Hängepartie beendet: Tuchel offiziell entlassen

PSG-Trainer Thomas Tuchel

Aus als Trainer bei Paris Saint-Germain

Hängepartie beendet: Tuchel offiziell entlassen

Trainer Thomas Tuchel ist beim französischen Fußballmeister Paris Saint-Germain nun auch offiziell entlassen. Starspieler Kylian Mbappe hatte die Trennung schon einige Tage vorher auf seinem Instagram-Kanal angedeutet.

Nachdem an Heiligabend führende französische Medien über die Trennung berichtet und Superstar Kylian Mbappe sich von dem Deutschen in den sozialen Netzwerken bereits verabschiedet hatte, bestätigte PSG die Personalie am Dienstag (29.12.2020). Medienberichten zufolge soll der Argentinier Mauricio Pochettino Tuchels Nachfolger werden. Pochettino spielte früher selbst für Paris.

"So ist leider das Gesetz des Fußballs, aber niemand wird Ihre Zeit hier vergessen", schrieb der 22-Jährige Mbappé in einer Story auf seinem Account: "Sie haben ein gutes Kapitel in der Geschichte des Klubs geschrieben, und ich danke Ihnen."

Nur Dritter in der Liga

In der Tabelle der Ligue 1 liegt das Team aber mit einem Punkt Abstand hinter Olympique Lyon und OSC Lille nur auf Platz drei.

Dennoch kommt die Trennung überraschend. Tuchel hat noch einen Vertrag bis Juni 2021. In der Champions League erreichte PSG als Sieger in einer umkämpften Gruppe vor RB Leipzig und Manchester United das Achtelfinale.

Zwei Meistertitel

Der ehemalige Coach des 1. FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund hatte den französischen Renommierklub 2018 übernommen und zweimal zur französischen Meisterschaft geführt. Das große Ziel, den Gewinn der Champions League, hatte er aber nicht erreicht.

Gestörtes Verhältnis zum Sportdirektor

Zudem gilt sein Verhältnis zu Sportdirektor Leonardo schon lange als angespannt. Ab und an war das gestörte Verhältnis auch an den Aussagen der Protagonisten zu erkennen. So beschwerte sich Tuchel über Transfers, sowohl solche, die getätigt worden waren als auch gescheiterte. Ähnliche Spannungen zwischen dem Trainer und Vorgesetzten waren auch schon zu Dortmunder Zeiten bekannt geworden.

Beim BVB musste Tuchel gehen, obwohl er ein paar Tage zuvor den Pokal gewonnen hatte. Dass er in Paris nie als der richtige Griff angesehen werden würde, bevor er die Champions League gewinnt, musste dem Trainer klar gewesen sein.

Das Betteln nach Anerkennung, das er vor wenigen Tagen in einem der seltenen Interviews betrieb, war daher eher kontraproduktiv. Vielleicht wird Tuchel auch schon - wie in Dortmund - geahnt haben, was kommt.

sid/dpa/red | Stand: 29.12.2020, 10:12

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