DFB-Elf bei EM-Quali-Auslosung nicht topgesetzt

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DFB-Elf bei EM-Quali-Auslosung nicht topgesetzt

Die Nations League ist Geschichte, die EM-Qualifikation für 2020 steht an: So geht es für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Jahr 2019 weiter.

Die Premiere der Nations League ist für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mächtig missraten. Sieglos beendete die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw mit dem 2:2 gegen die Niederlande die Gruppe 1 der Liga A auf dem letzten Platz und steigt damit in die B-Liga ab. Erst in zwei Jahren kann Deutschland bei der zweiten Auflage den Wiederaufstieg anpeilen, zudem dürfte die Qualifikation für die WM 2022 deutlich schwieriger werden. Zuvor stehen die EM-Qualifikation und die Endrunde 2020 an.

Am 2. Dezember erfährt Löw bei der Auslosung der Gruppen in Dublin, gegen wen sein Team in der EM-Qualifikation ran muss. Ab 12 Uhr rollen im Convention Center die Kugeln, das alles ist dann im Livestream bei sportschau.de zu sehen.

Polen schiebt DFB-Team aus Lostopf eins

Weil von den zwölf Teams der Nations League A nur die besten zehn als Gruppenkopf für die EM-Qualifikation gesetzt sind, droht Deutschland nun eine harte Gruppe. Denn nach dem 1:1 (0:1) von Polen zum Abschluss der Nations League in Portugal ist das DFB-Team nur noch Elfter und fällt aus Lostopf 1. Damit könnte das DFB-Team in Dublin am 2. Dezember in eine Gruppe mit Weltmeister Frankreich, Spanien oder England gelost werden.

Die 55 gemeldeten Mannschaften - alle UEFA-Mitgliedsverbände nehmen also teil - werden laut des Reglements nach dem Abschneiden in der UEFA Nations League in sechs Lostöpfe eingeteilt.

Töpfe für die Auslosung der EM-Qualifikation
Topf 1Topf 2Topf 3
EnglandDeutschlandTürkei
SchweizIslandIrland
NiederlandeBosnien-HerzegowinaSlowakei
PortugalUkraineNordirland
FrankreichRusslandSerbien
SpanienDänemarkNorwegen
ItalienWalesFinnland
BelgienÖsterreichSchottland
KroatienSchwedenBulgarien
PolenTschechienIsrael
Topf 4Topf 5Topf 6
UngarnKosovoLettland
RumänienWeißrusslandLiechtenstein
AlbanienMazedonienAndorra
GriechenlandLuxemburgMalta
ZypernAserbaidschanSan Marino
MontenegroArmenien
EstlandKasachstan
SlowenienMoldau
LitauenGibraltar
GeorgienFäröer

England, Schweiz, Niederlande und Portugal kommen als Finalteilehmer der Nations League auf jeden Fall in eine Gruppe mit fünf Mannschaften, da diesen Teams durch das Finalturnier weniger Termine zur Verfügung stehen.

Nur Pflichtspiele 2019?

Aus den sechs Lostöpfen werden zehn Gruppen gelost, von denen fünf Gruppen fünf Mannschaften beinhalten und fünf sechs Teams. Die Termine für die EM-Qualifikation stehen schon fest. Im März, Juni, September, Oktober und November 2019 wird es insgesamt fünf Doppelspieltage geben.

Spielt Deutschland in einer Sechsergruppe, dann hat es im kompletten Kalenderjahr nur Pflichtspiele. Kommt das Team in eine Fünfergruppe, sind noch zwei Termine für Testspiele frei. Fakt ist, dass es vor dem Start der EM-Qualifikation im März kein Länderspiel geben wird. Der erste deutsche Gegner im Jahr 2019 steht also noch nicht fest.  

Alle Sieger und alle Zweiten fahren zur EM

Auch wenn es nur in Lostopf zwei gesetzt sein sollte, hat Deutschland natürlich Chancen auf eine erfolgreiche EM-Qualifikation. Alle Sieger und alle Zweiten der zehn Gruppen sind beim Turnier dabei. Die vier restlichen Plätze werden in Play-offs verteilt.

Dafür startberechtigt sind die Sieger der jeweils vier Gruppen aus den Ligen A bis D der Nations League. Haben diese Teams schon über die normale Qualifikation einen Platz bei der Endrunde gesichert, geht das Startrecht an das nächstbeste noch nicht qualifizierte Team der jeweiligen Liga oder der Liga darunter über.

Weg über Play-offs möglich

Sollte Deutschland auch in der EM-Qualifikation patzen, kann es sich also theoretisch noch über die Play-offs für die EM qualifizieren. Die Auslosung der Play-off-Spiele steigt am 22. November 2019, am 1. Dezember wird die Gruppenphase der EM-Endrunde ausgelost.

Die EM-Endrunde findet vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf Ländern statt. Eröffnungsort ist Rom, beide Halbfinale und das Endspiel finden in London statt. München ist als deutscher Spielort Gastgeber für drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale.

Eingeschränkte Auslosung: Konflikte, Wetter, Entfernungen und Ausrichter

Die UEFA hat einige Einschränkungen in die Auslosung eingebaut. Aufgrund von politischen Spannungen oder gar bewaffneten Konflikten dürfen folgende Mannschaften jeweils nicht in eine Gruppe gelost werden:

  • Armenien und Aserbaidschan
  • Gibraltar und Spanien
  • Kosovo und Bosnien-Herzegowina
  • Kosovo und Serbien
  • Ukraine und Russland

Bei der Auslosung der Qualifikation zur EURO 2016 in Frankreich standen nur die beiden erstgenannten Paare unter dieser Regelung.

Zehn Länder haben derweil nach Ansicht der UEFA im Winter durch mögliche schlechte Wetterbedingungen ein zu hohes Risiko, dass Spiele dadurch beeinflusst werden oder gar abgesagt werden müssen. Deshalb dürfen unter den folgenden Ländern maximal zwei in dieselbe Gruppe gelost werden:

  • Weißrussland
  • Estland
  • Färöer
  • Finnland
  • Island
  • Lettland
  • Litauen
  • Norwegen
  • Russland
  • Ukraine

Hinzu kommen große Reisedistanzen, die beispielsweise zwischen Portugal und Kasachstan extrem hoch sind. Aus 13 Ländern, die besonders westlich liegen, darf nur eines mit Kasachstan in eine Gruppe gelost werden. Das gilt für drei weitere westliche Länder in Bezug auf Aserbaidschan. Vier besonders östlich liegenden Ländern soll andersherum weitgehend der lange Weg nach Island erspart bleiben.

Für die deutsche Nationalmannschaft gelten keinerlei Einschränkungen bei den Reisen. Wohl aber bei der Regelung, dass nur zwei Gastgeber der EM pro Gruppe erlaubt sind. Aus den Ländern England, Aserbaidschan, Italien, Russland, Schottland, Ungarn, Dänemark, Spanien, Niederlande, Irland und Rumänien ist also nur ein Gegner für Deutschland möglich - und umgekehrt.

Die Endrunde - Regel der besten Gruppendritten greift erneut

Die 24 qualifizierten Teams spielen dann wie 2016 in Frankreich in sechs Gruppen á vier Mannschaften. Neben den Gruppenersten und -zweiten werden laut des Reglements für die EURO 2020 wie 2016 die vier besten Gruppendritten weiterkommen, damit ein Achtelfinale gebildet werden kann.

red/sid/dpa | Stand: 21.11.2018, 08:28

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