Kroos redet Klartext: Proteste gegen Katar auch bei WM

Toni Kroos

WM-Gastgeber 2022

Kroos redet Klartext: Proteste gegen Katar auch bei WM

Die deutsche Nationalmannschaft hat zuletzt um die Einhaltung der Menschenrechte geworben. Toni Kroos kritisiert nun direkt WM-Gastgeber Katar wegen schlimmer Arbeitsbedingungen und Homophobie. Es gebe eine "gewisse Gewalt" gegen Arbeiter. Einen Boykott der WM lehnte Kroos ab.

Ein Boykott der Endrunde werde die Probleme wie mangelhafte Arbeitsbedingungen und Homophobie wohl nicht lösen, meinte der Mittelfeldstar von Real Madrid im Podcast "Einfach mal Luppen", den er zusammen mit seinem Bruder Felix betreibt: "Ich glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch während so einem Turnier, so dass sich vielleicht daraus was verbessern kann."

Toni Kroos bezeichnete die WM-Vergabe an Katar im Jahr 2010 als grundsätzlichen Fehler: "Dass dieses Turnier dahin gegeben worden ist, das halte ich für falsch."

Tod und Spiele: Die Klub-WM in Katar als Generalprobe für die WM

WDR 5 Sport inside – der Podcast: kritisch, konstruktiv, inklusiv 06.02.2021 49:18 Min. Verfügbar bis 31.01.2041 WDR 5


Download

"Pausenloses Arbeiten bei teilweise 50 Grad Hitze"

In einem mehrere Minuten dauernden Monolog zählte Kroos die aus seiner Sicht schlimmen Arbeitsbedingungen nicht nur an WM-Stadien auf und sprach davon, "dass viele Arbeiter aus Katar aber auch Gastarbeiter aus anderen Ländern da einfach so ein pausenloses Arbeiten haben bei teilweise 50 Grad Hitze". Sie würden "da einfach auch unter mangelnder Ernährung leiden, fehlendes Trinkwasser, was gerade bei den Temperaturen ein Wahnsinn ist", fügte Kroos an und monierte eine "gewisse Gewalt", die "an den Arbeitenden ausgeführt wird".

Proteste mehrerer Nationen

Zuletzt hatten die deutschen Fußball-Nationalspieler wie ihre Kollegen aus Norwegen, Dänemark, den Niederlanden und auch Belgien bei ihren WM-Qualifikationsspielen mit Protestaktionen die Einhaltung von Menschenrechten gefordert und damit auch die Bedingungen in Katar kritisiert. Kroos fehlt der DFB-Elf derzeit wegen einer Verletzung.

dpa | Stand: 31.03.2021, 21:13

Darstellung: