Wissenswertes zum Spiel Weißrussland gegen Deutschland

Ersatz-Bundestrainer Marcus Sorg beim Training der Nationalmannschaft.

EM-Qualifikation

Wissenswertes zum Spiel Weißrussland gegen Deutschland

Deutschland spielt am Samstag in der EM-Qualifikation in Weißrussland. Die Abwehrformation scheint noch unklar, Joachim Löw telefoniert mit seinem Vertreter wegen der Aufstellung und der Gegner hat wenig Erwartungen.

Die Ausgangslage

Mit einem Sieg in Weißrussland will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (08.06.2019/20.45 Uhr) den nächsten Schritt zur EM 2020 machen. Mit einem 3:2-Sieg im ersten Spiel in den Niederlanden ist die deutsche Mannschaft gut in die Qualifikation gestartet.

Ein Sieg in Weißrussland und ein weiterer gegen Estland in Mainz würde den Weg bereiten in einer Qualifikation, in der es für die Favoriten ohnehin schwer ist, zu scheitern - die beiden ersten jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für die EURO 2020. Alles andere als ein Sieg wäre eine riesige Enttäuschung, auch wenn die Mannschaft noch "reifen" müsse, wie es DFB-Direktor Oliver Bierhoff formulierte und feststellte: "Der Umbruch ist vollzogen, die Entwicklung muss jetzt stattfinden."

Wer fehlt

Vor allem Joachim Löw. Der Bundestrainer hatte einen Sportunfall und wird deshalb in einem Krankenhaus behandelt. Sein Co-Trainer Marcus Sorg gibt sich vor seiner Premiere als Cheftrainer der deutschen Mannschaft ruhig. "Meine Gefühlslage ist eigentlich gut", sagte Sorg. "Es kam sehr viel Arbeit auf mich zu diesmal, aber die Spieler haben mir sehr geholfen", berichtete er nach der Vorbereitung im Trainingslager in den Niederlanden: "Die endgültige Wahrheit wird man aber erst morgen erkennen."

Neben dem am Daumen verletzten Bernd Leno fehlen auch die angeschlagenen Toni Kroos, Marc-André ter Stegen und Antonio Rüdiger im DFB-Aufgebot.

Wie Sorg das Spiel angeht

Der Tagesablauf sei derselbe wie unter Löw, sagte Sorg. "Der einzige Unterschied ist, dass die Abschlussbesprechung von mir gehalten wird und nicht vom Bundestrainer. Aber ansonsten ist es ein ganz normaler Ablauf eines Spieltages."

2013 erlebte Sorg ebenfalls in Weißrussland als Trainer der U19 sein erstes Pflichtspiel als Trainer des DFB, 2014 führte er die Mannschaft zum EM-Titel. Damals wie heute ebenfalls in Weißrussland dabei ist Serge Gnabry. "Ein gutes Omen", sagte Sorg.

Wer dabei ist

Alle 22 Akteure im Kader sind einsatzfähig, auch der in der Endphase der Saison verletzte Leon Goretzka. "Ich bin voll im Training gewesen, ich bin fit fürs Spiel", sagte er bei der letzten Pressekonferenz vor dem Spiel.

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Ob Deutschland mit einer Viererkette oder einer Dreierkette spielen wird, ließ Sorg offen. "Prinzipiell müssen wir in der Lage sein, unterschiedliche Systeme spielen zu können. Wir sind sehr flexibel, die letzte Entscheidung ist noch nicht gefallen." Und das letzte Wort habe der Bundestrainer - telefonisch. Entscheiden sich Löw und Sorg für eine Viererreihe, könnte Matthias Ginter den verletzten Rüdiger an der Seite von Niklas Süle ersetzen.

Sorg: "Löw und ich telefonieren jeden Abend" Sportschau 07.06.2019 00:43 Min. Verfügbar bis 07.06.2020 Das Erste

Am Telefon wird Löw neben der Abwehrformation weitere Fragen beantworten müssen: Führt Ilkay Gündogan im Mittelfeld für den fehlenden Kroos Regie? Stürmt Marco Reus statt Timo Werner gemeinsam mit Leroy Sané und Gnabry?

Die voraussichtliche Aufstellung der deutschen Mannschaft:

Neuer - Kehrer, Ginter, Süle, Schulz - Kimmich - Goretzka, Gündogan - Gnabry, Reus, Sané.

Darf Löw am Fernseher zugucken?

Für einen kleinen Lacher bei der Pressekonferenz sorgte die Frage eines Journalisten aus Weißrussland, ob Joachim Löw das Spiel aus gesundheitlichen Gründen überhaupt am Fernseher verfolgen dürfe. Leon Goretzka schaute als Empfänger der Frage verdutzt, DFB-Pressesprecher Jens Grittner löste die Lage: "Nein, das wurde ihm sicher nicht verboten. Und ich würde behaupten: Das würde er sich nicht verbieten lassen."

"Darf Löw das Spiel gucken?" - "Lässt er sich nicht verbieten" Sportschau 07.06.2019 01:29 Min. Verfügbar bis 07.06.2020 Das Erste

Was Weißrussland drauf hat

Weißrussland hat seit seiner Unabhängigkeit 1991 noch nie die Endrunde einer WM oder EM erreicht. Als 81. der Weltrangliste ist die überalterte Mannschaft auch in dieser Qualifikation ein Außenseiter, Altstar Alexander Hleb ist nicht mehr dabei. In Nordirland verlor Weißrussland mit 1:2, in den Niederlanden zum Auftakt der Quali 0:4. Wie gering die Erwartungen sind, zeigt eine Ankündigung von Trainer Igor Kriuschenko. Schon bei einem Punktgewinn will er seinen markanten Schnauzbart abrasieren. 

Die deutsche Mannschaft vor dem Spiel gegen Weißrussland 2008

Die deutsche Mannschaft vor dem Spiel gegen Weißrussland 2008

Auf die leichte Schulter will die deutsche Mannschaft ihren Gegner aber nicht nehmen. "Wir alle wissen leider zu genau von der WM 2018, was passieren kann, wenn man auf dem Papier schon so gut wie sicher gewonnen hat", sagte Gündogan. Beide Mannschaften spielten erst einmal gegeneinander: Bei einem Freundschaftsspiel am 27. Mai 2008 verspielte Deutschland beim 2:2 eine 2:0-Führung.

Das Stadion

Die Borisov-Arena

Die Borisov-Arena

Gespielt wird in der "Borisov Arena". Nur etwas mehr als 13.000 Zuschauer passen in den leicht futuristisch anmutenden Bau. Borissow liegt rund 75 Kilometer nordöstlich von Minsk, aus deutscher Sicht haben zuletzt der 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen jeweils in der Europa League beim heimischen FC Bate Borissow gespielt.

Der Schiedsrichter

Der Serbe Srdjan Jovanovic leitet das Spiel in Borissow. Der 33-Jährige pfeift erstmals ein Länderspiel der deutschen Mannschaft.

Der deutsche Kader für die Spiele in Weißrussland und gegen Estland:
Tor:
Manuel Neuer (Bayern München), Sven Ulreich (Bayern München), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
Abwehr: Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Jonas Hector (1. FC Köln), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Niklas Stark (Hertha BSC), Niklas Süle (Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Paris St. Germain), Serge Gnabry (Bayern München), Leon Goretzka (Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Joshua Kimmich (Bayern München), Marco Reus (Borussia Dortmund), Leroy Sané (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig)

nch/sid/dpa | Stand: 07.06.2019, 20:49

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