Löw vertraut dem Bayern-Block

Bundestrainer Joachim Löw beim Training vor dem Nations-League-Spieltag selbst am Ball

Nations League - öffentliches DFB-Training

Löw vertraut dem Bayern-Block

Vor den großen Aufgaben in der Nations League gegen die Niederlande und Frankreich seien alle motiviert, sagt Joachim Löw. Beim öffentlichen Training herrscht Hochstimmung.

Noch vor dem Aufgalopp der Fußball-Nationalmannschaft vor vielen jubelnden Kindern in Berlin machte der Bundestrainer klar, dass er in den Nations-League-Spielen gegen die Niederlande und Weltmeister Frankreich auf die ins Formtief gestürzten Spieler des FC Bayern setzen will.

"Ich weiß schon, welche Qualitäten diese Spieler auch haben", sagte Löw über die Bayern-Fraktion, die durch den Ausfall des angeschlagenen Leon Goretzka für die zwei Länderspiele von sieben aber nicht auf sechs Akteure schrumpfen wird - sein Bayern-Kollege Serge Gnabry wurde nachnominiert.

Aus dem Klub-Alltag heraus

"Es war in der Vergangenheit immer wieder mal so, dass Spieler im Verein nicht in der Topverfassung waren, bei der Nationalmannschaft dann trotzdem eine tolle Leistung gezeigt haben. Die Spieler sind erfahren genug, mit solchen Situationen umzugehen", äußerte Löw zur Gruppe um Kapitän Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller. Ein Tapetenwechsel sei gut in so einer Phase.

"Vielleicht ist es auch ganz gut, dass sie jetzt hier sind und den Stress, den sie in Bayern haben, mal vergessen." Er betonte aber auch: "Wir brauchen natürlich die Bayern in Bestform."

DFB-Auswahl trainiert öffentlich: Volksfeststimmung in Berlin

Sportschau | 09.10.2018 | 01:16 Min.

Teammanager Oliver Bierhoff erkennt bei den Münchnern Parallelen zum deutschen WM-Debakel. "Ich muss zugestehen, ein bisschen hat mich das Spiel der Bayern zuletzt daran erinnert", sagte er am Dienstagabend (09.10.2018): "Viel Ballbesitz, aber es kam wenig dabei raus." Die Nationalmannschaft und mit ihr auch die Bayern-Profis hätten nach der WM allerdings gezeigt, "dass wir anders auftreten", ergänzte Bierhoff: "Insofern habe ich die Hoffnung und Überzeugung, dass sie auch bei diesen Spielen diese Auszeit vom Verein nutzen, um wieder in Schwung zu kommen."

Die Fans werden wieder ins Boot geholt

Mehr Fannähe ist nach der WM-Blamage in Russland beim DFB angesagt. Erstmals seit vier Jahren durften bei einem Training im eigenen Land mal wieder einige Tausend Anhänger zuschauen. "Das Wichtigste ist für die Kinder, dass sie die Spieler aus der Nähe sehen, Autogramme bekommen und Selfies machen können", sagte Bierhoff. Trainingseinheiten vor Fans soll es wieder in "regelmäßigen Abständen" geben, sie sollen nicht, wie zuletzt, hinter verschlossenen Toren stattfinden.

Löw konstatierte, es sei auch Teil der DFB-Selbstkritik gewesen, dass man sich den Fans wieder mehr öffnen müsse.

Trapp durch Leno ersetzt - Uth dabei

Schalke-Profi Mark Uth (l.) beim öffentlichen Training der Nationalelf in Berlin

Schalke-Profi Mark Uth (l.) beim öffentlichen Training der Nationalelf in Berlin

Jonas Hector, der noch am Montagabend für den 1. FC Köln in der 2. Liga spielte, pausierte. Seine Premiere im Elitekreis erlebte der erstmals berufene Angreifer Mark Uth, der "alles aufsaugen" will. Außerdem wird Torhüter Kevin Trapp verletzungsbedingt durch Bernd Leno vom FC Arsenal ersetzt.

Die Trainingstage bis zum Spiel gegen die Niederländer will Löw nutzen, um "uns gut einzustellen, vorzubereiten und die Spieler wieder ein bisschen aufzubauen". Nicht nur bei den Bayern, auch bei anderen Nationalspielern wie etwa Toni Kroos lief es zuletzt nicht rund. "Zwei Wochen enttäuschende Ergebnisse, Spiele und auch Pech", beschrieb Kroos seine eigenen Situation bei Real Madrid: "Es wird eine große Herausforderung sein, wieder aufzustehen."

Natürlich seien sowohl die Niederländer als auch die Franzosen zwei Fußball-Nationen, die gegen Deutschland hochmotiviert seien. Da gehe es auch um das Prestige, unterstrich Löw. Und es geht darum, dass die Nationalmannschaft nach der WM-Blamage wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt.

Abstiegskampf in der Nations League würde dazu nicht passen. Einen entscheidenden Schritt kann die DFB-Elf am Samstag (13.10.2018, 20.45 Uhr/ZDF) gegen die Niederlande machen.

red/dpa/sid | Stand: 09.10.2018, 19:19

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