Einzelkritik - Ginter sehr ordentlich, Draxler nach der Pause besser

Matthias Ginter jubelt

Das deutsche Team in der Einzelkritik

Einzelkritik - Ginter sehr ordentlich, Draxler nach der Pause besser

Überragend war keiner der deutschen Spieler, aber es gab bei der Partie in der Nations League in der Ukraine einige mit ordentlichen Leistungen. Dazu zählte Torschütze Matthias Ginter. Julian Draxler drehte nach der Pause auf.

Tor

Manuel Neuer: Die meisten Abschlüsse der Ukrainer waren letztlich eine Beleidigung für Neuer. Der Elfmeter war dann so platziert geschossen, dass der Münchner doch ein Tor kassierte.

Abwehr

Matthias Ginter: Leistete sich den ein oder anderen Konzentrations- und Abspielfehler, hatte aber in der Offensive Klasse-Szenen: Mit Vehemenz erarbeitete er sich das Führungstor in Mittelstürmer-Position, dann schlug er eine Maßflanke zur Kopfballchance von Serge Gnabry. Sehr ordentliche Leistung.

Niklas Süle: Bis zum Zweikampf, der zum Elfmeter führte, war das eine solide Leistung, auch mit einigen guten Pässen nach vorne. Aber der Zweikampf gibt zu denken, denn da offenbarte Süle ein Schnelligkeitsdefizit.

Antonio Rüdiger: Toller Antritt vor dem 1:0 durch Ginter, ging konsequent tief und passte präzise ins Zentrum. In der Defensive auch resolut, aus dem Aufbauspiel hielt er sich weitgehend heraus.

Mittelfeld

Lukas Klostermann: Viel zu viele Ballverluste im ersten Durchgang, hatte auch im Duell mit Andriy Yarmolenko große Probleme. Schöne Volleyabnahme bei seiner Chance zum 3:0 (57.), die Torwart Georgiy Bushchan so gerade noch über die Latte lenkte. Mit seiner Flanke leitete er das 2:0 durch Leon Goretzka ein.

Joshua Kimmich: Bemühte sich um Ordnung im Mittelfeld, kurbelte immer wieder die Angriffe an - oft aber ohne die nötige Präzision. Schöner Distanzschuss in der 31. Minute, den Georgiy Bushchan parierte.

Toni Kroos: Ein paar gute Pässe, vor allem solche, die Tempo in die Offensivaktionen brachten. Aber auch mit Phasen, in denen er kaum zu sehen war.

Marcel Halstenberg: Hatte ab und an viel Platz auf der linken Seite, aber wusste ihn nicht richtig zu nutzen. Fraglich, ob er nicht besser als Außenverteidiger in einer Viererkette aufgehoben wäre.

Leon Goretzka: Eher verhalten im ersten Durchgang, aber mit der ein oder anderen Balleroberung. Hellwach beim 2:0, als er den Megapatzer von Bushchan gedankenschnell per Kopf verarbeitete.

Julian Draxler: Joachim Löw hält traditionell viel vom Reservisten aus Paris, aber einmal mehr kam lange nicht allzuviel zurück. Blass im ersten Durchgang - und die Großchance in der 50. Minute zu vergeben, war schon eine Kunst. Sehr schön aber seine Vorarbeit zur Chance von Lukas Klostermann sieben Minuten später. Insgesamt eine deutliche Steigerung nach der Pause.

Angriff

Serge Gnabry: Als einzige echte Spitze mit Schwierigkeiten, eine seiner besseren Aktionen im ersten Durchgang war, dass er vor dem 1:0 per Hacke den Ball verfehlte und damit die ukrainische Abwehr irritierte. Mit dem ein oder anderen Fehlpass leitete er Konter der Ukraine ein.

Einwechselspieler

Timo Werner (ab 80.): Ein sehr schöner pass auf Gnabry. Viel mehr Zeit blieb ihm ja auch nicht für gute Aktionen.

Emre Can (ab 90.): Sehr energischer Sprint in den Strafraum, dann gefoult. Da hätte es gut einen Elfmeter geben können.

Kai Havertz (ab 93.): Ohne Aktion.

red | Stand: 10.10.2020, 22:15

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