Coronavirus-Pandemie

U21-EM könnte das Turnier der 24-Jährigen werden

Chaled Nahar

Die im Sommer 2021 geplante U21-EM wird wohl der EM der Männer im Kalender weichen müssen. Das Nachwuchsturnier kann den Plänen der UEFA zufolge erst 2022 stattfinden - und wird deshalb einige Merkwürdigkeiten mit sich bringen.

Auch die U21-EM in Ungarn und Slowenien war bei der Videokonferenz der Generalsekretäre der 55 UEFA-Mitgliedsverbände vergangene Woche ein Thema. Die UEFA unterbreitete den Verbänden einen Vorschlag, der sportschau.de vorliegt. Das Turnier soll nicht wie geplant vom 13. bis 27. Juni 2021 stattfinden, sondern in den Sommer 2022 verschoben werden. Das könnte zu ungewöhnlich alten Spielern bei dem Turnier führen.

Stichtag 1. Januar 1998 bleibt wohl

Die U21-EM heißt deshalb so, weil die Spieler frühestens im Jahr des Turnierbeginns 21 Jahre alt werden dürfen. Der offizielle Turnierbeginn ist aber nicht das Eröffnungsspiel der Endrunde, sondern der erste Spieltag der Qualifikation im März 2019. Wer also vor dem 1. Januar 1998 geboren wurde, darf bei der U21-EM nicht mitspielen. Doch was bedeutet das für die Verschiebung, die die UEFA am liebsten in den Juni 2022 vornehmen würde?

Die UEFA stellt den internen Dokumenten zufolge in Aussicht, die vorhandenen Regularien auch für das verschobene Turnier anzuwenden. Die Kategorisierung der Spieler mit dem ältesten Jahrgang 1998 würde dazu führen, dass zahlreiche Spieler im Alter von 24 Jahren bei der Endrunde dabei sein könnten. In der deutschen Mannschaft standen beim bislang letzten Qualifikationsspiel gegen Belgien in Freiburg (2:3) mit Johannes Eggestein, Janni-Luca Serra, Ridle Baku, Dennis Geiger, Vitaly Janelt und Markus Schubert allein sechs Spieler in der Startelf, die im Sommer 2022 bei der Endrunde 24 Jahre alt wären.

Das wäre auf den ersten Blick merkwürdig, aber sportlich durchaus vertretbar. Denn die Spieler tragen weder Schuld an ihrem Geburtstag noch an der Pandemie, warum sollte man ihnen die Teilnahme verweigern? Doch für die Trainer wird 2022 auf diese Weise ein wirres Jahr, wenn die UEFA ihre Vorschläge in die Tat umsetzt.

Ein Jahr, drei Teams: Kuntz braucht einen guten Geburtstagskalender

Bundestrainer Stefan Kuntz braucht einen bestens gepflegten Geburtstagskalender. Denn er wird innerhalb eines Jahres drei unterschiedliche Mannschaften betreuen.

  • 2022 beginnt ein neuer Zyklus für U21-Mannschaften in der UEFA mit dem Stichtag der Geburt ab dem 1. Januar 2000. Im März und Juni 2022 werden üblicherweise schon die ersten Qualifikationsspiele zur EM 2023 angesetzt. Dabei gilt der neue Stichtag.
  • Der alte Stichtag 1. Januar 1998 würde den Plänen zufolge im Sommer 2022 bei der EM-Endrunde gelten.
  • Im Sommer 2021 finden nach jetzigen Planungen die Olympischen Sommerspiele statt - mit dem dann gültigen Stichtag 1. Januar 1997. Die FIFA wollte U23-Teams ins Rennen schicken, die um bis zu drei ältere Spieler ergänzt werden dürfen. Der Stichtag bleibt nach einem Vorschlag einer FIFA-Arbeitsgruppe erhalten, alle Spieler dürfen ein Jahr älter sein.

Termine: Mehrere Folgen für die Qualifikation

Der Spielbetrieb im Fußball ist derzeit in Europa fast komplett ausgesetzt, wann er wieder aufgenommen wird, ist unklar. Trotzdem hat die UEFA einen Plan aufgestellt, wie mit den ausgefallenen EM-Qualifikationsspielen umgegangen werden soll. Die im März abgesagten Spiele, Deutschland hätte jeweils zu Hause gegen Österreich und Wales gespielt, werden demnach im November 2020 gespielt. Im März 2021 sollen die Playoffs stattfinden, die eigentlich für November vorgesehen waren. Beide Termine nutzte die deutsche Mannschaft in der Vergangenheit meist für Testspiele.

Der Stress um die Termine überlagert die Tatsache, dass die anstehende U21-EM sportlich eine besondere wird: Es ist die erste mit 16 statt bisher zwölf Mannschaften.

Experten pessimistisch - Fußball läuft die Zeit davon Sportschau 21.03.2020 04:35 Min. Verfügbar bis 21.03.2021 Das Erste