Chelseas Spieler feiern Torwart Kepa nach dem Sieg gegen Villareal

FC Chelsea - FC Villarreal 7:6 n.E. Supercup - Kepa Matchwinner für Chelsea gegen Villarreal

Stand: 12.08.2021 07:30 Uhr

Thomas Tuchels FC Chelsea hat mit viel Mühe und starken Nerven nach der Champions League auch den europäischen Supercup gewonnen. Mit den drei Nationalspielern Kai Havertz, Timo Werner und Antonio Rüdiger setzten sich die "Blues" am Mittwochabend (11.08.2021) in Belfast gegen den FC Villarreal im Elfmeterschießen mit 6:5 durch.

Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:0) gestanden. Havertz vergab den ersten Elfmeter für Chelsea, der bei den "Blues" fürs Elfmeterschießen eingewechselte Torhüter Kepa machte dies aber mit zwei abgewehrten Strafstößen wieder wett und entschied damit das Endspiel in Belfast. Der Europa-League-Gewinner aus Spanien hatte sich in der zweiten Halbzeit enorm gesteigert - dann aber kein Glück gegen die von Tuchel trainierten Londoner.

Hakim Ziyech (27.) erzielte nach Vorarbeit von Havertz die Führung. Gerard Moreno (73.) sorgte mit seinem Tor für die Extraschicht in Nordirland. Sein Trainer Unai Emery verpasste auch im dritten Anlauf den Gewinn des silbernen Pokals im traditionellen Kräftemessen der Europapokal-Sieger.

Wie 74 Tage zuvor im Endspiel der Königsklasse gegen Manchester City setzte Tuchel von Beginn an auf seine drei deutschen Profis, die eine enttäuschende Europameisterschaft erlebt hatten. Werner prüfte früh Villarreals Torwart Sergio Asenjo nach einer Ecke aus dem Stand (6.). Chelsea war in der Anfangsphase vor 13.000 Zuschauern das klar bessere Team, der als Kapitän spielende N'Golo Kanté zwang Asenjo per Fernschuss zu einer Parade (9.). An der Seitenlinie applaudierte Tuchel energisch.

Tuchel grinst, Emery wütet

Neuigkeiten zur spektakulären Rückkehr des belgischen Nationalspielers Romelu Lukaku zu den "Blues" gab es am Mittwochabend zunächst nicht. Der 28 Jahre alte Stürmer soll für 115 Millionen Euro von Inter Mailand kommen - und dürfte Werner dessen Platz im Sturmzentrum streitig machen. Der 25 Jahre alte Deutsche kann allerdings auch auf die Flügel ausweichen. In Belfast wurde die linke Seite wieder von Havertz besetzt, der das Führungstor durch den auf der rechten Seite spielenden Ziyech wunderbar vorbereitete. Tuchel ballte grinsend die Hand zur Faust - Emery wütete in seiner Coaching-Zone.

Der "Mr. Europa League" getaufte Spanier hatte mit dem Finalsieg im Elfmeterschießen gegen Manchester United seinen vierten Titel in dem kleineren Europapokal gefeiert. Vom Gewinn des Supercups war Villarreal unmittelbar nach dem Rückstand weit entfernt.

Villarreal steigert sich

Das "Gelbe U-Boot", wie der Klub genannt wird, steigerte sich aber mit zunehmender Spieldauer und hatte auch vor dem Ausgleich mit zwei Pfostenschüssen (45.+4 und 52.) richtig gute Chancen. Havertz traf kurz nach dem Wiederanpfiff nur das Außennetz (48.), Villarreal gestaltete die Partie immer offener.

Rüdiger sah nach einem Foul die Gelbe Karte, ebenso wie Tuchel, der nach Ansicht von Schiedsrichter Sergej Karassjow zu viel lamentierte (45.+1).

Keeper Kepa kommt fürs Elfmeterschießen und wird Matchwinner

Tuchel reagierte mit einem Dreifachwechsel und brachte unter anderem den italienischen Europameister Jorginho in die Partie (65.). Werner ging für Mason Mount vom Platz. Es half nicht viel - im Gegenteil: Nach einem Fehlpass von Rüdiger kombinierte sich Villarreal in Richtung "Blues"-Tor und Moreno traf zum inzwischen verdienten Ausgleich. Die Verlängerung wurde zum Nervenspiel. Für das Elfmeterschießen nahm Tuchel dann Edouard Mendy aus dem Kasten und brachte Kepa, der dann zum Matchwinner wurde.

"Ich bin froh, dass es funktioniert hat", sagte Tuchel über den Torwartwechsel. Es sei auch vorher mit dem Team und vor allem mit den Torhütern besprochen worden, dass dieser Fall in K.o.-Spielen eintreten könne. "Es ist bewiesen, dass Kepa in dieser Disziplin besser ist", so Tuchel. Es sei "fantastisch, wie Mendy das akzeptiert hat".

Ziyech bei Chelsea verletzt

Nur die Verletzung von Hakim Ziyech trübte die Stimmung bei den "Blues". Es blieb zunächst offen, wie lange der marokkanische Nationalspieler, der kurz vor der Pause minutenlang behandelt und dann ausgewechselt werden musste, ausfallen könnte. "Er war zuletzt ein sehr entscheidender Spieler", sagte Tuchel besorgt.