Deutschlands Torwart Manuel Neuer gestikuliert.

DFB-Defensive Manuel Neuer, die Konstante

Stand: 12.06.2022 23:24 Uhr

DFB-Keeper Manuel Neuer ist mittlerweile 36 Jahre alt. Doch für die Defensive der Nationalmannschaft ist er noch immer unverzichtbar.

Von Frank Menke

Zwölf Spiele hat das DFB-Team unter Bundestrainer Hansi Flick bestritten. Die nackten Zahlen stimmen optimistisch: Acht Siege und vier Unentschieden holte die Nationalmannschaft dabei. Die Zahlen verschleiern jedoch einen ungetrübten Blick auf die Realität. Und die lautet nach den drei 1:1-Remis in der Nations League gegen Italien, England und Ungarn: Die einzige, immer verlässliche Größe in dieser Mannschaft ist Torhüter Manuel Neuer.

Neuers Traum vom zweiten WM-Titel

Der wohl noch immer beste Schlussmann der Welt hat noch eine große Vision. Der inzwischen 36-Jährige will nun in Katar nach dem Coup von 2014 seinen zweiten WM-Titel feiern. "Wir als Profisportler werden an Trophäen, an Titeln gemessen. Und für mich gibt es da nur ein Ziel, was ich habe, und das ist der Weltmeistertitel", sagte er schon Ende März.

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Derzeit erscheint ein deutscher WM-Triumph jedoch wie ein schöner Traum jenseits der Realtität. Zuletzt wirkte das DFB-Team nicht nur harmlos in der Offensive - auch die Hintermannschaft war stets für Aussetzer gut. Es ist gewiss keine allzu steile These, zu behaupten, dass Bundestrainer Flick ohne seine "Lebensversicherung" Neuer längst die erste Niederlage zu verbuchen gehabt hätte.

Immer wieder Patzer ausbügeln

Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus formulierte es nach dem Ungarn-Spiel bei "RTL" so: Flicks Schützlinge könnten sich "wieder mal bei Manuel Neuer bedanken, dass sie hier nicht verloren haben". Und tatsächlich muss der Schlussmann immer wieder Patzer seiner Kollegen ausbügeln.

Ein paar Beispiele: Das 1:0 der Ungarn durch Zsolt Nagy begünstigte Verteidiger Nico Schlotterbeck durch einen Stellungsfehler. Neuer hatte zuvor noch einen Kopfball von Roland Sallai entschärft und hielt später das 1:1 fest, als er Großchancen von Attila Fiola und Dániel Gazdag stark parierte.

Gegen England rettete Neuer zunächst die 1:0-Führung, zum Beispiel bei einer Glanzparade gegen Bukayo Saka oder bei einem Schuss von Harry Kane, den er per Hüfte blockte. Gegen den von Schlotterbeck verursachten Strafstoß war er machtlos.

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Stabilität kaum erkennbar

Sinnbildlich für Neuers Rolle war sein Auftritt gegen Italien. Dabei blieb der deutsche Keeper weitgehend beschäftigungslos, musste aber ständig hochkonzentriert und auf der Hut sein, weil jederzeit etwas hätte passieren können.

Allen Qualtitäten der deutschen Verteidiger zum Trotz offenbart die deutsche Hintermannschaft immer wieder Mängel. Antonio Rüdiger tritt mit klarem Führungsanspruch an, überzieht aber zuweilen. Schlotterbeck leistet sich immer wieder mal Konzentrationsschwächen und neigt zu ungestümer Zweikampfführung.

Niklas Süle wirkt nicht richtig in Tritt, Thilo Kehrer fehlt es an Konstanz, ebenso Jonathan Tah. Jonas Hofmann ist eigentlich Mittelfeldspieler, hat dafür seine Stärken im Spiel nach vorne wie auch David Raum. Die Auftritte von Benjamin Henrichs und Lukas Klostermann sind zwar solide, oft aber ohne Esprit.

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Viele Fehler unter Druck

Unterm Strich liefert also auch die Defensive des DFB-Teams Anlass zur Kritik, wirkt wenig eingespielt, mitunter wackelig, zuweilen sogar kopflos. Und so machen die Abwehrspieler unter Druck immer wieder Fehler, die am Ende Manuel Neuer ausbügeln muss. Doch zumindest darauf kann sich der Bundestrainer im Moment ja verlassen.