Neuer und Kroos überragend - die Nationalelf in der Einzelkritik

Manuel Neuer hält den Elfmeter der Weißrussen

EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland

Neuer und Kroos überragend - die Nationalelf in der Einzelkritik

Von Olaf Jansen

Wer hätte gedacht, dass Keeper Manuel Neuer gegen Weißrussland derart viele Gelegenheiten bekommt, seine Extraklasse zu beweisen? Getoppt wurde der deutsche Keeper eigentlich nur von Mittelfeld-Regisseur Toni Kroos.

Manuel Neuer (Tor)
Der deutsche Keeper bekam gegen Weißrussland überraschend viel Arbeit und verrichtete diese gewohnt sicher. Besser: überragend. Krönung seiner Leistung war der gehaltene Strafstoß gegen Stasewitsch.

Lukas Klostermann (Abwehr)
Auf der rechten Außenbahn war der Leipziger auffallend häufig ins Angriffsspiel des deutschen Teams eingebunden. Ein Großteil der vielen deutschen Angriffsaktionen wurden über seine Seite vorgetragen. Stieß immer wieder in den gegnerischen 16er vor und flankte, was das Zeug hielt.

Matthias Ginter jubelt

Matthias Ginter jubelt

Matthias Ginter (Abwehr)
Der Abwehrchef lieferte lange eine souveräne Partie und hatte auch noch Zeit und Muße, das wichtige 1:0 zu erzielen. Eine Viertelstunde vor Schluss aber unterlief er einen Flankenball von Stasewitsch und erlaubte den Weißrussen durch Dragun eine Hundert-Prozent-Chance. Es blieb leider nicht die einzige gute Möglichkeit des Gegners, dessen Stürmer insgesamt im zweiten Abschnitt zu viel Raum bekamen.

Robin Koch (Abwehr)
Ähnlich wie Ginter mit einer ordentlichen Partie. Wenngleich er das Foul beging, das zum Elfmeter für die Weißrussen führte. Gut zu sehen, dass der Youngster auch in Länderspielen scheinbar keinerlei nervliche Probleme offenbart. Zeigte eine gute Körpersprache.

Nico Schulz (Abwehr)
Tja, dem Dortmunder war die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken. War im ersten Abschnitt kaum ins deutsche Offensiv-Anrennen eingebunden. Bekam defensiv Probleme gegen den flinken Kovalev, als die Weißrussen im zweiten Abschnitt mehr in die Offensive gingen.

Joshua Kimmich (Mittelfeld)
Dezente Partie des Münchners, der als Abräumer eingeplant war. Über weite Strecken der Partie gab's aber nichts abzuräumen. So war Kimmichs Auftritt unscheinbar. Fügte sich gewohnt sicher ins deutsche Kombinationsspiel ein, ohne DIE überragende Offensivaktion zeigen zu können.

Ilkay Gündogan (l.) im Duell mit Stanislaw Dragun

Ilkay Gündogan (l.) im Duell mit Stanislaw Dragun

Ilkay Gündogan (Mittelfeld)
"Stets bemüht" - so kann man den Auftritt des England-Profis vielleicht am besten beschreiben. Gegen das engmaschige Abwehrnetz des Gegners musste Gündogan auf seine Ballsicherheit bauen, ohne die Weißrussen mit seiner Spielweise auseinanderhebeln zu können. Dafür fehlten die entscheidenden Pässe in die Tiefe.

Toni Kroos (Mittelfeld)
Zwei Tore, stets das "Hirn" des deutschen Angriffsspiels. Der Madrilene zeigte eindrucksvoll, wie wichtig er noch immer für dieses junge deutsche Team ist. Erstaunlich, wie abgezockt er vor allem seinen zweiten Treffer markierte, als er im gegnerischen Strafraum gleich zwei Weißrussen aussteigen ließ und unhaltbar einschoss.

Leon Goretzka (Mittelfeld)
Die große Qualität von Goretzka ist seine Fähigkeit, aus dem Mittelfeld immer wieder torgefährlich in die Spitze vorstoßen zu können. Erzielte so wieder "sein" Tor und bekam weitere Möglichkeiten - meist Kopfballchancen. Solche Spieler tun dem deutschen Spiel gut, wenn viele Ballbesitzleute wie Kroos, Gündogan und Kimmich auf dem Platz stehen.

Timo Werner

Timo Werner

Timo Werner (Angriff)
Kein besonders glücklicher Auftritt des Leipzigers, der immer wieder Probleme offenbart, wenn schnell und direkt kombiniert wird. Oft stimmen dann seine Laufwege nicht. Gegen engmaschige Defensivreihen fällt dieses Defizit stärker auf. Und genauso war's gegen die Weißrussen. Seine Spiele kommen wieder - gegen stärkere Gegner.

Serge Gnabry (Angriff)
Auch für ihn war's schwer: Kein Zentimeter Platz im Sturmzentrum in der ersten Halbzeit. Brach den Bann mit einem Solo in den 16er und der anschließenden Vorlage zum 1:0. Solche Aktionen machen den Unterschied aus und sind halt spielentscheidend.

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Einwechselspieler

Julian Brandt (ab 68. für Werner)
Brachte frischen Schwung und noch ein paar Torchancen gegen die weiter aufgerückten Weißrussen. Ein Treffer gelang dem Dortmunder aber nicht mehr.

Luca Waldschmidt (84. für Gnabry)
Kaum eingewechselt, musste der Freiburger nach einem Zusammenprall mit einem Gegner auch schon wieder raus.

Sebastian Rudy (87. für Waldschmidt)
Hatte leider kaum noch Zeit, sich einzubringen.

Stand: 16.11.2019, 23:07

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