelfeld eingesetzt. Dass er das mag, sieht man ihm an. Womöglich sind sich Kimmich, Kroos und Goretzka aber zu ähnlich in der Spielanlage. Keiner konnte sich wirklich entfalten.

Toni Kroos: Die schwierige Saison bei Real Madrid geht nicht spurlos an ihm vorbei. Auch wenn Kroos das 1:0 einleitete, war es einer seiner schwächeren Auftritte im DFB-Trikot. Auch hier gilt: Zu wenig Freiheiten, weil das Mittelfeld dicht besetzt war.

Leon Goretzka (bis 70. Minute): Er war noch der Offensivste von den drei zentralen Mittelfeldspielern. Insgesamt aber unauffällig. Der für ihn eingewechselte Gündogan überzeugte dagegen.

Nico Schulz (r) im Zweikampf mit Denzel Dumfries

Nico Schulz: Nicht nur wegen seines Siegtores kurz vor Schluss einer der besten Spieler in der DFB-Elf. Schon das 1:0 bereitete Schulz überragend vor mit einem klasse Sprint und einer perfekten Hereingabe. Offensiv bärenstark, defensiv ab und an noch mit Problemen, insgesamt aber souverän. Er hatte aber auch keinen Depay als Gegenspieler.

Live-Reportage: Das Siegtor von Nico Schulz

Sportschau 24.03.2019 01:07 Min. Verfügbar bis 24.03.2020 ARD

ANGRIFF

Serge Gnabry: Der Münchner erzielte das Tor des Tages. Beim 2:0 lässt Gnabry erst Weltklasse-Verteidiger Virgil van Dijk stehen und zirkelt den Ball anschließend perfekt in den Winkel. Immer aktiv, immer anspielbar, viel gelaufen - ein rundum starker Auftritt des Flügelstürmers, der konsequent im Zentrum blieb.

Leroy Sané: Der Angreifer von Manchester City begann schwungvoll und erzielte nach schöner Hereingabe von Schulz das frühe 1:0. Auch danach wirbelte Sané die niederländische Abwehr durcheinander und hätte fünf Minuten vor der Pause das 3:0 erzielen müssen. In der zweiten Hälfte wie jeder DFB-Akteur weniger zu sehen. Insgesamt trotzdem stark.

EINWECHSELSPIELER

Ilkay Gündogan (ab 70. Minute): Etwas überraschend stand der Mittelfeld-Motor von Manchester City nicht in der Startelf. Mit seinem überzeugenden Kurzauftritt dürfte er aber wieder Argumente gesammelt haben, dass sich das beim nächsten Mal ändert. Gündogan riss sofort das Spiel an sich, forderte den Ball und war an jedem Angriff beteiligt. Er setzte Reus ein vor dem 3:2.

Marco Reus (ab 88. Minute): Der Dortmunder konnte wegen Oberschenkelproblemen nicht von Beginn an spielen. Er kam für die letzten Minuten und war direkt entscheidend beteiligt. Seine Hereingabe von der linken Seite vollendete Schulz zum Siegtreffer.

Reus: "Am Ende hatten wir ein bisschen Glück"

Sportschau 24.03.2019 01:39 Min. Verfügbar bis 24.03.2020 ARD

Thema in: Tagesthemen, Sonntag, 24.03.19, 23.15 Uhr

msc | Stand: 24.03.2019, 23:06

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