Real gegen Atlético - Kroos ist der "Rabauken"-Bändiger

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Fußball | La Liga

Real gegen Atlético - Kroos ist der "Rabauken"-Bändiger

Von Sebastian Hochrainer

Am Sonntag (12.12.2021) kommt es zur 169. Auflage des Derbys zwischen Real und Atlético Madrid in Spaniens La Liga. Toni Kroos wird dabei einer der entscheidenden Faktoren sein.

Wenn Hansi Flick die Chance hätte, wäre Toni Kroos womöglich einer, den der Bundestrainer gerne zur WM 2022 nach Katar mitnehmen würde. Doch nach der EM im vergangenen Sommer entschloss sich der Mittelfeldstratege, seine Karriere in der Nationalmannschaft zu beenden.

Dass dies nicht geschah, weil er qualitativ nicht mehr mithalten könne, zeigen die Leistungen, die er in dieser Saison wieder bei Real Madrid abruft.

Unter der Woche verhalf er den "Königlichen" mit seinem Tor zum 1:0 beim Sieg gegen Inter Mailand (2:0) zum Gruppensieg in der Champions League, schon am Spieltag zuvor traf er sehenswert bei Sheriff Tiraspol (3:0) zum zwischenzeitlichen 2:0. Und in der Liga begeistert der 31-Jährige als Stratege im alt bewährten Mittelfelddreieck mit Luka Modric und Casemiro.

Neuer Vertrag als Lohn für die perfekte Karriereplanung?

Offenbar hat auch Real erkannt, dass Kroos noch lange nicht seinen Leistungszenit überschritten und auf die Endphase seiner Karriere zugeht. Laut "Marca" soll der bis 2023 laufende Vertrag in dieser Saison um eine weitere Spielzeit bis 2024 verlängert werden. In der Klub-nahen und -kritischen Zeitung wird Kroos seit Wochen gefeiert, als "Real-Fußballer mit Herz und Seele" bezeichnet.

Auch Trainer Carlo Ancelotti begeistern die Leistungen von Kroos und seinen beiden Mittelfeldpartnern. "Das Niveau der drei ist sehr hoch. Sie sind für mich die besten Mittelfeldspieler der Welt. Ihre Dynamik überrascht mich, weil sie Dinge tun, die ich nicht von ihnen verlange", sagte der ehemalige Bayern-Coach. Sie seien "die Vergangenheit und sie sind immer noch die Gegenwart".

Kroos seit Anfang 2016 ohne Liga-Derbyniederlage

Die Gegenwart heißt für Kroos und Real nun mal wieder Atlético Madrid. Am Sonntag (21 Uhr) kommt es in der spanischen La Liga zur 169. Auflage des Duelles der beiden Lokalrivalen. Kroos ist ein Spezialist für diese Spiele, sein feiner Fuß ist ein probates Mittel gegen die sonst schier unbegrenzte Kampfkraft des Teams von Diego Simeone. Die bislang letzte Derbyniederlage in der Liga erlebte Kroos vor fast sechs Jahren.

Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Thomas Müller bezeichnete Atlético einst aufgrund der harten, körperlichen Spielweise als "größte Rabaukentruppe im Weltfußball". Kroos aber weiß, wie die "Rabauken" zu bändigen sind.

Wie es nicht funktioniert, hat der FC Porto in der Champions League erleben müssen. Im Endspiel ums Weiterkommen wollten die Portugiesen kämpferisch mithalten und hatten in einem Spiel, das geprägt war von Rudelbildungen und vier Roten Karten, mit 1:3 das Nachsehen.

Simeone hat weiter Erfolg - nur nicht gegen Real

Das System Simeone, es funktioniert seit vielen Jahren bei Atlético, dem spanischen Meister. Gegen Real und Kroos ist es jedoch kein Erfolgsrezept, nicht nur in der Liga konnten die "Rojiblancos" die "Königlichen" lange nicht mehr besiegen, die Niederlage im Champions-League-Finale 2020 (1:4 nach Elfmeterschießen) ist die bislang wohl schmerzhafteste für Simeone in dessen Trainerkarriere.

Diese Unterlegenheit liegt auch daran, dass es Kroos immer wieder gelingt, den Derbys den Stempel aufzudrücken. "Die Spiele von Real Madrid laufen immer im Rhythmus von Kroos", sagte sein Mitspieler Casemiro. Und den zu durchbrechen, ist Simeone schon lange nicht mehr gelungen.

Stand: 11.12.2021, 21:00

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