DFB-Elf brilliert mit Tempo und Torfestival

Mannschaftsjubel nach dem Tor von Jonas Hofmann zum 5:0

Deutschland - Armenien 6:0

DFB-Elf brilliert mit Tempo und Torfestival

Von Christian Hornung

Alles, was die deutsche Mannschaft in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein vermissen ließ, hat sie jetzt gegen Armenien nachgeholt. Das temporeiche Torfestival begeisterte die Fans in Stuttgart - und zeigte genau das, was Hansi Flick gefordert hatte.

Beim 6:0 (4:0) am Sonntag (05.09.2021) gegen die zuvor in der Gruppe J führenden Armenier war vor allem die erste Halbzeit ein Fußballfest, das das DFB-Team so schon ewig nicht mehr gezeigt hat. Von Beginn an drängte sich der Eindruck auf, das Flick seinen Schützlingen nach dem über weite Strecken peinlichen 2:0 gegen Liechtenstein intern deutlich mehr an Defiziten aufgezeigt hat, als er öffentlich zugegeben hatte.

Sechs Änderungen in der Startelf

Allein die Startelf war aufschlussreich, gleich auf sechs Positionen hatte Flick umgestellt. Und die Ausrichtung war deutlich: Tempo sollte auf den Platz, in der Offensive mit den überragenden Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner, im Mittelfeld mit dem Spielbeschleuniger Leon Goretzka und auf den defensiven Außenbahnen mit den immer wieder marschierenden Jonas Hofmann und Thilo Kehrer.

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Gnabry konsequent im Abschluss

Es wäre interessant gewesen, was sich Joachim Löw angesichts dieses Spielvortrags so gedacht hätte: Die gesamte Mannschaft wirkte permanent in Bewegung, Sané zauberte nicht nur vorne, sondern jagte auch bis zur eigenen Grundlinie verlorenen Bällen hinterher. Dazu gab es nicht nur die immer wieder geforderten Läufe in die Tiefe, sondern genau dahin kamen dann endlich auch mal die Pässe.

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Schon das 1:0 war exemplarisch für Flicks Idealvorstellung: Über Sané und Gnabry kam der Ball zu Goretzka, der ihn mit einem Kontakt über die Abwehr lupfte - in den Lauf von Gnabry, der perfekt in den Winkel vollendete (5. Minute). Vor dem 2:0 nach einer Viertelstunde hatte Sané die Abwehr schwindelig gespielt, dann legte Marco Reus vor dem Tor quer, und Gnabry war erneut zur Stelle.

Werner legt für Reus auf

Die Armenier kamen kaum einmal über die Mittellinie, weil die Deutschen den Druck permanent hochhielten und gierig auf weitere Tore waren. Sané scheiterte in der 22. Minute mit einem Distanzschuss an der Lattenunterkante, dann legten Reus nach brillanter Vorarbeit von Gnabry und Werner das 3:0 (35.) und Werner selbst nach Chip-Pass von Joshua Kimmich und Kopfballablage von Goretzka das 4:0 (44.) nach.

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Der zweite Durchgang stand dann zunehmend unter dem neumodischen Begriff "Belastungssteuerung", Flick nahm nach einer Stunde mit Gnabry und Sané seine Besten vom Platz und verhalf später Karim Adeyemi und David Raum zu ihren Länderspieldebüts.

Hofmann betreibt Eigenwerbung

Der Zug nach vorn wurde durch die vielen Umstellungen etwas eingedämmt, aber bemüht und bissig blieb das DFB-Team dennoch. Hofmann nutzte die zweiten 45 Minuten aber nochmal für Eigenwerbung auf der Position, die er in seinem Heimatverein Mönchengladbach noch nie gespielt hat.

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In der 51. Minute traf er aus 22 Metern nach einer schlecht abgewehrten Ecke zum 5:0, zehn Minuten später klärte Varazdat Haroyan Hofmanns Flachschuss für seinen geschlagenen Keeper auf der Torlinie.

Ein Traumtor hatte sich das deutsche Team dann noch bis in die Nachspielzeit aufgehoben. Hofmann und Florian Wirtz beförderten den Ball in höchstem Tempo Richtung Strafraum, dann spielte Adeyemi Doppelpass mit Wirtz und vollendete einen spektakulären und phasenweise mitreißenden Fußballabend zum 6:0-Endstand.

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"Es war der nächste Schritt"

Hansi Flick fasste die Partie anschließend gut gelaunt zusammen: "Mir hat es gut gefallen. Es war der nächste Schritt, den wir gemacht haben. Wir haben eine enorme Qualität, das hat man heute gesehen. Es ist aber wichtig, dass man liefert, wenn es zählt. Das haben wir heute gesehen. Die Mannschaft kann froh sein über ihre Leistung, wir müssen uns jetzt aber auf das nächste Spiel am Mittwoch gegen Island konzentrieren."

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Serge Gnabry analysierte: "Heute war die Chancenverwertung viel besser. Wir waren gut vor dem Tor, wir hätten noch mehr machen können. Wir nehmen die Euphorie mit nach Island, um dort auch zu punkten."

Der gleichen Meinung war Leon Goretzka: "Es war heute ein ganz anderes Spiel. Wir hatten uns einiges vorgenommen, den Start unter Hansi hatten wir uns so wie heute vorgestellt. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Gegen Island wollen wir diese Leistung wiederholen. Es geht darum, wieder konstant auf einem hohen Level zu performen."

red/sid/dpa | Stand: 06.09.2021, 08:00

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