Grindel verteidigt Löws Vertragsverlängerung

Vorzeitige Verlängerung

Grindel verteidigt Löws Vertragsverlängerung

Vor der WM 2018 in Russland hatte der DFB den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw vorzeitig bis 2022 verlängert - was teils für Unverständnis gesorgt hat. DFB-Chef Reinhard Grindel verteidigt den Entschluss.

Die Entscheidung sei im vergangenen Mai außer aus sportlichen Gründen - nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des neuen Kontraktes für Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff bis 2024 gefällt worden, erklärte Grindel im Gespräch mit dem Onlineportal Sport1 vor dem Nations-League-Duell der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag (06.09.2018) in München gegen Weltmeister Frankreich.

Diskussionen vermeiden

Bierhoffs und Löws Verträge waren "früher immer parallel. Wir haben uns vor der WM gefragt, wie es wirke, wenn wir mit Bierhoff verlängern und mit Löw nicht", sagte Grindel und verwies zudem auf das damalige Vertrauen in Löws Kompetenz für einen demnach schon vor der WM-Pleite in Russland für notwendig erachteten Neuaufbau des DFB-Teams für die WM-Endrunde 2022 in Katar: "Um Diskussionen vor der WM zu vermeiden - wir verlängern langfristig mit Bierhoff und mit Löw nicht, was zweifelsohne zu Unruhe geführt hätte - und vor dem Hintergrund, dass alle Präsidiumskollegen und Oliver Bierhoff gesagt haben, dass sie Joachim Löw den notwendigen Umbruch zutrauen, haben wir uns zu dieser Vertragsverlängerung entschieden."

Löw im Interview - "Wettmachen, was wir verbockt haben"

Sportschau 05.09.2018 06:04 Min. Verfügbar bis 05.09.2019 ARD

"Vertrauen ungebrochen"

Nach dem Vorrunden-K.o. des deutschen Teams bei der WM in Russland war die Vertragsverlängerung mit Löw vielfach als verfrüht kritisiert worden. Grindel machte nunmehr jedoch deutlich, dass durch das WM-Desaster keine andere Bewertung von Löws Trainer-Qualitäten eingetreten sei: "Das Vertrauen in Jogi Löw ist ungebrochen. Wir glauben, dass er die Zukunft gut gestalten kann. Deswegen würden wir uns sicherlich immer wieder so verhalten, wie wir es getan haben."

Der Coach habe nach der WM "die richtige Analyse vorgenommen und auch aufgezeigt, welche Konsequenzen zu ziehen sind", sagte Grindel weiter. Der DFB-Präsident unterstrich seine Zuversicht, dass Löw "auch jetzt mit den erfahrenen Spielern, die hoffentlich ein anderes Bild als in Russland abgeben, als auch mit den neuen, die in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren dazukommen müssen" eine Mannschaft formen werde.

sid | Stand: 06.09.2018, 13:53

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