DFB-Team - zwischen Stabilität, Entwicklung und Freiräumen

Marcus Sorg

Nach Pressekonferenz

DFB-Team - zwischen Stabilität, Entwicklung und Freiräumen

Stabilität und Siege auf der einen, eine positive Entwicklung, Vertrauen und Freiräume auf der anderen Seite. Die DFB-Elf muss auch im EM-Qualifikationsspiel gegen Estland am Dienstagabend (11.06.2019, im Live-Ticker bei sportschau.de) all diese Komponenten ausbalancieren.

Das wurde bei der Pressekonferenz am Montag (10.06.2019) klar. Marcus Sorg, der den weiterhin krank geschriebenen Joachim Löw wie schon beim Sieg gegen Weißrussland auch gegen die Esten auf der Bank vertreten wird, sprach viel über Stabilität, betonte aber eben auch die Weiterentwicklung des eigenen Spiels.

"Vom Weißrussland-Spiel profitieren"

Das sei nicht unbedingt im Widerspruch zueinander zu sehen. Es brauche Stabilität, um die sehr positive Entwicklung, die Sorg "seit dem Frankreich-Spiel" im Oktober ausgemacht hat, fortzuführen. Deshalb werde auch das Personal gegen Estland keiner großen Rotation unterliegen: "Wir wollen ja auch vom Spiel im Weißrussland profitieren." Das ginge mit einer komplett veränderten Mannschaft eben nicht. Schließlich seien die Esten genau wie Weißrussland ein "gut organisierter Gegner", der tendenziell eher massiert in der eigenen Defensive stehen werde.

Sorg: "Löw war zufrieden" Sportschau 10.06.2019 00:39 Min. Verfügbar bis 10.06.2020 ARD

"Trotzdem werden wir auch die ein oder andere Veränderung vornehmen, weil man sich ja auch an den Gegner anpassen und den Spielern zeigen muss, dass es immer wieder Änderungen geben kann", ergänzte Sorg.

Neuer ist ein "Anker" - Süle und Gnabry können welche werden

Als es um "Anker" und Führungsspieler in der jungen Mannschaft ging, wollte der eigentliche Co-Trainer keine konkreten Namen nennen - außer den von Manuel Neuer, der auch gegen Estland definitiv zwischen den Pfosten stehen werde. Niklas Süle sei einer, der das Potenzial habe, in der Rolle des zentralen Innenverteidigers ein solcher zu werden. Genau wie in der Offensive dessen Bayern-Teamkollege Serge Gnabry, der "aufgrund der Art, wie er Fußball interpretiert und was er für Möglichkeiten hat, der sehr speziell für uns ist und deshalb auch etwas mehr Verantwortung übernehmen kann. Das heißt nicht, dass er immer spielen wird, aber er hat das Potenzial, ein fester Bestandteil zu werden", so Sorg.

Gnabry: "Sind für den Gegner schwer zu greifen" Sportschau 10.06.2019 00:38 Min. Verfügbar bis 10.06.2020 ARD

Gnabry selbst erklärte, dass er "happy" sei, wie sein letztes Jahr verlaufen ist, und stellte die gute Stimmung im Team in den Vordergrund: "Es fühlt sich ein bisschen an hier als wären wir eine U21. Wir fühlen uns alle noch jung und kennen uns alle sehr gut. Wir müssen uns auch noch finden und schauen, wer von uns Verantwortung übernimmt. Wir haben aber natürlich auch einige Führungsspieler, die da nach vorne gehen."

Tempo und individuelle Freiräume in der Offensive

Gegen die Esten, die ihre ersten beiden Qualifikationsspiele beide gegen Nordirland verloren haben, werde man erneut viel Tempo brauchen, um eine hohe Anzahl an Torchancen herauszuspielen - da waren sich Gnabry und Sorg einig. Die Arbeitsteilung des aktuell wohl gesetzten Offensivtrios aus Marco Reus, Leroy Sané und eben Gnabry sei vor allem geprägt von ständiger Rotation untereinander und Freiräumen, die individuellen Qualitäten zu nutzen, berichtete der Münchener.

Timo Werner, der vor einigen Monaten noch fester Bestandteil der Offensivmaschinerie war, sei aber keinesfalls aus der Mannschaft gefallen. "Man spricht immer über Vertrauen in die Spieler. Aber das bedeutet bei der Nationalmannschaft eben nicht immer gleich: Stammplatz", sagte Sorg und schalt die Medien für ihren Umgang mit dem "jungen Spieler" Werner: "Ich finde es wirklich nicht korrekt, daraus ein Riesenthema zu machen und zu sagen, dass Timo Werner jetzt hier durchfällt. Er ist und bleibt ein fester Bestandteil der Mannschaft. Wir werden alle noch sehr froh sein, dass wir ihn haben."

Sorg: "Werden alle noch sehr froh sein, dass wir Werner haben" Sportschau 10.06.2019 01:14 Min. Verfügbar bis 10.06.2020 ARD

Erst der Sieg - dann die Höhe

Das dritte Qualifikationsspiel, das auch das letzte für die Mannschaft vor der Sommerpause ist (Gnabry: "Ich bin sehr urlaubsreif"), wolle man unbedingt gewinnen, weil auch jedes positive Erlebnis ganz wichtig für die Weiterentwicklung einer im Umbruch stehenden Mannschaft sei. "Wir wollen über 90 Minuten so viele Torchancen wie möglich herausarbeiten und dominant auftreten. Aber einen so gut organisierten Gegner muss man erst einmal knacken. Deswegen tun wir gut daran, zuerst über den Sieg und weniger über die Höhe nachzudenken."

Reus: "Hoffen, dass wir Dienstag einen Schritt weiter sind"

Sportschau 10.06.2019 01:03 Min. Verfügbar bis 10.06.2020 ARD

rt | Stand: 10.06.2019, 14:53

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