Rüdiger im Sportschau Club - "Löw hat immer an mich geglaubt"

Alexander Bommes und Antonio Rüdiger im Sportschau Club

Ausführliches Gespräch mit dem Nationalspieler

Rüdiger im Sportschau Club - "Löw hat immer an mich geglaubt"

Von Marcus Bark

Die Nationalmannschaft wartet auf ihn, der FC Chelsea wartet auf ihn, Antonio Rüdiger wartet darauf, dass er nach seinen Verletzungen endlich wieder Fußball spielen kann. Im Sportschau Club spricht der Innenverteidiger über seine Ungeduld, den Kreuzbandriss von Niklas Süle, eine Reise nach Sierra Leone, die ihm "die Augen öffnete", und das Vertrauen des Bundestrainers: "Jogi Löw hat immer an mich geglaubt."

Flutlicht an der Stamford Bridge, Manchester United zu Gast, und es geht eben nicht um Punkte in der Premier League, sondern um das Achtelfinale im Ligapokal: Das ist der Wettbewerb mit der geringsten Bedeutung im englischen Vereinsfußball.

Das Spiel am Mittwoch (30.10.19) wäre perfekt geeignet, um Antonio Rüdiger wieder an den Wettkampf heranzuführen. Aber es geht immer noch nicht. Die Leiste lässt keinen Einsatz zu. Noch nicht. Noch trainiert er nur.

"Es juckt"

"Es juckt", sagt Rüdiger an eben jener Stamford Bridge, an der ihn die ARD für den Sportschau Club trifft, der am Mittwoch im Anschluss an das Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach im Ersten ausgestrahlt wird.

Vorab wird die Sendung online zu sehen sein, hier gibt es bereits Auszüge des ausführlichen Gesprächs von Rüdiger mit Alexander Bommes:

Rüdiger: "Das mit Süle hat mir sehr, sehr weh getan" Sportschau 29.10.2019 04:06 Min. Verfügbar bis 29.10.2020 Das Erste

"Mit Süle, das hat mir persönlich sehr, sehr weh getan, weil ich dasselbe durchgemacht habe", sagt Rüdiger zu dem Kreuzbandriss, den sich der Profi des FC Bayern München im Bundesligaspiel beim FC Augsburg am 19. Oktober zuzog. Niklas Süle war als Abwehrchef der Nationalmannschaft vorgesehen. Eine Rolle, für die nun Antonio Rüdiger auserkoren zu sein scheint, wenn er denn wieder regelmäßig beim FC Chelsea spielen kann.

Nach einer Halbzeit wieder verletzt

Nur eine Halbzeit lang stand der 26 Jahre alte Innenverteidiger in dieser Saison in der Premier League auf dem Platz. Das war am 14. September beim 5:2-Auwärtssieg bei den Wolverhampton Wanderers. Zuvor hatte er zweimal in der U23 des FC Chelsea gespielt, um nach einer Operation am Knie wieder Wettkampfpraxis zu sammeln. Seit der Partie bei den "Wolves" ist es die Leiste, die Rüdiger zu schaffen macht.

Antonio Rüdiger (l.), Jonny

Nur 45 Minuten Premier League: Antonio Rüdiger im Spiel gegen Wolverhampton Wanderers

So ist er nun schon ein gutes halbes Jahr außen vor. Rüdiger verpasste wegen der Knieverletzung das Finale in der Europa League, das Chelsea im Mai gegen den FC Arsenal gewann.

Das bislang letzte von 30 Länderspielen bestritt der gebürtige Berliner am 24. März beim 3:2-Sieg in Holland. In Amsterdam agierte er am linken Ende einer Dreierkette. Diese Formation wird bei Bundestrainer Joachim Löw immer beliebter.

EM 2020 im Blick

Aber auch bei einer Viererkette mit nur zwei Innenverteidigern gilt Rüdiger für die Zukunft als gesetzt. Kritischen Stimmen, die behaupten, dass es mit einem Duo Rüdiger/Matthias Ginter nicht möglich sei, 2020 Europameister zu werden, hält Rüdiger im Sportschau Club entgegen: "Nein, das trifft mich nicht. Wenn das mein Bundestrainer sagen würde, dann würde es mich treffen." Joachim Löw habe aber "schon immer an mich geglaubt" und "nie an mir gezweifelt".

Ob Antonio Rüdiger bei den Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft 2020 im November gegen Weißrussland und Nordirland im Aufgebot der Nationalmannschaft stehen wird, ist offen. Auch sein Vereinstrainer Frank Lampard wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr, zumal der ehemalige Gladbacher Andreas Christensen ebenfalls verletzt ist. Daher spielte der junge Engländer Fikayo Tomori zuletzt an der Seite des französischen Nationalspielers Kurt Zouma.

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Sobald Rüdiger wieder seine Form gefunden hat, dürfte er beim FC Chelsea gesetzt sein. In der vergangenen Saison bestritt er 33 von 38 Spielen in der Premier League, ein Jahr zuvor waren es 27.

Besuch in Sierra Leone

Rüdiger sagt, dass er, anders als nach seinem Kreuzbandriss, der ihn die Teilnahme der EM 2016 kostete, geduldiger geworden sei, auch demütiger. Das habe auch mit seinem Vater zu tun, der damals die Unzufriedenheit und Ungeduld des Sohnes bemerkt und ihm geraten habe, Sierra Leone zu besuchen.

In dem westafrikanischen Land liegen die Wurzeln der Familie. "Komm doch mal hierhin, dann siehst du, was wirkliche Probleme sind. Das habe ich dann gesehen, und das hat meine Augen sehr geöffnet", so Rüdiger im Sportschau Club.

Das ist Antonio Rüdiger
geboren 3. März 1993 in Berlin
Vereine (u. a.)Borussia Dortmund2008 - 2010
VfB Stuttgart2011 - 2015
AS Rom2015 - 2017
FC Chelseaseit 2017

Stand: 29.10.2019, 13:30

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