Löw will Kadernominierung öffentlich erklären

Bundestrainer Joachim Löw schaut skeptisch

Nach Rauswürfen von Boateng, Hummels und Müller

Löw will Kadernominierung öffentlich erklären

Die Kader für Testspiele hat der DFB meist per Mail verschickt - diesmal ist die Lage nach den Rauswürfen von Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels eine andere. Bundestrainer Joachim Löw will sich nun öffentlich erklären.

Am Mittwoch (13.03.2018) setzt sich der Bundestrainer in München beim Champions-League Spiel gegen Liverpool zu den verärgerten Bayern-Bossen auf die Tribüne, am Freitag spricht er entgegen seiner Gepflogenheiten in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main öffentlich über seinen Neustart ohne die drei Ex-Weltmeister.

War DFB-Präsident Grindel informiert?

Nach dem teilweise verheerenden Echo auf die Ausbootung seiner langjährigen Führungsspieler Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels geht der Bundestrainer in die Offensive und wird dabei auch eine weitere Frage beantworten müssen: War Reinhard Grindel vorab über seine Entscheidung informiert?

Laut FAZ nicht. Nach Informationen der Zeitung hat Löw den DFB-Präsidenten weder über seine Entscheidung noch über die Form in Kenntnis gesetzt. Wegen der vom DFB kurz darauf veröffentlichten Erklärungen von Löw, Oliver Bierhoff und Grindel war der Eindruck entstanden, die Entscheidung des Bundestrainers sei mit dem DFB-Präsidenten abgesprochen und abgestimmt gewesen.

In DFB-Kreisen wurde angeblich die Frage aufgeworfen, ob Löw seine Kompetenz überschritten habe, wenn er Grindel über die Form des Abschieds der verdienstvollen Spieler nicht informierte. Liga-Chef Reinhard Rauball bestätigte auf FAZ-Anfrage, dass er gegenüber Grindel "Defizite" in dieser Angelegenheit angesprochen habe. Die Angelegenheit soll bei einem gemeinsamen Treffen, das vor dem Länderspiel am 20. März in Wolfsburg gegen Serbien ohnehin vorgesehen ist, behandelt werden.

Löw sitzt Mittwoch bei Bayerns Chef-Etage

Ob Löw am Rande des Liverpool-Spiels der ein Gespräch mit Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge oder Präsident Uli Hoeneß geplant hat, ist nicht bekannt. Er sitzt bei seinen Besuchen im Münchner Stadion wie zuletzt im August beim Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger für gewöhnlich eine Reihe unterhalb der Münchner Chefetage.

Am Mittwoch wird auch der rotgesperrte Müller auf der Tribüne Platz nehmen, der Löw nach seinem Aus attackiert hatte. Rummenigge hatte sich in einer gemeinsamen Erklärung mit Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic zum Aus des Trios bereits "irritiert" über Löws Vorgehen gezeigt. Hoeneß dagegen schweigt bisher, hat aber eine ausführlichere Stellungnahme für die Zeit nach dem Liverpool-Spiel angekündigt.

Löw will "grundsätzliche Überlegungen erläutern"

Diese könnte am Freitag (12.30 Uhr) noch nachhallen, wenn Löw sein Aufgebot für den Auftakt des Länderspieljahres gegen Serbien und vier Tage später in der EM-Qualifikation in Amsterdam gegen Erzrivale Niederlande verkündet. Dies wird er öffentlich tun, in der Frankfurter DFB-Zentrale, wo sonst höchstens mal ein Turnierkader bekannt gegeben wurde.

Leroy Sané: "Die drei haben sehr viel für das Land getan" Sportschau 13.03.2019 00:54 Min. Verfügbar bis 13.03.2020 Das Erste

Außerdem, das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag bekannt, wird Löw dann "seine grundsätzlichen Überlegungen erläutern", also auch noch einmal das Aus für die drei Weltmeister erklären. Löw hatte den Münchnern Müller, Boateng und Hummels am Dienstag vergangener Woche mitgeteilt, dass er den weiteren Neuaufbau nach dem WM-Debakel ohne sie plant. Nach anfänglichem Lob für Löws Konsequenz beim Umbruch wurde Kritik am Stil laut.

nch/sid | Stand: 12.03.2019, 18:01

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