Deutliche Müller-Reaktion auf Aussortierung

Löw-Verzicht auf Müller, Hummels, Boateng

Deutliche Müller-Reaktion auf Aussortierung

Mit einer deutlichen Video-Botschaft hat Thomas Müller auf die Aussortierung aus der Nationalmannschaft durch Bundestrainer Joachim Löw reagiert und seinem Unmut Luft gemacht.

Einen Tag nach seiner Ausbootung aus der Nationalmannschaft hat sich am Mittwoch (06.03.2019) 2014er-Weltmeister Thomas Müller mit harter Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) und an Bundestrainer Joachim Löw an die Öffentlichkeit gewandt.

"Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr macht mich die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, einfach sauer. Kein Verständnis habe ich vor allem für diese suggerierte Endgültigkeit der Entscheidung", sagte der Angreifer von Bayern München in einem Video, das er über seine Social-Media-Kanäle verbreitete.

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Überrascht von Entscheidung und Ablauf

"Ich war von der plötzlichen Entscheidung des Bundestrainers perplex", führte der 29-Jährige aus: "Ein Bundestrainer muss sportliche Entscheidungen treffen. Das stelle ich nicht infrage. Aber Mats, Jerome und ich sind immer noch in der Lage, auf Top-Niveau Fußball zu spielen. Wir haben gemeinsam mit dem DFB einen langen, intensiven und meist auch erfolgreichen Weg bestritten in den vergangenen Jahren."

Nicht zuletzt die Art und Weise der Bekanntmachung stieß dem 100-maligen Nationalspieler sauer auf: "Wenn - kurz nachdem wir von der Entscheidung des Bundestrainers erfahren haben - vorgefertigte Statements seitens des DFB und des DFB-Präsidenten an die Presse rausgegeben werden, ist das aus meiner Sicht kein guter Stil und hat mit Wertschätzung nichts zu tun."

Löw sortiert drei Weltmeister aus

Bundestrainer Joachim Löw plant die Zukunft ohne die drei Weltmeister Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller.

Bernd Schmelzer: Konsequente Entscheidung

Der ARD-Reporter Bernd Schmelzer bewertet Löws Entscheidung, Hummels, Boateng und Müller aus dem Kader zu streichen als konsequent. Der Zeitpunkt sei allerdings überraschend.

Bernd Schmelzer: Konsequente Entscheidung

Der ARD-Reporter Bernd Schmelzer bewertet Löws Entscheidung, Hummels, Boateng und Müller aus dem Kader zu streichen als konsequent. Der Zeitpunkt sei allerdings überraschend.

Thomas Müller: Keine Wertschätzung

Mit einer deutlichen Video-Botschaft hat Thomas Müller auf die Aussortierung aus der Nationalmannschaft durch Bundestrainer Joachim Löw reagiert und seinem Unmut Luft gemacht.

Trio soll Platz für Junge freimachen

Bundestrainer Joachim Löw setzt den Umbruch in der Nationalelf fort. Schon in den kommenden Länderspielen gegen Serbien (20.3.) und die Niederlande (24.3.) soll die Mannschaft ein neues Gesicht haben.

Statement auch von Rummenigge und Co.

Auch aus der Führungsetage von Thomas Müllers Klub Bayern München kam Gegenwind. "Wir halten den Zeitpunkt und die Umstände der Bekanntgabe an die Spieler und an die Öffentlichkeit für fragwürdig", schrieben Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Mittwoch in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Der Zeitpunkt unmittelbar vor "richtungweisenden Spielen" in Bundesliga und Champions League "irritiert uns", schrieb das Führungsduo weiter. Löw hatte das Trio am Dienstag in München informiert, dass es in seinen Plänen keine Rolle mehr spielt. Der Besuch war offenbar nicht mit den Bayern-Verantwortlichen abgesprochen. "Uns hat überrascht, dass dies im Rahmen eines unangekündigten Besuches an der Säbener Straße erfolgte", betonten Rummenigge und Salihamidzic, die darauf verwiesen, dass "das letzte Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 19. November 2018" stattgefunden hat - vor dreieinhalb Monaten.

Boateng hatte sich bereits am Dienstag zu Wort gemeldet: "Ich bin traurig über diese Nachricht, weil es für mich immer das Allergrößte war, mein Land zu repräsentieren. Dennoch respektiere ich den neuen Kurs und habe Verständnis für die Entscheidung des Bundestrainers. Ich war immer extrem stolz, das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen und werde vor allem den Sommer 2014 nie vergessen."

Thema in: Morgenmagazin, Das Erste, Donnerstag, 07.03.2019, ab 5.30 Uhr

sid/dpa | Stand: 06.03.2019, 19:13

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