Topf 2 droht DFB-Team auch bei der WM-Qualifikation 2022

Ratlosigkeit beim DFB-Team nach dem 2:2 gegen die Niederlande

Setzliste durch Nations League

Topf 2 droht DFB-Team auch bei der WM-Qualifikation 2022

Von Chaled Nahar

Der Abstieg der deutschen Mannschaft aus der Liga A der Nations League hat möglicherweise Folgen für die WM-Qualifikation 2022. Auch da droht Lostopf 2 - und das wäre schmerzhafter als bei der EURO 2020.

Die deutsche Mannschaft ist in die Liga B der Nations League abgestiegen. Das ist sportlich bedauerlich, hat aber auch technokratische Folgen. Bei der Auslosung zur Qualifikation für die EURO 2020 befindet sich die DFB-Auswahl bekanntlich in Topf 2. Das kann zu schwierigeren Gegnern führen, da sich jedoch zwei Teams aus jeder Gruppe für die EURO qualifizieren und auch noch ein Nachrückverfahren über die Play-offs besteht, wirkt der Schaden gering.

Das könnte sich in zwei Jahren mit Blick auf die WM in Katar ändern. Bei der EURO 2020 sind 20 Mannschaften aus zehn Gruppen über die übliche Qualifikation dabei, vier weitere können es anschließend noch über die Play-offs der Nations League schaffen. Für die WM 2022 stehen Europa jedoch laut FIFA-Beschluss nur 13 Plätze zur Verfügung - und nicht 24. Dieser Unterschied hat für Absteiger Deutschland als B-Ligist möglicherweise weitreichende Folgen.

Qualifikation könnte eine größere Herausforderung werden

Im Dezember 2014 entschied das UEFA-Exekutivkomitee, dass bei der WM-Qualifikation 2022 in Europa dieselben Grundsätze gelten werden wie bei der EM-Qualifikation. Mit dem entscheidenden Unterschied: "Das Format wird den für Europa verfügbaren Startplätzen angepasst werden."

Das sogenannte "UEFA Nations League Overall Ranking", nach dem die Lostöpfe für die Qualifikation zur EURO 2020 gebildet wurden, ist demnach also auch für die Setzliste bei der europäischen Qualifikation für die WM 2022 maßgeblich. In der Liga A spielen zwölf Mannschaften. Da die deutsche Mannschaft in die Liga B abgestiegen ist, kann sie im nächsten Ranking 2020/21 maximal Platz 13 belegen.

Bei der Qualifikation zur WM 2018 befanden sich neun Mannschaften in Topf 1, Deutschland läge klar in Topf 2 - mindestens ein starker Gegner aus Topf 1 wäre damit sicher. Und da sich angesichts von 13 europäischen Teilnehmern nach dem geltenden System nur neun Mannschaften direkt qualifizieren, wird nur ein Team aus jeder Gruppe sicher dabei sein. So könnte die WM-Qualifikation für das deutsche Team so schwierig wie selten werden - die "Passauer Neue Presse" berichtete am Mittwoch (21.11.2018) zuerst über das Thema.

Die anderen vier Teilnehmer müssten wie bei der EM 2020 über die Play-offs der Ligen A, B, C und D der Nations League ermittelt werden. In Liga B wäre das also die zweite Chance für Deutschland, wenn es nicht zum Gruppensieg reichen sollte. Die "kleinen" Mannschaften in Liga D bekommen dem aktuellen Reglement nach wie bei der EM einen Turnier-Platz über ihre Play-offs.

Die offene Frage: In welchem Format wird gespielt?

Allerdings bleibt eine Chance, dass sich an diesen Verhältnissen noch etwas ändert. Die UEFA spricht auf Anfrage von "Spekulationen" und teilt mit, dass noch gar nicht feststehe, wie viele Mannschaften an der Qualifikation teilnehmen werden. Der Modus sei auch noch nicht veröffentlicht worden.

Aus gutem Grund, denn die wohl wichtigste Frage bleibt, ob die WM schon in Katar 2022 und nicht erst wie geplant in USA/Mexiko/Kanada 2026 von 32 auf 48 Endrundenteilnehmer ausgeweitet wird. Sollte das passieren, würden weitere Startplätze für Europa hinzukommen, was das Problem für die deutsche Mannschaft entspannen könnte.

Veränderungen am Format müssten UEFA und FIFA aber erst noch beschließen. Dem aktuellen Stand zufolge ist die WM-Endrunde in Katar für Deutschland schwieriger zu erreichen als die Turniere der vergangenen Jahre.

Stand: 21.11.2018, 13:58

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