Joachim Löw bleibt Bundestrainer

Joachim Löw im Nations-League-Spiel gegen die Schweiz

Zukunft des Bundestrainers

Joachim Löw bleibt Bundestrainer

Schneller als gedacht hat der DFB über die Zukunft des Fußball-Bundestrainers entschieden: Joachim Löw bleibt im Amt. Der DFB habe weiterhin Vertrauen in den 60-Jährigen, teilte der Verband am Montagnachmittag (30.11.2020) mit.

Bei einem Treffen in der Frankfurter DFB-Zentrale nahmen neben Joachim Löw und Präsident Fritz Keller DFB-Direktor Oliver Bierhoff, die beiden Vize-Präsidenten Peter Peters und Rainer Koch sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge an dem Treffen teil. Damit fehlte aus dem mächtigen Präsidialausschuss nur Keller-Gegenspieler Friedrich Curtius. Der Generalsekretär ist nach einem häuslichen Sturz von einer Leiter mit doppeltem Ellbogenbruch und Handfraktur noch krankgeschrieben.

Formal ist das Präsidium zuständig

Formal ist laut Satzung bei "Personalauswahl des Bundestrainers" - und das wäre bei einer Entlassung oder Bestätigung im Amt der Fall - das 18-köpfige Präsidium in seiner großen Runde zuständig. Die Präsidiumssitzung ist für Freitag anberaumt. Offenbar wurde nun aber im kleinen Kreis vorab geklärt, dass Löw seinen bis zur WM 2022 laufenden Vertrag erfüllen und weitermachen darf.

Video - Joachim Löw analysiert und darf erstmal weitermachen Tagesthemen 30.11.2020 01:21 Min. Verfügbar bis 30.11.2021 Das Erste

Rückzug aus freien Stücken unwahrscheinlich

Dass der 60-Jährige nach der angeordneten inneren Einkehr ein halbes Jahr vor der Europameisterschaft mit den Heimspielen in der Gruppenphase gegen Weltmeister Frankreich, Titelverteidiger Portugal und Ungarn in München hinwirft, hielten Personen aus dem direkten Dunstkreis der DFB-Auswahl, aber auch gut informierte Personen im Umfeld der Verbands-Funktionäre vor dem Treffen für unwahrscheinlich.

Löw überzeugt den DFB - vorerst

Sportschau 30.11.2020 02:57 Min. Verfügbar bis 30.11.2021 ARD Von Martin Roschitz


Löw verabschiedete sich aus Sevilla zwar mit der Aussage, dass es jetzt darum gehe, "die richtigen Schlüsse" aus dem "rabenschwarzen Abend" zu ziehen. Er äußerte aber keine Zweifel an sich selbst und seinem Kurs, der ganz auf den EM-Sommer ausgerichtet ist. Im Verband werden zudem der ungünstige Zeitpunkt, die schwierige Corona-Lage und auch eine sofort fehlende Nachfolgelösung gesehen.

Rückendeckung von Keller und Bierhoff

Der seit 2006 amtierende Bundestrainers steht seit der historischen 0:6-Schmach in Sevilla gegen Spanien in der Nations League vor zwei Wochen in der Kritik. Das DFB-Präsidium hatte von Löw eine Analyse eingefordert. Diese soll dessen langjähriger Weggefährte Bierhoff dem Gremium am Freitag präsentieren. Löw ist dann nicht mehr dabei.

Profilager ist pro Löw

Peters gilt nicht erst seit dem WM-Triumph 2014 in Brasilien als Löw-Befürworter. Der Multi-Funktionär und frühere Schalker Finanzvorstand ist zudem ein Vertreter des Profilagers. Aus der Bundesliga aber waren keine Rufe zu vernehmen, ein halbes Jahr vor der EM den Nationaltrainer auszuwechseln.

Nicht nur beim FC Bayern oder bei RB Leipzig haben sie es sehr geschätzt, dass Löw im eng getakteten Corona-Spielplan ihre Topkräfte - auch zum eigenen Nachteil - in mehreren Herbst-Länderspielen pausieren ließ. Zu den Löw-Kritikern wird die mit Keller zerstrittene Fraktion von Curtius gerechnet.

ARD-Sportreporter Dahl: "Aus festem Sattel wird schnell ein Schleudersitz" Tagesthemen 30.11.2020 01:50 Min. Verfügbar bis 30.11.2021 Das Erste

sid, dpa, red | Stand: 30.11.2020, 16:01

Darstellung: